Rundbrief 1-2019 Förderverein CREARTE e.V

Wir fördern Kunst, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit

 

Im Dezember 2019

Liebe Vereinsmitglieder, EPA-Freiwillige und FörderInnen,


“…sonst wird sich hier nie was ändern.“

So lautet der Titel meiner Diplomarbeit zum Thema „Zur Alltagswirklichkeit von Jugendlichen in der neuen Demokratie in Chile“ aus dem Jahr 1992. Darin komme ich zu der Schlussfolgerung, dass „nur Gesellschaften, in denen die Herrschaft der Eliten auf (…) glaubwürdigen Zukunftsversprechen gründet, darauf vertrau- en können, dass die nachwachsenden Generationen sich in die bestehenden Strukturen einfügen.“ (Liebel. In: Rebellierende Jugend, Blätter des iz3W, Freiburg, 1990:22).

Massenproteste und massive Menschenrechtsverletzungen in Chile

Nach fast 30 Jahren defizitärer Sozialpolitik, dem Ausverkauf der chilenischen Rohstoffe und der Privatisierung aller wichtigen Lebensbereiche zugunsten der Bereicherung einiger weniger Privilegierter hat eine Erhöhung der U-Bahnfahrpreise das Fass zum Überlaufen gebracht. Ausgelöst von Schülerprotestaktionen in Form von kollektivem Schwarzfahren demonstrieren seit dem 18. Oktober tagtäglich hunderttausende von Menschen im ganzen Land. Sie fordern eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und die Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftssystem sowie eine verfassungsgebende Versammlung und den Rücktritt des Präsidenten. Auf den Druck der Protestbewegung hin hat die Mehrheit der Abgeordneten einen so genannten „Friedenspakt“ beschlossen, der darauf abzielt, im April 2020 über das Prozedere zu einer neuen Verfassung abstimmen zu lassen. Dafür wird allerdings eine 2/3 Mehrheit benötigt, wodurch in der Vergangenheit schon die meisten Reformvorhaben blockiert worden sind. Dagegen haben sich über 120 Organisationen der Zivilgesellschaft, die in einer sogenannten „Mesa de Unidad Social“ (Tisch des sozialen Zusammenhaltes) organisiert sind, ausgesprochen. Sie fordern einen partizipativen Prozess und haben zum Generalstreik aufgerufen.

Der Rückhalt des Präsidenten Sebastian Piñera in der Bevölkerung beträgt laut Umfragen nur noch 4,5 Prozent. Gemäß einem aktuellen Bericht von Human Rights Watch ist die Polizei und das Militär seit Beginn der Proteste brutal vorgegangen. Durch den exzessiven Einsatz von Gewalt, giftigen Reizgasen, den Gebrauch von scharfer Munition und Schusswaffen bei den Demonstrationen sind seitdem über 11.000 Menschen mit Verletzungen behandelt worden, davon 230 mit schweren Augenverletzungen. Es gibt 442 Anzeigen wegen Folterung, sexuellem Missbrauch, Verschleppung und Mord. Man geht von bislang 23 Toten aus. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass eine tiefgreifende Reform der Polizei überfällig ist. Gleichzeitig kündigte der Präsident eine Ausweitung der Befugnisse des Militärs an. Eine Gruppe von Abgeordneten der Opposition hat eine Verfassungsklage gegen ihn eingereicht, doch die Regierung weist jegliche Verantwortung von sich. Der Konflikt scheint sich weiter zuzuspitzen.

Die aktuelle Situation im Projekt

Die Escuela Popular de Artes setzt sich seit über zwanzig Jahren für die Verbesserung der Lebensbedingungen der benachteiligten Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien in den Armenvierteln in Viña del Mar und ihre Teilhabe am kulturellen Leben ein. Wir zeigen, dass die jungen Menschen sich sehr wohl mit Kreativität und sozialem Engagement in die Gesellschaft integrieren wollen.

Obwohl wir in diesem Jahr ohne eine Finanzierung durch die chilenische Regierung auskommen mussten, haben wir im Januar 2019 unser Jubiläum mit zwei großartigen Veranstaltungen gefeiert, bei der alle Solisten und Gruppen – u.a. die Tanzformation Pacha Perú aus Lima sowie diverse Lehrer- und Schülerbands – ohne Gage aufgetreten sind. Viele ehemalige SchülerInnen sowie befreundete Organisationen waren anwesend. Wir hatten Besuch von einer Delegation des „Coro Can- to“ aus Köln, mit denen Eduardo und ich im Oktober 2018 den „Canto General“ von Theodorakis aufgeführt hatten. Aus dem Erlös der beiden Konzerte erhielt die EPA eine Spende von 5.000 Euros.

Erstmals hatten die Kinder aus der Landbesetzung Manuel Bustos, die aus dem von Salut Salon im Jahr 2018 finanzierten offenen Stadtteilprogramm hervorgegangen sind, als Kinderstreichorchester einen Auftritt in der Schule. In 2019 spendete Salut Salon 23.125 Euros für die laufende Arbeit der Schule. Mit vereinten Kräften haben wir es in diesem Jahr geschafft, das Musikschulprogramm allein aus Spenden, Patenschaften und – zu einem geringen Anteil – den Beiträgen der Familien zu finanzieren.
Wir freuen uns, dass zwei weitere ehemalige Schüler der EPA seit diesem Jahr als engagierte Lehrer im Projekt tätig sind. Javier Valenzuela, der mit sechs Jahren in die EPA kam und heute ausgebildeter Konzertpianist ist, ist einigen unseres Unterstützerkreises vom Hauskonzert im November 2017 in Birken-Honigsessen bekannt. Er hat die Leitung des Orquesta Latina´s übernommen und wird im neuen Jahr die musikpädagogische Arbeit in der Musikschule koordinieren.

Positiv zu erwähnen ist auch das Engagement der Eltern, die sich in diesem Jahr mehrmals getroffen haben, um den Hof und die Lagerräume der Schule aufzuräumen, Möbel instand zu setzen und kleinere Reparaturarbeiten am Gebäude vorzunehmen.

