Neues Mapuche-Projekt

Begleitung von sechs Mapuche Gemeinschaften und Stärkung ihrer Nahrungssicherheit in der Gemeinde Vilcún, Araucanía, Chile

Die Situation der Ureinwohner Chiles, der Mapuche, hat sich unter der jetzigen Regierung nicht verbessert. Armut und Diskriminierung prägen weiterhin ihren Alltag.

Als Kleinbauern bewirtschaften sie ihr Land, meist nicht mehr als ein Hektar pro Familie, gerade genug zum Überleben. Viele müssen sich ein Zubrot als Saisonarbeiter verdienen, damit die Familie über die Runden kommt. 500.000 Hektar Land sind den Mapuche geblieben, etwa 5% ihres einstigen Landbesitzes. Die letzten Enteignungen wurden unter der Diktatur Pinochets vorgenommen, meist zugunsten von internationalen Großkonzernen. Diese sind verantwortlich für die massiven Umweltschäden in der IX Region Chiles. Vor allem die riesigen Eukalyptus-und Kiefernplantagen für die Holzindustrie und die Zelluloseherstellung, sowie die Fischzucht zerstören die natürlichen Ressourcen in der Umgebung der Mapuche Gemeinschaften.

Zusammenkunft der Gemeinschaft José Miguel Borne

Die Vernachlässigung durch den chilenischen Staat, die große Armut, die vielfältige Diskriminierung, all diese Missstände haben in den letzten Jahren immer wieder zu Konflikten mit der chilenischen Gesellschaft geführt. Der Staat setzt mit Hilfe der Antiterrorgesetze Pinochets auf polizeiliche Repression anstatt auf Dialog und Wiedergutmachung. Kein Wunder, dass der Konflikt immer wieder eskaliert.

Seit ihrer Gründung steht unsere Partnerorganisation, die Stiftung Fundecam, den Mapuche Gemeinschaften zur Seite und versucht ihnen konkrete Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Lebensumstände verbessern und ihre Rechte wirksamer wahrnehmen können. Auf diesem Weg unterstützen wir sie seit langen Jahren, weil wir von der Wichtigkeit dieser Arbeit überzeugt sind.

Arbeitssitzung der Gemeinschaft Juan Pichunleo

In dem aktuellen Projekt bezieht unsere Zusammenarbeit mit Fundecam sich auf sechs Mapuche Gemeinschaften der Gemeinde Vilcún in der IX. Region. In den betroffenen Gemeinschaften werden ungefähr 120 Familien während drei Jahren auf ihrem Weg zu besseren Lebensumständen begleitet und dies auf der Basis einer Stärkung ihrer kulturellen Identität, des Respekts der natürlichen Umwelt und der ländlichen Biodiversität.

Ein wichtiger Teil des Projekts besteht in der Ausbildung der “dirigentes”. Es handelt sich um die gewählten Vorstandsmitglieder der Gemeinschaften. In regelmäßigen Kursen lernen sie, wie sie die Interessen ihrer Mitglieder wirksam vertreten können. Die Inhalte der Kurse betreffen sowohl die indigene Gesetzgebung, als auch die Rechte der Mapuche. Sie lernen nicht nur, wie sie diese Rechte am besten einfordern und verteidigen können, sondern auch, wie sie sich mit anderen Gemeinschaften vernetzen können, um wirksamer zu handeln. Wichtig ist, die Gemeinschaften aus ihrer Isolierung herauszuholen und Kontakte nach außen zu knüpfen, vor allem mit den Gemeindeverwaltungen, mit regionalen und staatlichen Verwaltungen, sowie mit Organisationen, die sich um die Unterstützung der indigenen Bevölkerung bemühen.

