Patenschaftsbericht für Niños de la Tierra a.s.b.l. Luxemburg

Viña del Mar, Chile, im Oktober 2016

 (Übersetzung aus dem Spanischen: Michaela Weyand)

Dieser Bericht umfasst die Aktivitäten und die Entwicklung der von Ihnen unterstützten Paten- kinder bzw. Jugendlichen im Zeitraum November 2015 bis Oktober 2016. In diesem Zeitraum erhielten 14 Kinder und Jugendliche durch Ihre Patenschaftsbeiträge die Möglichkeit, am Ausbildungsprogramm der EPA teilzunehmen, wobei es zwei Direktpatenschaften und 12

Projektpatenschaften gab.

I.- INFORMATIONEN ZUR PROJEKTENTWICKLUNG UND DEN GEFÖRDERTEN PATENSCHAFTEN

In diesem Jahr haben wir die Zusammenarbeit mit PraktikantInnen des Fachbereichs für soziale Arbeit   weitergeführt,   wodurch   die   fortlaufende   Betreuung   der   Kinder   und   Jugendlichen gewährleistet werden konnte. Die Unterstützung erfolgte insbesondere in den Bereichen der persönlichen Entwicklung, der Ausbildung und der Beziehungen innerhalb der Familie.

Wir konnten verschiedene  Problemlagen  aufarbeiten und Hilfsnetze mobilisieren.  z.B. wurde in Bezug auf die schulische Ausbildung nach Bedarf Beratung und Hilfe geleistet. In Koordination mit anderen Institutionen konnten Stipendien und staatliche Hilfsleistungen in Anspruch genommen werden  wie  z.B.  Fahrtkostenermäßigungen,  Erlass  von  Einschreibegebühren,  sowie  die Beantragung  von Bescheinigungen  und  Dokumenten.  Im  Bereich  der familiären  Unterstützung haben  wir  Monitoring  in  Bezug  auf  Gesundheitsuntersuchungen  geleistet  und  darauf hingearbeitet, dass die Familien die musikalische Ausbildung ihrer Kinder von zuhause aus unterstützen und fördern. Die Anbindung der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien an das Projekt konnte so gestärkt werden, wodurch eine gute Basis geschaffen wurde, um auf Veränderungen   und   Anforderungen   einzugehen,   welche   die   Entwicklung   der   Kinder   und Jugendlichen behindern oder erschweren. Die Sozialarbeiterin der EPA verfügt über eine freie Zeiteinteilung, um den SchülerInnen und ihren Familien nach Bedarf für Beratung und Orientierung zur Seite zu stehen.

Regelmäßig  werden  in jedem  Semester  Elterntreffen  durchgeführt.  Bei diesen  Treffen  geht es darum, die Eltern zu motivieren und sie darin zu begleiten, den Entwicklungsprozess ihrer Kinder bestmöglichst zu fördern. Es werden Themen behandelt, welche die musikalisch-künstlerische, soziale  und schulische  Entwicklung  der Kinder im Familienkontext  betreffen.  Die Familien,  mit denen wir arbeiten, sind überwiegend mit der Absicherung der finanziellen Grundversorgung beschäftigt. Daher ist es manchmal schwierig, ein Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln, die darüber hinausgehen. Wir verstehen aber, dass dies u.U. ein langwieriger Prozess ist.

Durch die Mitwirkung von PraktikantInnen der sozialen Arbeit konnten Hilfestellungen für die Familien unserer SchülerInnen erweitert werden, z.B. in Form von Einzelfallhilfen für Kinder und Jugendliche und ihrer Familien. In Situationen, in denen SchülerInnen vom Unterricht fernblieben, konnten diese den direkten Kontakt zur Familie halten, um eventuelle Probleme aufzudecken und anzugehen. Ebenso fand soziale Gruppenarbeit statt. Neben anderen Themen wurde dabei auch über die Bedeutung der Patenschaften gesprochen. Die Familien sind dankbar für diese Unterstützung.

Zur Begleitung des Entwicklungsprozesses  der geförderten SchülerInnen gehört die Auswertung und Abstimmung mit dem pädagogischen Bereich. Hierzu finden fortlaufend und nach Bedarf Besprechungen des sozialen Bereichs mit den Dozentinnen der künstlerischen Bereiche der EPA in Bezug auf die Situation der einzelnen SchülerInnen statt. Hierbei werden sowohl die Motivation und das Lernverhalten der SchülerInnen wie auch die sozioökonomische Situation der Familien besprochen, insbesondere wenn der oder diejenige SchülerIn einen Stipendienplatz innehat.

In diesem Jahr hat es viele Veranstaltungen gegeben, welche den Ausbildungsprozess der SchülerInnen betreffen und fördern. Im November 2015 wurde im Nationalkongress von Valparaíso ein multidisziplinäres  Musik-Theaterstück  über den Stadtteil Achupallas und die Entstehung des Projektes des EPA aufgeführt. Mit solchen Veranstaltungen wird ein Beitrag zur Integration unserer SchülerInnen  in  die  chilenische  Gesellschaft  geleistet.  Gleichzeitig  ist es eine  Möglichkeit,  die Arbeit der EPA landesweit bekannt zu machen.

Einen Teil der Anstrengungen der EPA bezog sich in diesem Jahr darauf, die Lehrpläne weiter zu aktualisieren sowie Kooperationen zu solchen Schulen im näheren Umfeld zu erweitern oder zu festigen, aus denen SchülerInnen zu uns in die EPA kommen, deren soziale Situation teilweise prekär ist. Zudem haben wir viele Projekte ausgearbeitet und beantragt, die zum Ziel haben, die Anzahl der Stipendien für SchülerInnen und Schüler in den diversen Sparten auszuweiten und die künstlerische Arbeit im Projekt im allgemeinen zu verbessern.