Vor zwei Wochen ist das Haus eines Schülers der EPA abgebrannt. Die Familie, die in armen Verhältnissen in den Landbesetzungen lebte, hat alles verloren. Daraufhin hat die Schule eine Benefizveranstaltung durchgeführt, bei der Schüler- und Lehrerbands auftraten, Essen verkauft und Geld- und Sachspenden gesammelt wurden. Im Publikum waren auch VertreterInnen des Rotary Clubs von Viña del Mar, die seit November 2019 erstmals fünfzehn Patenschaften übernommen haben, worüber wir sehr froh sind.
Wie geht es weiter in der Escuela Popular de Artes?

Natürlich ist auch die Schule von den politischen Unruhen betroffen. Die MitarbeiterInnen versuchen die Arbeit so normal wie möglich durchzuführen, auch wenn es öfters zu Problemen im öffentlichen Nahverkehr kommt und Stunden verlegt werden müssen. Gerade jetzt macht es aber Sinn, einen Raum für sinnvolle Freizeitbeschäftigung und gemeinsames Musizieren anzubieten, in dem die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil aufgefangen und Perspektiven geschaffen werden können. Im Dezember haben sich sogar neue SchülerInnen eingeschrieben. Die Familien schätzen die EPA als einen Ort, an dem sich ihre Kinder wohlfühlen, gefördert werden und Freundschaften schließen. Für einige LehrerInnen ist ihre Arbeit in unserer Schule momentan die einzige Einkommensquelle, da andere selbstständige Tätigkeiten als MusikerInnen oder DozentInnen bei Universitäten oder öffentlichen Schulen seit Beginn der Proteste gar nicht oder nur unregelmäßig stattfinden.

Die Corporación Cultural CREARTE hat in diesem Jahr wieder die Finanzierung durch das chilenische Kultusministerium beantragt, die wir im letzten Jahren verloren hatten. Wegen der Proteste mussten wir lange auf eine Antwort warten, aber vor zwei Tagen bekamen wir endlich die positive Nachricht, dass das Projekt bewilligt wurde. Wir werden also im neuen Jahr ca. 100.000 Euros für das laufende Programm der EPA sicher haben. Zusammen mit den Spenden und Patenschaften aus Chile, Deutschland und Luxemburg werden wir jetzt also einen vernünftigen Haushalt für das neue Jahr aufstellen können. Eduardo und ich werden vom 10.12.19 bis 29.01.20 dafür vor Ort sein. Wir sind gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit der chilenischen Regierung im Kontext der politischen Unruhen gestalten wird. Auf jeden Fall ist es angesichts der Menschenrechtsverletzungen und der schwierigen, ungeklärten gesamtgesellschaftlichen Situation weiterhin wichtig, auf die Unterstützung von Privatpersonen und zivilen Organisationen im In- und Ausland bauen zu können und Netzwerke über die Landesgrenzen hinaus zu pflegen.


Besuch in Luxemburg

Vom 11. bis 13. Oktober waren Eduardo und ich zu Besuch in Luxemburg. Wir hatten Gelegenheit, uns mit dem Leitungsteam der Musikschule Echternach zu treffen und konkrete Ideen für den weiteren Austausch zu entwickeln. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Musikschule ihr diesjähriges Weihnachtskonzert zugunsten der EPA ausrichten wird.
Wir trafen uns mit Roby Biwer von der Organisation „Beetebuerg helleft“, die seit vielen Jahren die soziale Arbeit in der Musik- schule fördert und berichteten ihm von den aktuellen Entwicklungen im Projekt und in Chile. Mit den Mitgliedern von “Niños de la Tierra“ (siehe Foto) hatten wir einen ausführlichen

Austausch. Als Duo Manzanar gaben wir ein Haus-konzert bei dem Musiker Camile Kerger, bei dem 285 Euro
Erlös für die Escuela Popular de Artes zusammen-kamen. Zunächst waren im laufenden Schuljahr 2019 keine Mittel für die Ensemblearbeit übrig. Dank einer privaten Spende aus Luxemburg kann die Arbeit des lateinamerikanischen Orchesters nun wieder aufgenommen werden.

In eigener Sache

Es war ein ereignisreiches Jahr, in dem unser Verein diverse Veranstaltungen organisiert und neue Kontakte geknüpft hat. Wir freuen uns, neue PatInnen in unserem Unterstützerkreis begrüßen zu können. Unter anderen hat der Rotary Club Westerwald in 2019 drei Patenschaften finanziert. Und über die Betterplace Spendenaktion zu meinem Geburtstag im Dezember letzten Jahres konnten weitere 4 Plätze ermöglicht werden. Für die schon seit langem bestehenden Patenschaften und alle in diesem Jahr erhaltenen Spenden möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei jedem Einzelnen bedanken. Insgesamt wurden in diesem Jahr 40 Plätze für Kinder und Jugendliche in der EPA über Patenschaften finanziert. Hinzu kamen diverse Spenden und Einnahmen aus Benefizkonzerten. So konnten wir in 2019 zusammen mit unseren befreundeten UnterstützerInnen in Luxemburg insgesamt 49.501 Euros an die EPA in Chile überweisen.

Ohne diese Unterstützung und die des Ensembles Salut Salon hätte das Projekt in diesem Jahr seine Arbeit nicht weiterführen können.

Am 5.5.2019 fand die diesjährige Mitgliederversammlung unseres Fördervereins CREARTE e.V. in Birken-Honigsessen statt. Wir begrüßen Andrea Maaß-Gerhartz als neues Vereinsmitglied und bedanken uns auch für die Mitwirkung unserer Gäste Carmen Kuzugüdenlioglu und Elke Scheiner bei dem konstruktiven Treffen.

Unsere nächste Mitgliederversammlung wird
am 10.05.2020 um 11 Uhr – wieder in 57587
Birken-Honigsessen, Hauptstr. 21 – stattfinden.

Eduardo und ich haben das ganze Jahr über wieder viele Workshops und Bildungsveranstaltungen rund um die Themen „Musik als Lebenschance“, „Wald als Ressource“ und „Kinder- / Jugendrechte und nachhaltige Entwicklung“ als ReferentInnen für Globales Lernen im Programm Bildung trifft Entwicklung durchgeführt. Das Kindermusical „Auf Abenteuerreise in Chile“ haben wir in verschiedenen Kindergärten aufgeführt und es sind tolle Wandbilder entstanden, u.a. bei der Ferienspaßaktion der Stadt Mettmann und der Gesamtschule Köln-Mülheim.