Versammlung der „Dirigentes“ mehrerer Gemeinschaften mit Bürgermeisterin Susana Aguilera

Nach Ablauf der Projektdauer sollen die Vorstandsmitglieder “fit” sein, um sich bei den verschiedensten Bedrohungen ihrer Rechte gewaltlos aber wirksam zur Wehr zu setzen. Während der Kurse lernen sie auch, Anträge an die verschiedenen Ämter zu stellen, um Unterstützungsgelder zu beantragen. Meist wussten sie in der Vergangenheit nicht, wann ihnen eine Unterstützung zustand, weil keiner sie darüber informierte. Positiv ist in diesem Zusammenhang der gute Kontakt zur Gemeinde Vilcún, die sich schon bei der Ausarbeitung des Projekts behilflich zeigte.

Um die Armut zu bekämpfen und die Nahrungssicherheit zu verbessern, setzt Fundecam auf die Ausbildung der beteiligten Mapuche Kleinbauern. Ziel ist es, die Produktivität auf nachhaltige Weise zu erhöhen. Dies geschieht einerseits durch ein verbessertes Knowhow, andererseits durch die Finanzierung notwendiger Investitionen mittels sozialer Kredite, die im Projekt vorgesehen sind. Diese kleinen Darlehen werden von den Gemeinschaften selbst verwaltet und werden zur Hälfte zurückerstattet, um den geschaffenen Fonds solange wie möglich am Leben zu erhalten. Die Verwaltung des “Fondo Rotatorio” verstärkt den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaften und ermöglicht den Betroffenen den Zugang zu Krediten, der ihnen bislang verwehrt blieb.

Versammlung der Gemeinschaft Juan Ancamil

Den Beteiligten wird sowohl theoretische als auch praktische Weiterbildung vor Ort angeboten. Jede Familie lernt einen Bewirtschaftungsplan aufzustellen. Dieser ist Bedingung für die Zuteilung der Kleinkredite. Auf diese Weise lernen die Familien ihre Arbeitsweise sowie ihre Infrastruktur zu hinterfragen, um anschließend schrittweise und nach festgelegten Prioritäten ihre Produktivität zu verbessern. Wichtige Aspekte sind erfahrungsgemäß: die Pflege der ausgelaugten Böden, die Herstellung von Kompost, das Sammeln und der Tausch von Saatgut, das Einzäunen der Weiden, um das Weglaufen der Tiere zu verhindern, eine wassersparende Bewässerung, die Instandsetzung, respektive das Errichten kleiner Ställe für das Vieh, sowie von Scheunen, um die Futtermittel sicher zu verwahren. Auch das nötige Werkzeug, das die Bodenbearbeitung vereinfacht, wird mit Kleinkrediten gekauft. Für motorbetriebene Maschinen ist kein Geld da, die vorhandenen Mittel würden nicht mal für den Kauf von Sprit reichen. Vieles was uns selbstverständlich erscheint, ist für diese Kleinbauern unerschwinglich. Ihr Leben ist hart. Der Ertrag deckt meist nur das Allernotwendigste.

Alle Aktivitäten werden gemeinsam mit den Beteiligten abgesprochen, dies ist ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit der Vorgehensweise. Die kulturelle Identität der Mapuche wird respektiert und gefördert. Alte Traditionen werden wiederbelebt. Dies geschieht u.a. im Bereich der Nahrungsmittel. Traditionelle Nahrungsmittel werden wieder angebaut und die alten Samensorten ausgetauscht. In Zeiten der Klimaveränderung und des großen Wassermangels, der viele Gemeinschaften betrifft, haben sich diese Pflanzenarten als widerstandsfähiger erwiesen. Die Förderung traditioneller Anbaumethoden ist vorteilhaft für die Biodiversität und erspart den Mapuche Kleinbauern den Kauf von teuren Düngemitteln und Samen.

Kulturelle Feier in der Gemeinschaft Juan Acuite

Durch den Kontakt mit Nachbargemeinschaften innerhalb ihres “Lof”, ihres traditionellem Territoriums, wird das Erlernte weitergegeben. Auf diese Weise werden die Beteiligten zu Multiplikatoren ihrer neuen Kompetenzen.

