TUSCAPUJIO / SACABA

Verbesserung des Bildungsangebotes für Jugendliche und gemeinschaftliche und produktive Ausbildung in TUSCAPUJIO / SACABA

Seit 18 Jahren führt Niños de la Tierra asbl. Entwicklungsprojekte mit der bolivianischen NGO ANAWIN in der Region von Cochabamba durch. Diese Projekte haben 2 Schwerpunktthemen: Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und Ernährungssicherung auf der einen Seite sowie „integrale“ sozialpädagogische Arbeit mit formalen Schulen und Gemeinden auf der anderen Seite.

Die 4 bereits mit ANAWIN durchgeführten Bildungsprojekte, alle in der Gemeinde Sacaba (teils im Tal auf 2500 Meter über dem Meeresspiegel und teils im Hochland auf 4000 Metern), hatten großen Erfolg, sowohl in Bezug auf die Leistung der angestrebten Ziele und der externen Evaluierung, wie auch im Hinblick auf die tatsächlichen Auswirkungen, wie sie von den Gemeinschaften wahrgenommen wurden. Die positive Reaktion auf die Ergebnisse seitens der Gemeinden und der lokalen Verantwortlichen von Sacaba war sehr groß. ANAWIN erhielt zahlreiche Anträge auf Unterstützung, welche auf Nahhaltigkeitspotential untersucht werden mussten um die Gemeinden zu identifizieren, die für eine Intervention in Frage kamen. Wir verweisen hier auf unseren Artikel in INFO 4-2017 (Korihuma-Projekt), der sich bereits mit demselben Ansatz befasste und die eingeschlagene Gesamtstrategie aufzeigte.

Dieses Projekt wurde uns während unseres Evaluierungsbesuchs im Dezember 2021 im neuen OTB von Tuscapujio vorgestellt, das wir bei dieser Gelegenheit besuchten. Es handelt sich (wie in Korihuma) um eine Reihe von Stadtrandgemeinden von Sacaba (180.000 Einwohner), mit starkem Bevölkerungswachstum durch Migration und mit allen Problemen, die diesem Phänomen innewohnen (Armut, Drogen, Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, viele Familien, Alleinerziehende, ökologische Probleme etc.).
Das aufrichtige Engagement der Gemeindevorsteher, der Elternvertreter in den Schulkomitees, des Direktors und des Lehrerkollegiums sowie der besuchten Familien haben uns davon überzeugt, dass hier ein ganzheitliches Projekt nach der ANAWIN-Methodik Früchte tragen kann.


Das Projekt hat zwei Teile:

1) Verbesserung des Bildungsangebots in der Gemeinde

Hier werden wir zum einen die Infrastruktur der „Tupac Katari“-Schule erweitern (Bau von 7 Klassenzimmern, 1 Verwaltungsbüro und 1 Besprechungsraum, 1 Vorschulsensorikraum und 1 Ressourcen- und pädagogisches Unterstützungszentrum). Andererseits wird intensiv mit den Lehrkräften gearbeitet, um durch „moderne und angepasste“ Lehrmethoden und -instrumente eine ganzheitliche Bildung zu gewährleisten. Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundarschule werden intensiv begleitet, Jugendliche mit Schulabbruch und Erwachsene ohne abgeschlossenes Studium können sich weiterbilden oder sogar mit einer Zusatzausbildung (mit Abschluss) abschließen.

2) Unterstützung von Familien durch die Einrichtung von Familien- und Schulgemüsegärten und die Sensibilisierung für das „gute Leben“ in der Gemeinschaft.

Hier versuchen wir, die gesamte lokale Gemeinschaft in dieses Projekt einzubinden, das ausgehend von der Begleitung der Schulen auf pädagogischer Ebene dazu beitragen soll, die sozioökonomische Situation aller Einwohner zu verbessern. Die Anlage von 146 Familiengemüsegärten und 4 Schulgemüsegärten, die Schulung und Unterstützung von Menschen in der Bewirtschaftung von urbaner Landwirtschaft und gesunder Ernährung sind Teil dieser Komponente. In mehr als 30 Workshops werden Familien in die verschiedenen Aspekte von „Community Wellbeing“ (Ernährungssouveränität, Klimaresilienz, gewaltfreie und durchsetzungsfähige Kommunikation, Menschenrechte und Geschlechtergleichstellung…) eingeführt.

 

Opfer an Pacha Mama zum Start der Aktivitäten

Das Projekt, das sich über 3 Jahre (2022 – 2025) erstreckt, wurde von unserem Ministerium für Zusammenarbeit zur Kofinanzierung akzeptiert und hat ein Gesamtbudget von 381.059,00 €, wovon Niños de la Tierra 152.423,00 € aufbringen muss .

Unsere guten Erfahrungen mit früheren Projekten von ANAWIN in diesem Bereich lassen uns glauben, dass dieses Projekt die Würde des Bildungsumfelds wiederherstellen kann, indem es kreative Lernräume schafft und gleichzeitig die Verbindung zwischen Schule und Gemeinschaft auf partizipative Weise stärkt.

Jean Paul Hammerel