Am 9. August 2019 war die renommierte chilenische Rockformation TRYO, in der zwei Lehrer der EPA mitspielen, in Birken-Honigsessen zu Besuch und gaben zusammen mit der Wissener Band Soulmatic ein Benefizkonzert zugunsten der EPA in Alsdorf, bei dem 1808 Euros an Erlös eingespielt wurden. Das Publikum war begeistert und für unseren Verein war es eine sehr öffentlichkeitswirksame Aktion.
Zwar nicht als Benefizveranstaltung organisiert, aber auch sehr öffentlichkeitswirksam (- es waren sogar Fans aus Heidelberg angereist -) und vor allem eine Gelegenheit des Austauschs und Wiedersehens mit UnterstützerInnen und Vereinsmitgliedern war das Konzert mit der momentan sehr erfolgreichen chilenischen Liedersängerin Evelyn Cornejo und ihrem Partner Manolo Pez am 11. September im Centro Machado in Köln aus Anlass des Jahrestages des Militärputsches in Chile.

In demselben Kulturzentrum gaben Eduardo und ich am 20. November ein Konzert als Duo Manzanar und berichteten bei der Gelegenheit über die Arbeit der EPA. Dabei wurden 181 Euros für die Schule gespendet und zwei Mitglieder des „Coro Canto“ (s.o.) entschieden sich, eine laufende Patenschaft für einen Platz in der EPA zu übernehmen. Vielen Dank dafür! Bitte schon einmal vormerken: Vom 16. bis 19. Juli 2020 wird der Chor „Madrigalistas de Valparaíso” (https://www.youtube.com/channel/UCyIH_OZPHixnAQEcp9YscXw) unser Gast sein und am 18.7. ein Benefizkonzert für die EPA in der Thomaskirche in Köln geben. Vorab wird es ein Probenwochenende mit dem ehemaligen Chorprojekt „Coro Canto“ geben, um ein paar Lieder einzustudieren, die mit den chilenischen SängerInnen gemeinsam aufgeführt werden sollen. Jeder der/die mit- singen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Es wird beizeiten nochmal eine genauere Veranstaltungsinfo dazu geben.

Ich wünsche Ihnen / euch allen ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start im neuen Jahr.


Michaela Weyand
Vorsitzende Förderverein CREARTE e.V.

DIE MAPUCHE ORGANISATIONEN UND IHRE VERBINDUNG ZUM SOZIALEN AUFBEGEHREN IN CHILE

Im Oktober dieses Jahres wird das Szenario in Chile gewaltsam verändert, ein Prozess des weitverbreiteten Protests wird ausgelöst, der sichtbar macht, was viele Jahre lang von den verschiedenen Regierungen seit dem Ende der Diktatur unmöglich gemacht wurde.
In einer Zeitspanne von ein paar Stunden entstand eine Situation, die ein Chile zeigte das anders war als das, das kommunikativ bekannt war. Aus einem Land, das als die wohlhabendste und stabilste Nation Lateinamerikas gilt, mit „ununterbrochener Demokratie“ seit dem friedlichen Fall Pinochets. Äußerlich gilt Chile als Verkörperung einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik, die während der Diktatur von Ökonomen installiert wurde die an der Universität von Chicago ausgebildet wurden. Diese haben unter anderem das Rentensystem in ein vom Staat überwachtes privates Pensionsregime umgewandelt, ein Aspekt, der für andere Länder in der Region zu einem Vorbild geworden ist, da er ihnen eine ständige Anhäufung von Kapital ermöglicht. Eine Situation, die heute als eine der umstrittensten auf der Liste der sozialen Forderungen des Volksaufstandes erscheint.
Das gleiche Bild eines solventen, stabilen, demokratischen Landes macht es schwer vorstellbar, dass ein jugendlicher Protest gegen die Erhöhung der Tarife im öffentlichen Transport in der Hauptstadt einen Prozess ausgelöst haben könnte, der so stark ist, dass er alles, was eingedämmt war, ins Rampenlicht stellte: Von der Regierung eines Landes, das 30 Jahre lang einen erfolgreichen Status hatte, die Gültigkeit einer großen Anzahl sozioökonomischer Forderungen anzuerkennen, z.B. Einkommen, Renten und das Gesundheitswesen zu verbessern.
Angesichts der schwierigen Situation, die im ganzen Land sichtbar geworden ist, blieben die indigenen Organisationen, die Mapuche in diesem Fall, zunächst nur Zuschauer. Nachdem sie die nationalen Umstände analysiert hatten, beschlossen sie jedoch, sich dem nationalen Protestprozess anzuschließen und ihre Position öffentlich zu machen.

Während der verschiedenen Proteste der Mapuche werden mehrere Symbole spanischer Persönlichkeiten aus der Zeit der Eroberung und Invasion des Mapuche-Territoriums zerstört

Es ist klar, dass die langjährigen aber unerfüllten Forderungen der indigenen Völker, insbesondere der Mapuche, an die Regierung nun angesichts der gegenwärtigen Umstände eine Schlüsselstellung eingenommen hat. Eine „kosmetische Lösung“ wie sie die Regierung vorschlug, kommt nicht in Frage. Nur eine grundlegende Verfassungsänderung kann definitiv zu einem anderen Verhältnis der Indigenen zum Staat führen. Verpflichtungen, die schon bei der Rückkehr zur Demokratie eingegangen wurden stecken seit Jahren fest: Nationaler Rat der indigenen Völker, Verfassungsanerkennung, Ministerium für indigene Völker unter vielen anderen.
Die Mapuche-Organisationen sandten schon vor Monaten ein starkes Warnsignal an die Regierung indem sie die Konsultationen beendeten, dies nach zwei Ereignissen, an denen die derzeitige Regierung ihre Verantwortung nicht zugeben wollte. Einerseits der Mord an dem Mapuche-Aktivisten Camilo Catrillanca durch Einsatzkräfte der Polizei und andererseits der irreguläre Kauf von Mapuche-Land, das in der Region durch den beigeordneten Staatssekretär im Innenministerium Rodrigo Ubilla getätigt wurde.
Chile versteht nun besser die Brutalität, mit der der Staat handeln kann. Die Repressionshandlungen, die Verletzung der Menschenrechte vor den Augen der ganzen Welt, massiver Polizeiaufmarsch, der Druck auf Beamte, ihre Arbeit nicht auszuführen erinnern an Zeiten der Diktatur; der Schleier ist gefallen und das wahre Gesicht der Macht hat sich gezeigt. Solche Situationen erleben die Mapuche-Organisationen seit vielen Jahren, wenn sie ihre Rechte einklagen werden sie als „Terroristen“ abgestempelt und mit der ganzen Macht des Polizeiapparats unterdrückt.
Wie wir bereits sagten, haben sich die Mapuche-Gemeinschaften diesem Prozess der Ablehnung unangebrachter politischen Entscheidungen im Land seit vielen Jahren verschrieben, indem sie dies auf organisierte Weise tun und eine interessante Reflexionsfähigkeit unter Beweis stellen. Die Situation gegen die das chilenische Volk sich zu diesem Zeitpunkt auflehnt, ist eine Realität, unter der sie schon lange leiden.