Dies sind kleine Schritte zur Armutsbekämpfung, zur Konfliktbewältigung und zur Einforderung legitimer Rechte, die wir als ONG Niños de la Tierra gerne unterstützen.

Yvette Schweich-Lux

CONTEXTO, SU FILOSOFÍA Y METODOLOGÍA DE TRABAJO HACIA EL EMPODERAMIENTO

Deutsche Übersetzung dieses Beitrags weiter unten

Proyecto Salud Materno Infantil Contexto, es una Institución fundada por Teresa Subieta Serrano, Samuel Vásquez (misioneros laicos) y Cristian Fresard (sacerdote Redentorista), ésta entidad tiene un Plan Estratégico Institucional que enmarca su Visión y Misión.

Visión: “Proyecto Salud Materno Infantil – Contexto”  trata de investigar  la realidad socioeconómica  y cultural del país relacionada con la situación de salud, inspirándose  en principios  cristianos, orientados   a dirigir, dinamizar  y consolidar el proceso  de liberación integral  a partir de la toma de conciencia  crítica  de la realidad  nacional

Busca promover y participar en el proceso de cambio hacia una sociedad justa, participativa y fraterna, siendo el evangelio la fuente de inspiración de sus acciones. (Doc. Sistematización 1990-1994).

Misión:  CONTEXTO es una Institución Católica que promueve la formación socio-política, el  desarrollo organizacional, la participación social y la capacitación técnica productiva, con una educación  liberadora, uniendo lo técnico con lo evangélico, junto a los sectores históricamente excluidos (mujeres, hombres, niños/as y personas alcohólicas) de los  barrios periféricos  y del campo; desde la solidaridad, la reciprocidad y la complementariedad, para cambiar las causas estructurales de la pobreza.

  1. La visión cristiana debe ser fermento de una nueva sociedad, más humana y solidaria.  Comparte la opción evangélica por los pobres.
  2. La opción por la educación popular exige una investigación constante comprometida y participativa, que tienda a encontrar soluciones a las necesidades del pueblo.
  3. La opción por la educación popular lleva a apoyar el crecimiento de las organizaciones de base (barriales, sindicales, cívicas, políticas, culturales y religiosas) en función de sus objetivos e intereses (Doc. Sistematización 1990-1994).

Mandatos Institucionales

  1. Fomentar y respaldar la iniciativa  de las organizaciones  populares que buscan  mejorar el proceso de producción  y comercialización
  2. Servir a los grupos mayoritarios  y explotados que tienen potencial para un cambio social
  3. La educación popular. Una educación comprometida con la historia de la liberación de los sectores populares; no una educación amorfa. Constituye un conjunto de procesos formativos que ayudan al desarrollo humano a partir de sus intereses y valores. Potencia las organizaciones de base y afianza su conciencia de clase. Debe ser entonces luz y motor que permita la apropiación critica de la realidad cotidiana y de las consecuencias históricas de los actuales procesos.
  4. Fomentar un liderazgo al servicio de la colectividad que facilite la comunicación interpersonal, grupal y masiva.
  5. Apoyar el fortalecimiento de las organizaciones de base, fomentando su autonomía y evitando el tutelaje.

CONTEXTO, al conocer la problemática de las mujeres en las diferentes zonas de intervención, no dudó en invertir para trabajar con la mujer, dando prioridad a su educación, capacitación y formación, beneficiando también indirectamente a sus zonas y comunidades, en pos de una sociedad justa y equitativa. La Institución reconoció a la mujer como personaje principal del proceso de empoderamiento, ejecutando de manera conjunta proyectos entre CONTEXTO y la población, con metodologías participativas.

En tal sentido, se desarrollaron acciones de manera ordenada y planificada, mediante la utilización de métodos y técnicas adecuadas. A continuación detallamos los planes, programas y proyectos específicos ejecutados en periodos determinados.

Ejes del empoderamiento

CONTEXTO opta por el trabajo con mujeres, porque son las más excluidas y las que menos oportunidades tienen. A la mujer se la veía como un ser débil e inferior que fue creado para servir al varón y que no merece recibir atención; y mucho menos dentro del contexto del sistema escolar. La falta de acceso a la educación repercute más tarde en el empleo y en la educación de sus hijos.

Las mujeres en Bolivia viven en condiciones de desigualdad respecto a los hombres. El analfabetismo de las mujeres es mayor, tienen escasa capacidad para generar ingresos y la tasa de mortalidad materna es una de las más altas del mundo. Pese a todo, se han logrado im­portantes avances en los últimos tiempos en materia de participación femenina en espacios de decisión económica y política.

Según el INE 2001, el analfabetismo era mayor entre las mujeres que entre los hombres. En Bolivia, la tasa de analfabetismo de mujeres era del 19,35%, mientras la tasa de analfabetis­mo masculino era del 6,94%. En el campo el analfabetismo femenino era del 37,91%, en contraposición al masculino que era del 14,42%. Cabe señalar que estos datos son fruto de una encuesta realizada a la población con edades compren­didas entre 15 y 98 años.

En los últimos años, con el Plan Nacional “yo sí puedo”, el Go­bierno implementó estrategias para eliminar el analfabetismo. La educación de la mujer es muy importante. La escolaridad alcan­zada por las mujeres influye di­rectamente en las condiciones de salud, nutrición y supervivencia de los hijos. Asimismo, incide en la mortalidad materna.

Con las referencias descritas an­teriormente, CONTEXTO, desde su inicio contribuyó, con el desa­rrollo de los cuatro ejes del empo­deramiento en los cuatro pilares estratégicos de intervención, en el proceso de empoderamiento de las mujeres.

Tabelle

Proceso metodológico de trabajo social en la experiencia de empoderamiento de mujeres

Para iniciar el trabajo se realizaron los pasos metodológicos del Trabajo Social: Estudio, Diag­nóstico, Planificación, Ejecución y Evaluación.

Estudios y diagnósticos participativos como puntos de partida para la interven­ción social

Los estudios y diagnósticos realizados han tenido una visión holística, por lo que se ha rea­lizado a través de encuestas socio-económicas cuyos procedimientos han sido ejecutados en interacción con la población objetivo (Participativo activo).

CONTEXTO en el Departamento de Potosí

POTOSÍ es un departamento de Bolivia, situado en el suroeste del país. Limita al norte con el departamento de Oruro y al este con el departamento de Chuquisaca y el departamento de Tarija, al sur con Argentina y al oeste con Chile. Tiene una extensión de 118 218 km2 y una población estimada de 798.664 (INE, Censo 2012). La capital departamental es la ciudad de Potosí, famosa por sus yacimientos de metales preciosos.

POTOSÍ, la región o departamento que dio mucho a BOLIVIA, pero, principalmente a ESPAÑA y parte de EUROPA. Se dice: qué de tanta plata que explotaron al Cerro de POTOSÍ; se hubiera construido un puente de pura plata desde el Cerro cruzando el océano hasta MADRID. Este departamento desde entonces, es la cenicienta de BOLIVIA.

Murieron en las entrañas del Cerro Rico de POTOSÍ millones de indígenas y cientos de negros traídos del ÁFRICA.

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El proyecto Fortalecimiento al desarrollo Integral de mujeres, niños, niñas quechuas en el Municipio de Potosí – Bolivia, se ubica este departamento, mismo que tiene un índice de pobreza extrema del 66.7% y en el que existe la mayor desigualdad en el Índice de Desarrollo Humano (IDH) que mide el acceso a la salud, educación e ingresos económicos del Estado Plurinacional de Bolivia.

Específicamente Alto Potosí cuenta con 450 familias, con un promedio de 3 a 5 hijos en cada familia y el gran porcentaje son migrantes del área rural.