Manifestanten stürzen und zerstören die Statue von Pedro de Valdivia in Temuca

Hier offenbart sich die historische Wahrheit: Wenn Menschen ihre Angst vor der Staatsmacht verlieren, die sie selbst demütigte, wenn sie erkennen, dass die Würde der Person und des Volkes mehr ist als ein mageres Gehalt, finanzielle Unterstützung oder eine zentral erzeugte Agrarsubvention, an diesem Punkt fordern die Menschen ihre Rechte ein und verlangen einen echten Gesellschaftsvertrag, um nicht mehr Bürger zweiter Klasse zu sein, sondern als Person und als Volk anerkannt zu werden.
Heute wird Präsident Piñera nicht nur von Mapuche-Führern herausgefordert, sondern von einem Land im Allgemeinen. Und es ist nicht nur seine Regierung, es ist der Staat als Ganzes, der in Frage gestellt wird, weil er das Werkzeug par excellence war, um eine Struktur der sozialen Ungleichheit aufrechtzuerhalten, welche die Ausbeutung der Menschen durch nationale und ausländische Unternehmen ermöglichte, verbunden mit dem Raubbau an natürlichen Ressourcen wie im Falle von La Araucanía.
Die ursprünglichen Völker, insbesondere die Mapuche, sind sich bewusst, dass sie sich nicht weiter innerhalb des chilenischen Volkes assimilieren können, was Homogenität zu einer vermeintlichen Tugend macht. Aber es ist auch klar, dass neben der offensichtlichen Tatsache, soziale Räume zu teilen, zwischen dem chilenischen Volk und den ursprünglichen Völkern, die sie vereinen müssen, um die gleiche verfassungsmäßige Ordnung zu teilen. Ein interessantes Beispiel für die Erkenntnis, dass diejenigen, die die Mapuche unterdrückt und missbraucht haben, dieselben sind, welche alle Chilenen missbraucht haben, ist die Anwesenheit der Mapuche-Flagge in allen Erscheinungsformen dieses chilenischen Erwachens.
Die meisten strukturellen Veränderungen, die für das Land notwendig sind, kollidieren mit der aktuellen Verfassung z.B. die verfassungsmäßige Anerkennung der indigenen Völker mit dem Prinzip der eindeutigen Nationalität. In einer neuen Verfassung, wie sie in einem kürzlich unterzeichneten nationalen Abkommen vorgesehen ist, würde sie Fortschritte in Richtung Pluralität ermöglichen. Dies würde eine Änderung eines Großteils der bestehenden Vorschriften erfordern, was dazu führen würde, dass viele Ressourcen des Landes als Menschenrechte angesehen würden: Wasser und Umwelt unter anderen. Auch der Aufbau von Organisationsformen, die die Stimme jedes Volkes bindend berücksichtigen, würde bedeuten, dass das, was ein Volk billigt, auch erfüllt wird.
Die Mapuche haben in ihren Demonstrationen darauf hingewiesen, dass sie an eine Schicksalsgemeinschaft mit dem chilenischen Volk glauben, anerkannt, nicht als Untergebene und Ausgeschlossene, sondern als solidarische Partner in einem multikulturellen Prozess.

Mehr als 7000 Personen bei Mapuche-Marsch

Heute wird die Möglichkeit eröffnet, aus der Horizontalität der Strukturen auszubrechen, von unten den Dialog zwischen den Kulturen zu schaffen. Es werden Pakte geschlossen, die den Chilenen und indigenen Völkern bei der Entwicklung jedes Einzelnen zu Nutzen kommen. Heute gibt uns die von den indigenen Organisationen vorgeschlagene Territorialität Kriterien der Verantwortung auf der intra-, generationeninternen und interkulturellen Ebene. Im Kern geht es darum, wie wir das Zusammenleben zwischen den Gesellschaften für die Zukunft aufbauen, und sogar, wie wir mit unserer Umwelt leben, um mit der Artikulation anderer Territorien voranzukommen, bis wir dem Land eine neue Physionomie gegeben haben.

Roberto Mansilla
Direktor von FUNDECAM, Temuco

UNRUHEN IN CHILE

 

Die Berichterstattung der Medien hierzulande zu den Ereignissen der vergangenen Wochen in Chile war oft ziemlich spärlich und einseitig.

Karoline Mayer von der Stiftung „Cristo Vive“ versucht in einem Interview ein ausführlicheres Bild der Lage zu geben.

 

Unsere lieben Freunde von Cristo Vive Europa, der Schweiz und Luxemburg,

Mit bangem Herzen hoffen wir, dass uns zusammen mit unserem Volk der Aufbruch in eine gerechtere und geschwisterliche Zukunft gelingt.

Daniela Steiner (auf Besuch aus der Schweiz) und unsere Mitarbeiterin in der Öffentlichkeitsarbeit, Annekathrin Erk, hatten die Idee ein Gespräch mit mir zu führen und es aufzuzeichnen.
Es geht um die Hintergründe, die Geschehnisse und einen Ausblick zur sozialen Krise, die wir gerade erleben.

Unter folgendem Link könnt ihr euch bei Youtube das Gespräch anhören.