Según los datos del Diagnóstico Aplicado por la Institución Proyecto Salud Materno Infantil – Contexto dentro de la zona, se puede observar que el 87% de la población que vive en Alto Potosí migró del campo a la ciudad por motivos de trabajo, buscando mejorar sus condiciones socioeconómicas, ya que en sus comunidades si bien se dedicaban a la agricultura, esta ocupación solo abastecía para cubrir las necesidades más básicas,  además de sufrir los diferentes cambios climáticos los cuales afectaron la producción, además porque  no existía atención en salud, educación y las posibilidades económicas eran muy pocas.

La ocupación de la mayoría de los hombres es de albañiles o agricultores y las mujeres se dedican al comercio informal, venden algunos dulces, panes, frutas, etc., y la mayoría trabaja como ama de casa.

En relación a la desnutrición el departamento de Potosí tiene el mayor índice de desnutrición crónica, con 40.000 niños y niñas menores de 5 años desnutridos(as) y es que la desnutrición infantil genera numerosos problemas como la disminución en el crecimiento, la deserción escolar y los gastos por dificultades de salud.

Por todo lo mencionado se trabaja en Alto Potosí, un lugar con pocas posibilidades de desarrollo humano integral de mujeres, niñas, niños y adolescentes del Distrito Nº 1 del municipio de Tomás Frías de Potosí – Bolivia. El proyecto intenta contribuir con procesos formativos integrales de educación, capacitación técnica productiva, alimentación complementaria y atención en salud comunitaria a mujeres, niños y niñas, brindando a la población ejercer sus derechos a la educación, la salud y la participación ciudadana.

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foto 08CONCLUSIONES:

  • En consecuencia, CONTEXTO definió su accionar como forma de articular las partes de un todo. Por ello asume cuatro grandes pilares en el proceso de realizar proyectos de educación y capacitación. La institución partió con un proyecto relativo a salud, capacitación, formación política pastoral y fortalecimiento organizacional.
  • Cada planteamiento toma en cuenta el contexto global donde se desarrolla la intervención, entendiendo que el “problema social es una totalidad multicausal”, [1] porque resume las condiciones sociales en las que se presenta y es determinado por múltiples causas presentes en el entorno.
  • La Institución quiere agradecer profundamente a NIÑOS DE LA TIERRA (NITIS) POR LA SOLIDARIDAD con el pueblo boliviano, en especial con las mujeres, niños, niñas y toda la población de ALTO POTOSÍ, del Distrito Nº 1 de la ciudad de Potosí.
  • El trabajo conjunto entre NITIS Y CONTEXTO contribuirá en la reducción de los índices de deserción escolar e incrementará el desarrollo humano y social del municipio de Potosí.

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Unser neues Projekt in Potosí mit CONTEXTO
Von der Philosophie und Arbeitsmethodologie hin zur Befähigung der Frauen

Unsere Partnerorganisation

Die Institution CONTEXTO, gegründet von Teresa Subieta, Samuel Vásquez und Cristian Fresard, ist eine sich an christlichen Prinzipien orientierende NRO in Bolivien, welche versucht, den Prozess der integralen Befreiung der Bevölkerung durch kritische Bewusstseinsbildung zu dynamisieren und zu festigen. Ziel ist es, am Prozess des Wechsels teilzuhaben, hin zu einer gerechten, partizipativen und brüderlichen Gesellschaft.

Um dies zu erreichen, fördert Contexto besonders die soziopolitische Bildung, die Entwicklung der Basisgemeinschaften, die soziale Partizipation und eine technischproduktive Ausbildung, vornehmlich der Frauen. Das Ganze beruht auf einer « befreienden und populären » Bildung (educación liberadora y popular) in den am meisten ausgegrenzten Sektoren, um die strukturellen Gründe der Armut zu ändern.
Da Contexto seit jeher genau die problematische Situation der Frauen in den verschiedenen Interventionszonen kannte, zögerte die NRO nicht im Geringsten, um besonders mit dieser Zielgruppe zu arbeiten, indem man durch schulische, humane und artisanale Bildung das gesamte Umfeld mit einbezog. So wurden die Frauen zu den Hauptzielpersonen dieses « empowerment ». Nach partizipativen Richtlinien wurden so Projekte in den Basisgemeinden gestartet, nach durchdachten und ausgereiften Methoden und Techniken. Jedes mal geht Contexto nach dem selben Schema vor: Situationsstudie, Diagnóstico, Ausarbeiten eines Planes, Ausführung und Evaluation. Das Ganze hat eine aktive, partizipative Grundausrichtung vom Beginn der Intervention an.