ES GEHT WEITER IN TIRANI … Unser neues, kofinanziertes Folgeprojekt versucht Nachhaltigkeit zu fördern.

Versammlung der „dirigentes“ in Taquiña Chica

Seit nunmehr bereits 9 Jahren unterstützt Niños de la Tierra asbl (NITI) die Arbeit unseres Partners Fundación Cristo Vive Bolivia (FCVB) in der Randgemeinde Tirani, auf den Anhöhen nördlich von Cochabamba. Diese Gemeinschaften leiden besonders unter folgenden Problemen: hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Löhne und schlechte Ausbildung, Alkoholismus und häusliche Gewalt, schlechte schulische Infrastruktur und fehlende Betreuung der Kleinkinder, schlechte schulische Bildung der Frauen (welche jedoch die Hauptlast der Erziehung der Kinder tragen, meist ohne deren Väter).

Provisorische Kinderbetreuung in Taquiña Chica

Um dieser Problematik Herr zu werden, hat die FCVB seit Jahren begonnen, in die Betreuung der Kleinkinder zu investieren, die Mütter «mit ins Boot zu nehmen» durch eine Ausbildung als Erzieherinnen in dem Kinderhort «Ch’askalla» (von NITI 2011 finanziert), sowie die Einnahmen der Familien zu erhöhen durch kleine Agrikulturprojekte. Wir verweisen hier auf unsere Berichte im INFO 2/18 sowie INFO 4/18.

Bereits am Ende unseres zweiten Projektes in Tirani (2018) war sowohl uns selbst als auch der FCVB bewusst, dass, wenn man langfristig etwas «Nachhaltiges» erreichen wollte, es nicht weitergehen konnte mit einer «Dauerfinanzierung» aus Europa. Auch verlangen die jetzigen Kriterien unseres Entwicklungshilfeministeriums (zur Kofinanzierung eines Projektes), dass dieses langfristig «nachhaltig» sein muss. Nun kann man natürlich argumentieren, dass die pädagogische Betreuung der Kinder und Jugendlichen Sache des jeweiligen Staates ist, was ja auch eigentlich stimmt. Jedoch muss dann auch der betreffende Staat im Stande sein, Strukturen und Gelder zur Verfügung zu stellen, um dies zu verwirklichen.

Nun denn: Allen etwaigen negativen Aspekten zum Trotz, welche die jetzt schon länger währende Amtszeit von Evo Morales betreffen, muss man dem bolivianischen Präsidenten zugute halten, dass sehr viel getan wurde, um die Grundrechte der Bolivianer zu fördern. Dies trifft besonders auf das Recht auf Bildung zu. Auch im Bereich der Frühförderung der Kleinkinder tut sich was in Bolivien.

Dieser Umstand hat uns und der FCVB geholfen, neue Wege zu gehen in der Betreuung der Kleinsten in Tirani. In der Tat haben die FCVB und NITI schon vor dem Ende des vorigen Projektes beschlossen, die Personalkosten der Erzieherinnen und Köchinnen des Kindergartens Tirani durch bolivianische «Boni» (= Monatszuschüsse) zu finanzieren und nicht mehr durch bezuschusste Gelder: Dies führte natürlich zu Unzufriedenheit und Protest, da bis dato alle Angestellten in Tirani nicht nur ihre Ausbildung, sondern auch ihre Monatslöhne durch das Projekt (von NITI) bezahlt bekamen. Allerdings war für uns klar, dass, wenn wir in Zukunft nachhaltig weiterfahren wollten mit der Kinderbetreuung, lediglich diese neue Finanzierungsstrategie möglich war. Anfangs waren die Einbußen für die betroffenen Erzieherinnen erheblich. Allerdings wissen wir seit kurzem, dass die «Boni» substantiell erhöht wurden und so ein guter Ausgleich gefunden wurde.

Aus diesen Notwendigkeiten heraus, und in Anbetracht des großen Anklangs des Kinderhorts in Tirani (die Nebengemeinden Andrada und Taquiña Chica wollten ebenfalls eine solche Kinderbetreuung !), haben die FCVB und NITI dann Ende 2018 beschlossen, ein neues Projekt zu erarbeiten, zwecks Kofinanzierung durch das luxemburgische Kooperationsministerium.

Befragung der Einwohner von Taquiña Chica

 

Die Gruppe der interessierten Frauen aus Andrada

Das neue Projekt hat nun folgende Eckdaten, welche sich voll in die luxemburgische Entwicklungszusammenarbeit einfügen, und auch deshalb zur Kofinanzierung angenommen wurden:

Hauptzielsetzung ist die Verbesserung der Lebensumstände («Vivir Bien») in den Gemeinschaften Tirani, Taquiña Chica und Andrada.

Dies geschieht durch die spezifischen Zielsetzungen:
1. Nachhaltige qualitativ hohe Kinderbetreuung der Kleinkinder unter 5 Jahren;
2. Verbesserung der Einkünfte der Familien ;
3. Stärkung der Verwaltungskompetenzen und der sozialen Kontrollmechanismen der Gemeinschaften.

Um diese Zielsetzungen zu erreichen, müssen die Strukturen in Tirani (wo ja schon ein gut funktionierender Kinderhort besteht) gefestigt werden, neue Kindergärten in Andrada und Taquiña Chica geschaffen werden. Wenigstens 16 Personen aus den jeweiligen Communidades sollen zu Erzieherinnen respektiv Köchinnen ausgebildet werden. Die 3 Gemeinschaften müssen begleitet und gestärkt werden, da sie ja ab jetzt die alleinige Verantwortung «ihrer» Kindergärten gegenüber den öffentlichen Instanzen haben. Die Eltern, besonders die Frauen werden über die Elternschulen mit in die Verantwortung genommen und schlussendlich werden auch noch ihre Einkünfte erhöht werden.

Schulung der Elterngruppe in Andrada

So sieht denn auch das neue Projekt die Betreuung von 190 Kindern in den 3 Strukturen vor. Die Kleinen werden nicht nur liebevoll und «holistisch-integral» betreut, sondern erhalten auch eine gesunde Ernährung sowie eine Basisgesundheitsversorgung im Centro de Salud in Tirani. An die 200 Familien sollen für die Betreuung ihrer Kinder sensibilisiert sowie ca. 16 Frauen als Erzieherinnen ausgebildet werden. Wenigstens 60 Familien sollen im Laufe des Projektes ihre Einkünfte – im Agrikulturbereich sowie im Verkauf von selbstgebackenem Brot – verbessern.