Frauen als Zielgruppe des empowerments

Contexto entschloss sich von Anfang an, mit und für die Frauen zu arbeiten, da sie am meisten an den Rand der bolivianischen Gesellschaft gedrängt sind: Sie haben die wenigsten Chancen und besonders im schulischen Bereich sind sie sehr benachteiligt. Dieses mangelnde Wissen wirkt sich dann später negativ aus auf dem Arbeitsmarkt und bei der Erziehung der eigenen Kinder. Analphabetismus, Müttersterblichkeit und Armut betreffen noch sehr viele Frauen in Bolivien, auch wenn in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht wurden. Der bolivianische Staat hat genau in dieser Richtung strategische Ziele angegeben und Contexto liegt somit voll im Soll mit seiner « Empowermentstrategie der Frauen ». Diese beinhaltet vier « Axen » (Fähigkeit zu « haben/besitzen », Fähigkeit zu « wissen/können », Fähigkeit zu « wollen und zu tun » sowie « innere/spirituelle » Fähigkeiten), welche alle durch die strategische Ausrichtung der Contexto-Projekte erarbeitet werden (Weiterbildung in Gesundheit/Hygiene und Ausbildung in technischproduktiven Berufen ; Stärkung der Basisgemeinschaften und der Frauengruppen; soziopolitische und pastorale Fortbildung).

Unser neues Contexto-Projekt in Potosi

Potosi ist sowohl ein Departement (fast 800.000 Einwohner) als auch eine Stadt im Südwesten Boliviens. Diese Stadt ist weltbekannt für ihre Silbervorkommen, welche besonders den Spaniern zugutekamen: Man sagt, dass man mit all dem gewonnenen Silber aus dem «Teufelsberg» Cerro Rico eine Brücke bauen könnte, von Potosi bis Madrid !!

Leider stehen auf der anderen Seite der Medaille hunderttausende tote indigene Einwohner sowie tausende afrikanische Sklaven, welche in den Minen auf 5000 Meter ü/M ihr Leben ließen. In genau dieser Stadt hat Contexto mit Niños de la Tierra Ende 2015 ein neues Projekt begonnen, nach der oben beschriebenen Methodologie und Strategie.

Das Departement Potosi hat in Bolivien die höchste Armutsrate (66,7 %) und hier besteht auch die grösste Diskrepanz des IDH (Index der humanen Entwicklung), welcher sich auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung, Erziehung und zu oekonomischen Möglichkeiten bezieht. Das Projekt befindet sich in Alto Potosi (auf fast 4800 Meter ü/M), wo etwa 450 Familien wohnen, mit durchschnittlich 3 bis 5 Kindern. Die meisten Leute sind zugewandert, aus den sehr armen Gegenden nördlich von Potosi. Nachdem Contexto ein Diagnóstico in dieser Zone gemacht hat, um das Projekt zu planen und die Situation zu analysieren, kam heraus, dass 87 % der Leute aus wirtschaftlichen Gründen zugewandert sind. Auf Arbeitssuche haben sie ihre ländlichen Basisgemeinden verlassen, wo sie hauptsächlich ärmliche Bauern waren, mit nicht genug Ertrag zum Eigenbedarf. In diesen ländlichen Gegenden sind die klimatischen Verhältnisse extrem, die Basisgesundheitsversorgung nicht vorhanden, die Schulen total vernachlässigt und die oekonomische Situation katastrophal. In der Vorstadt Alto Potosi sind diese Zuwanderer meist auf Gelegenheitsjobs angewiesen, sind Maurer, Kleinbauern oder im informellen Sektor tätig, wie auch die Frauen, welche oft die Hauptlast am Einkommen tragen. Auch arbeiten diese in anderen Haushalten, zu absoluten Hungerlöhnen. Die schlechte Ernährung der Kinder ist hier an der Tagesordnung. Im Departement Potosi sollen über 40.000 Kinder unter 5 Jahren unterernährt sein.

Aus diesen Gesichtspunkten heraus arbeitet Contexto jetzt in Alto Potosi, wo die integral-humanen Entwicklungsmöglichkeiten sehr gering sind, sowohl für die Frauen, Kinder und Jugendlichen. All diesen Menschen wird das Projekt eine grosse Hilfe sein durch eine integrale Entwicklung im edukativen, schulischen, gesundheitlichen und technischproduktiven Bereich. Nach der bei Contexto bewährten Methodologie werden die Kinder besser ernährt und besser schulisch begleitet, ihre Gesundheit überwacht. Die Frauen erlernen ihre Rechte, werden zu selbständigen Menschen erzogen, können ihre handwerklichen Fähigkeiten erlernen und ausbauen, Frauenorganisationen und Werkstätten gründen, die ganze Basisgemeinde mitreißen beim Einfordern (bei öffentlichen Stellen) verschiedener Grundrechte, gesellschaftspolitisch mitmischen im plurinationalen Staate Bolivien. Außerdem beinhaltet das Projekt eine kleine ökologische Komponente mit dem Anlegen von Gemüsebeeten und Treibhäusern im Stadtgebiet und dem Erlernen biologischdynamischer Techniken.

Contexto sieht also seine Arbeit, in einem globalen Kontext, auf vier Pfeilern ruhend : Gesundheit, Bildung, politischpastorale Ausbildung und Stärkung der Basisgemeinden. Für unsere Partner-NRO ist «die soziale Problematik immer eine multikausale Einheit».

Uebersetzung und Zusammenfassung durch Jean-Paul Hammerel

(nach einem Originaltext von Teresa Subieta Serrano, Contexto)
Fotos: CONTEXTO

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Neues Projekt in Bolivien

Bau einer Sekundarschule in Pampilla

 

2009 – 2011

Partnerorganisation: ANAWIN

Budget: 290.323,89 € co-finanziert von der Luxemburger Regierung

  

Die Schulbildung in den indigenen Gemeinschaften des andinen Hochlandes reicht gewöhnlich nicht über eine 8. Grundschulklasse hinaus. Zurzeit sind die eher schlecht bezahlten Lehrer nicht adäquat ausgebildet. Ihre Wohnquartiere sind dürftig, die Anfahrtswege beschwerlich und lang, die Arbeitsbedingungen sowie die Freizeitmöglichkeiten nur mittelmäßig. Die meisten wollen so schnell wie möglich zurück in die Städte, was einen ständigen Personalwechsel mit sich bringt. Die Unterrichtsmethoden sind archaisch, Frontalunterricht, Lernzwang, Strafen, auch physischer Art, reines Memorisieren sowie stereotypes Wiederholen sind an der Tagesordnung. Die schulische Infrastruktur, sowohl von den Gebäuden wie vom Mobiliar her, sind katastrophal.

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 so soll die neue Schule später aussehen
 

Die Bildung der unteren, armen Gesellschaftsschichten war in der Vergangenheit nie ein Thema, weder für den bolivianischen Staat, noch für die multinationalen Konzerne. Diese hatten bloß die natürlichen Ressourcen des Landes im Visier. Des Weiteren gib es keine spezifischen Bildungsmodelle, welche den Bedürfnissen der indigenen ländlichen Bevölkerung entsprächen. So werden zum Beispiel die Kurse für Erstklässler, die bis zu ihrer Einschulung nur Quecha gesprochen haben, ausschließlich in Spanisch angeboten.

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