Technische Beratung durch die Agronomin

Atelier für die Zubereitung von Milchprodukten

20 Verantwortliche der Sindicatos Agrarios sollen in Punkto Kompetenzen im öffentlichen Bereich geschult werden.

Damit das ganze Projekt auch zukünftig auf soliden Beinen steht, muss die FCVB (mit ihrem eingespielten Team) auch weiter intensiv begleitend und beratend zur Seite stehen. Nur durch diese «aktive Begleitung», so glauben wir und die FCVB, wird dieses sehr schöne und zukunftsorientierte Projekt wirklich «nachhaltig», im Sinne von «sich selbst tragend und überlebensfähig».

Unser Ministerium hat sich unserer Sicht der Dinge angeschlossen und kofinanziert dieses Folgeprojekt (2019 – 2022) zu 60 % (= neue Kriterien der luxemburgischen Entwicklungshilfe).

Das gesamte Projekt beläuft sich auf 324.058,60 Euro, wovon NITI 129.623,44 Euro tragen muss. Wir sind also auch in Zukunft auf Ihre Spenden angewiesen und glauben, mit diesem Projekt sehr nahe bei den Leuten zu sein und gleichzeitig deren Selbstverantwortung zu fördern.

Jean-Paul Hammerel

COMPTE RENDU DE LA 32e ASSEMBLÉE GÉNÉRALE DE NIÑOS DE LA TIERRA a.s.b.l. (anc. CHILES KINDER a.s.b.l.) 26 mars 2019

1. ALLOCUTION DU PRÉSIDENT

Monsieur Marco Hoffmann souhaite la bienvenue à 35 personnes parmi lesquelles Monsieur Laurent Zeimet, bourgmestre ; Madame Josée Lorsché, échevine; Messieurs Claude Fournel, Guy Frantzen, Patrick Hutmacher et Jean-Marie Jans, conseillers; Monsieur Fernand Huberty, vice-président de « Beetebuerg hëlleft ».
(excusés: Madame Christine Doerner, échevine; Monsieur Gusty Graas, échevin; Monsieur Roby Biwer, conseiller; Madame Sylvie Jansa, conseillère; Tania et Guy Mangen-Carrier, collaborateurs.)

Le président parle d’une année de transition 2018 : festivités 30e anniversaire en 2017 – travail en 2018 avec nouvelle réglementation pour la soumission des projets auprès du ministère – maximum 4 projets par an. Année de transition également au niveau du poste de permanent: Kim Nommesch s’est décidée de faire partie du conseil d’administration. Le travail de projet intense est désormais assuré par notre nouveau permanent : Carmen Albers. Tous ces changements exigent –après un voyage de projet en 2018- un autre voyage en 2019.

Le président pense aussi à son fils David rentré en juillet 2018 après une année inoubliable de volontariat au Chili, et parle de reconnaissance des parents pour le soutien. Marco Hoffmann remercie les dirigeants politiques et les services communaux de la Commune de Bettembourg de l’aide financière et logistique ainsi que « Beetebuerg hëlleft » de l’appui financier régulier pour divers projets. Il remercie également les membres du Conseil d’administration, et souligne le bon travail réalisé dans les sous-groupes « projets et public relations », dans le domaine du secrétariat et comptabilité-finances. Un grand Merci à tous les donateurs qui permettent à l’ONG de réaliser chaque année des projets pour une somme de plus de 500’000€.

Le président fait penser à Jean Wagner, décédé à l’âge de 69 ans. Il fut cofondateur de notre ONG et était membre du conseil d’administration pendant plusieurs années. Il demande à l’assemblée de se lever et d’observer une minute de silence.

2. APPROBATION DU PROCES-VERBAL DE L’ASSEMBLEE GENERALE 2018
Approbation du rapport par applaudissement.

3. RAPPORT D’ACTIVITÉ présenté sous forme de slideshow par Rose Ludwig-Bohler, secrétaire.

4. RAPPORT FINANCIER présenté par Jean-Paul Hammerel, trésorier.
Il remarque que chaque don est investi dans les projets. Un subside est accordé par «Beetebuerg hëlleft», «Diddeleng hëlleft», la commune de Beckerich, les communes de Bettembourg et Echternach (subside pour la visite des élèves de l’EPA).

Monsieur Hammerel donne des explications sur les projets cofinancés par l’Etat et sur les projets non cofinancés, de même que sur le cofinancement des projets par le ministère.

Un examen des comptes annuels a été effectué par la Fiduciaire Kohn Révision sarl. Une comptabilité double est demandée par le Ministère pour toutes les ONG qui touchent plus de 100’000€ par an pour les projets.

5. Madame Michèle Biwer et Madame Lolo Reding, REVISEURS DE CAISSE, ont contrôlé les bilans. Elles félicitent le trésorier de la bonne tenue des finances et prient l’assemblée de lui donner décharge.

6. Par applaudissement le rapport de caisse et le rapport d’activité sont approuvés par l’assemblée.

7. Les mêmes REVISEURS DE CAISSE Mesdames Michèle Biwer–Erpelding et Lolo Reding sont désignées par l’Assemblée pour l’année 2019.

8. La COTISATION (10 €) reste inchangée.

9/10. Le chef de PROJETS Jean-Paul Hammerel donne des explications sur les projets actuels et futurs. Il espère que le nouveau projet « Tirani III » sera accepté pour cofinancement par le ministère fin du mois de mars.
Ensuite il fait un reportage-photo sur le voyage de projets en Bolivie en avril 2018 : voyage pour explorer la situation avec nos partenaires sur place.

11. DIVERS
Monsieur Laurent Zeimet, bourgmestre, prend la parole et remarque que la présence d’un si grand nombre de conseillers montre que le conseil communal est solidaire avec l’ONG « Niños de la Tierra » qui établit un pont entre le conseil et les peuples en Amérique du Sud. Les membres du conseil font preuve de solidarité en travaillant avec ceux qui ont besoin d’aide.
Le bourgmestre remercie l’ONG qui, depuis plus de 30 ans, porte une image positive dans le monde. Il explique que « Beetebuerg hëlleft » fêtera son 30e anniversaire le 22 octobre 2019 dans la salle de fêtes du Château de Bettembourg, Niños de la Tierra faisant aussi partie de Bh. Pendant le « Wantermaart », on envisage de sensibiliser les gens lors d’une action de solidarité. Monsieur Zeimet affirme que l’ONG a laissé des traces pas seulement en construisant des bâtiments, mais en touchant le cœur de ceux qui profitent de notre aide.

La soirée se termine par un pot de l’amitié offert par Niños de la Tierra.


Le CONSEIL D’ADMINISTRATION a été élu pour deux ans en mars 2018, il est au nombre de 15. Répartition des charges du conseil d’administration dans la réunion du 5 avril 2019:
Marco Hoffmann (président), Gaby Stoos (vice-présidente), Rose Ludwig-Bohler (secrétaire), Jean-Paul Hammerel (trésorier), Georges Ludwig (trésorier adjoint),
Julie Kipgen, Marie-José Kohn-Goedert, Marcel Kohn, Kim Nommesch, Michel Schaack, Fernande Schaack-Rasquin, Axel Schneidenbach, Claude Schweich, Yvette Schweich-Lux, Gaby Wewer (membres)


Carmen Albers, permanent de notre ONG depuis août 2018.
Collaborateurs réguliers :
Ruth Hoffmann-Muhlpfordt, Tania Mangen-Carier, Guy Mangen, Claire Zimmer

Rose Ludwig-Bohler avril 2019

Aufführung des CANTO GENERAL von Pablo Neruda

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wird der Groβe Gesang von Chiles bedeutendem Dichter Pablo Neruda (1904-1973) Ende Juni 2019 hierzulande aufgeführt.
In den 15.000 Versen des Canto General deutet Neruda Wesen und Geschichte des südamerikanischen Kontinents von der Vorzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Er klagt die Unterdrücker Südamerikas an. Er steht an der Seite der Armen, beschreibt aber auch die unglaublichen Reichtümer dieses Kontinents. Sein Epos ist auch eine Hymne auf die Ureinwohner Chiles. Vom griechischen Komponisten Mikis Theodorakis vertont, wird der Groβe Gesang zu einem Welterfolg.
Pablo Neruda war ein unermüdlicher Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Als Mitglied der kommunistischen Partei hatte er die entsetzlichen Lebensbedingungen in den Minen und Arbeitslagern in Nordchile kennengelernt. Demzufolge machte er sich zum Anwalt der Menschen “ohne Schule und ohne Schuhe“, wie er in seiner Autobiographie „Ich bekenne, ich habe gelebt“ schreibt.
Mikis Theodorakis, Jahrgang 1925, gilt als der berühmteste griechische Musiker des 20. Jahrhunderts. Er hat Kantaten und Oratorien, Symphonien, Kammer-und Filmmusik geschrieben.
Die bekannten Luxemburger Chöre Ambitus und Eurocantica haben sich vereint, um dieses monumentale Werk in wesentlichen Auszügen aufzuführen: am 29. Juni 2019 um 20 Uhr im Trifolion in Echternach und am 30. Juni 2019 um 17.00 Uhr im Artikuss von Zolwer. Weitere Details entnehmen Sie der Presse.
Michel Schaack

Rückblick auf das Jahr 2018

Verwaltung von Niños de la Tierra

Nach der Neuaufnahme von Kim Nommesch in den „Conseil d’administration“ setzt sich der Verwaltungsrat nach der Generalversammlung vom 20. März aus 15 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. Diese berieten sich in 12 Monatsversammlungen, sowie in der alljährlichen Klausur (Reflexionstag über die Zukunft unserer ONG, über unserer Projekte und die Zusammenarbeit mit unseren Partnern) am 27. Januar 2018. Die Arbeitsgruppen für Projekte, Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligen-Engagement und Buchhaltung trafen sich insgesamt 9 mal.

Am 1. August gab Kim Nommesch die Aufgabe als „Permanent“ an Carmen Albers ab. Diese ist somit unabhängige Mitarbeiterin unserer ONG und als solche zuständig für die Projektarbeit. Kim half ihr bei der Projektarbeit bis zum Ablaufen ihres Kontraktes im November.

Verwaltungsrat

Unser Verwaltungsrat besteht aus:
Jean-Paul Hammerel (Fennange), Marco Hoffmann (Consdorf), Julie Kipgen (Bettembourg), Marie-José Kohn-Goedert und Marcel Kohn (Bettembourg), Rose Ludwig-Bohler und Georges Ludwig (Bettembourg), Kim Nommesch (Esch-Alzette), Fernande Schaack-Rasquin und Michel Schaack (Crauthem), Axel Schneidenbach (Dudelange), Yvette Schweich-Lux und Claude Schweich (Bettembourg), Gaby Stoos (Bettembourg), Gaby Wewer (Bettembourg).

Ständige Mitarbeiter/Innen: Ruth Hoffmann-Muhlpfordt (Consdorf), Tania Mangen-Carier und Guy Mangen (Mamer), Claire Zimmer (Bettemburg)

Gemäß den Statuten unserer ONG wurden die Posten im Verwaltungsrat in der ersten Sitzung nach der Generalversammlung verteilt: Präsident: Marco Hoffmann; Vizepräsidentin: Gaby Stoos; Sekretärin: Rose Ludwig-Bohler; Kassenwart: Jean-Paul Hammerel; Hilfskassenwart: Georges Ludwig.
Ehrenpräsidenten sind Michel Schaack und Claude Schweich

„Niños de la Tierra“ ist Mitglied im „Cercle de coopération des ONGD“ (Mitbegründer) und bei Fairtrade Lëtzebuerg. Vertreten sind wir auch bei Beetebuerg hëlleft (Mitbegründer).

Freundschaftlich verbunden sind wir mit den deutschen Organisationen Cristo Vive Europa (www.cristovive.de) und Crearte e.V./EPA (www.crearte-epa.org).

Öffentlichkeitsarbeit

Unser Mitteilungsblatt INFO erscheint viermal im Jahr in einer Auflage von 1300 Exemplaren. Per Post/Mail verschickt, erlaubt es uns, unsere Sympathisanten über unsere Projekte auf dem Laufenden zu halten, und wichtige Nachrichten über unsere Zielländer Bolivien, Chile und Peru zu vermitteln.

Unsere Homepage www.niti.lu wird koordiniert von Marcel Kohn: neben allen wichtigen Informationen über unsere ONG kann man auch die PDF-Ausgaben unserer INFOblätter abrufen.

Auch auf Facebook sind wir vertreten; Julie Kipgen verwaltet unsere Seite Niños de la Tierra Asbl.

Öffentliche Schecküberreichungen

  • CAPE Ettelbruck : Lions Club und Club fifty one (08.01.)
  • Esch/Alzette  Lycée Hubert Clement : Erlös vom Weihnachtsmarkt für den Teatrobus (11.05.18)
  • Diddeleng hëlleft: für unser Projekt Korihuma (20.06.18)
Schecküberreichung im Lycée Hubert Clement Esch-Alzette

Vorstellen unserer ONG und unserer Projekte

  • im März in einer PowerPoint Show beim Vorstand von „Diddeleng hëlleft“
  • im April wurde unsere ONG auf einer ganzen Seite des Supportermagazins „Rugby Roude Léiw“ vorgestellt

Präsenz der Mitglieder von Niños de la Tierra

Während des Jahres 2018 war unsere Organisation vertreten bei :

  • Generalversammlung Beetebuerg hëlleft (16.02.)
  • Generalversammlung Cercle des ONG(27.03.)
  • Informationsversammlung zur „Journée MeYouZik“ in Kehlen(14.05.) Informationsversammlung „Règlement général sur la protection des données“ (04.06.)
  • Generalversammlung Diddeleng hëlleft (20.06.)
  • Fête de l’amitié in Bettemburg (22.06.)
  • Versammlung mit Sara Anjo (Ministère des affaires étrangères et de la Coopération zum „Appel à propositions“ (22.06.)
  • Stand beim „Marché du monde“ in Düdelingen (01.07.)
  • Stand bei der „Journée MeYouZik“ in Luxemburg (15.08.)
  • Generalversammlung Fairtrade (29.05.)
  • Journée Commémorative in Bettemburg (07.10)
  • „Mittagessen Fraen a Mammen“ Weiler-la-Tour (07.10.)
  • Cercle des ONG: définition de la stratégie du Cercle (13.10.)
  • Faire Kaffi (21.10.)
  • „30 Joer Guiden a Scouten“ in Niederanven  (24.11.)
  • Versammlung Beetebuerg hëlleft (03.12.)
Unser Stand beim „Marché du Monde“ in Düdelingen

Niños de la Tierra im Ausland

Vom 11. – 26. April war eine Delegation von Niños de la Tierra auf Projektreise bei unseren Partnern in Bolivien. Neben Besichtigungen unserer Projekte und Unterredungen mit unseren Partnern vor Ort, stand auch die Einweihung des Anbaus der Schule in Korihuma auf dem Programm: der Neubau wurde von unserer ONG finanziert.

Am 26. Juni vertraten Fernande und Michel Schaack unsere ONG in Mainz, als Dr. Annemarie Hofer geehrt wurde.

Besuch von Partnern

2018 haben uns folgende Partner besucht:

  • Michaela Weyand und Eduardo Cisternas, Hauptverantwortliche von CREARTE e.V., Förderverein der EPA; (30.04. – 01.05.)
  • Schwester Karoline Mayer, Vorsitzende der Stiftungen Cristo Vive Chile, Bolivien und Peru. Begleitet wurde sie von ihrer Mitschwester Maruja; (21. – 24.05.)
  • Pater Julien Braun von unserer Partnerorganisation „KAIRÓS“ Chile. (07. 09.)

Unsere Freiwilligen

Am 27. Juli kehrte David Hoffmann nach einem Jahr Freiwilligendienst in der Musikschule EPA (Escuela Popular de Artes) im Armenviertel Achupallas Viña del Mar, aus Chile nach Luxemburg zurück.

Auszeichnungen für unsere Partner

Martine Greischer, deren Projekt „Trabajo Digno“ von Niños de la Tierra mitfinanziert wird, hat ihre eigene Stiftung KALLPA gegründet: diese wurde vom bolivianischen Staat anerkannt.

Seit 50 Jahren lebt und arbeitet Schwester Karoline in Chiles Hauptstadt Santiago de Chile. Am 24. Juni wurde ihr unermüdlicher Einsatz für die Bewohner der Armenviertel belohnt: die ehemalige Straße „Las Violetas“ im Stadtteil Recoleta wurde in „Hermana Karoline Mayer“ umbenannt.

Am 26. Juni überreichte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in der Mainzer Staatskanzlei das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Annemarie Hofer. Damit wurde Dr. Hofer für ihre langjährige ehrenamtliche und aufopferungsvolle Tätigkeit für die Ärmsten der Armen in Bolivien geehrt. 1995 hatte Annemarie Hofer mit ein paar Mitarbeitern auf über 4.100 m Höhe begonnen, in der Dorfschule die Kranken zu behandeln, die nie zuvor die Hilfe eines Arztes bekommen hatten. „Niños de la Tierra“ übernahm später die Baukosten für einen Gesundheitsposten auf dem Altiplano.

Verschiedenes

Am 24. März besuchte der Conseil d’administration das „Science Center“ in Differdingen

Rose Ludwig-Bohler, März 2019

Niños de la Tierra a.s.b.l.
invite tous ses donateurs et sympathisants
à son


ASSEMBLÉE GÉNÉRALE ORDINAIRE

mardi le 26 mars 2019 à 20.00 heures
à la Boutique du Monde 42, route de Mondorf Bettembourg
Ordre du jour :

  • allocution du président
  • approbation du procès-verbal de l’assemblée générale 2018
  • rapport d‘activités
  • rapport financier
  • rapport des réviseurs de caisse
  • approbation des rapports
  • désignation des réviseurs de caisse
  • fixation de la cotisation
  • projets actuels et futurs
  • compte rendu du voyage de projets en Bolivie, avril 2018
  • divers
    Un pot de l‘amitié sera offert.
    Le Conseil d’Administration de Niños de la Tierra a.s.b.l.