Es ist auch noch erwähnenswert, dass im gesamten Schuljahr 2015/2016 deutsche Freiwillige im

Projekt mitgewirkt haben, zwei von ihnen über das Programm „weltwärts“.

II.-     AKTIVITÄTEN,   BEI  DENEN  DIE  ÜBER   PATENSCHAFTEN   UNTERSTÜTZTEN   KINDER   UND JUGENDLICHE TEILGENOMMEN HABEN

Die SchülerInnen im Patenschaftsprogramm durchlaufen im Prinzip dasselbe Programm wie die anderen Kinder und Jugendlichen im Projekt. Zum Unterrichtsplan gehören – wie bekannt – der Einzelunterricht in einem Instrument, die Teilnahme an einem musikalischen Gruppenangebot (in einem Ensemble, Streichorchester oder im lateinamerikanischen Orchester) und ein Musiktheoriekurs. Dabei werden nicht nur die musikalischen, sondern auch die sozialen und kommunitären Interessen und Fähigkeiten gefördert. Gerade in einem oftmals problembelasteten Umfeld kann die musikalisch-künstlerische Betätigung einen Beitrag zur persönlichen Zufriedenheit und Bereicherung des familiären Miteinanders darstellen.

Im Zeitraum von Oktober 2015 bis Oktober 2016 haben wir unter Einbezug der aktiven Teilhabe der SchüerInnen und Familien diverse kulturelle Veranstaltungen durchgeführt, die u.a. darauf ausgerichtet  waren,  die  Beziehungen  zu anderen  sozialen  Einrichtungen  im Stadtteil  oder  auf

Gemeindeebene  zu stärken. Hierzu gehörten offene Veranstaltungen  auf dem Gelände der EPA sowie Aufführungen außerhalb des Projektes. Diese sind wichtig für die künstlerische Entwicklung und Lernmotivation unserer SchülerInnen. Zu den herausragenden Veranstaltungen im Berichtszeitraum gehören:

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Le projet “Trabajo Digno” – Appui à un travail digne

par Martine Greischer, initiatrice et directrice du projet

En Bolivie, les lois du travail existent et sont bien faites, mais la majorité de la population ne les connaît pas. Pour cette raison, les employeurs proposent souvent de mauvaises conditions de travail et les demandeurs, fréquemment des personnes en désavantage social et à formation scolaire faible, les acceptent. De cette manière, l‘exploitation persiste et les travailleurs restent bloqués dans une situation de pauvreté.

Pour répondre à ce problème, le projet „Trabajo digno – Travail digne“ s’est donné comme objectif de soutenir les personnes en désavantage social à ce qu’ils disposent des outils nécessaires pour obtenir un travail digne dans le respect de leurs droits et des lois existantes. Il fonctionne depuis septembre 2011 à Cochabamba/Bolivie; jusqu’à pré-sent, plus de 1000 bénéficiaires directs ont profité des services du projet.

Maria, notre assistante sociale, aide trois femmes dans la recherche d’un emploi.

Maria, notre assistante sociale, aide trois femmes dans la recherche d’un emploi.

Etant la seule instance au niveau du département de Cochabamba à fournir un appui intégral dans le milieu du travail, le projet touche les cinq domaines suivants:
– Sensibilisation au Droit de Travail
Nous offrons des formations sur différents sujets en relation avec le travail dans des écoles, institutions et organisations intéressées, et nous participons à des foires et autres événements publics. Le but de ces activités est d´informer et de sensibiliser la population de Cochabamba, et de cette façon éradiquer à moyen terme l‘exploitation au travail. En 2016 (janvier à juin), 22 formations ont permis de sensibiliser près de 600 personnes. En même temps, le projet a participé à 5 événements publics touchant plus de 1000 personnes, et à 3 entrevues à la télévision.

– Orientation sur les sujets touchant au travail
Le projet „Travail Digne“ assiste les personnes ayant des questions ou des doutes sur des sujets en relation avec le travail: Les demandeurs reçoivent des conseils individuels et sont formés pour répondre de façon appropriée aux problèmes qu‘ils rencontrent. En cas de litige, notre avocat spécialisé aide l‘employé(e) dans les négociations avec l‘employeur. En 2016 (janvier à juin), il a ainsi conseillé individuellement 114 demandeurs et 40 personnes ont été accompagnées dans des négociations avec leurs patrons.

– Préparation au marché du travail
Toutes les personnes qui s’adressent au projet en recherche d‘un emploi reçoivent une formation en droit du travail, devoirs et comportement correct. Une entrevue personnelle avec notre psychologue aide à définir les compétences et besoins de nos participants. Si nécessaire, le projet fournit un appui psychologique supposé améliorer les chances de trouver un emploi. En 2016 (janvier à juin), 340 personnes se sont inscrites au projet, dont 207 ont participé à la formation. On a compté 184 entrevues / sessions psychologiques individuelles.

Joaquin, notre avocat, explique à des étudiants-électriciens de l’école supérieure de Bella Vista leurs droits sur le lieu du travail.

Joaquin, notre avocat, explique à des étudiants-électriciens de l’école supérieure de Bella Vista leurs droits sur le lieu du travail.

– Appui dans la recherche d’un travail en dépendance
Le projet appuie les personnes qui cherchent un travail garantissant des conditions correctes. Il dispose d‘une plateforme d‘entreprises reconnues qui emploient selon les normes de la loi de travail, ce qui nous permet de proposer des emplois dignes à nos participants. Néanmoins, notre assistante sociale accompagne les demandeurs lors des interviews avec l‘employeur. Durant le premier mois de travail, elle réalise un suivi individuel dans le but de conserver la satisfaction aussi-bien de l‘employeur que de l‘employé(e), et d‘assurer ainsi une relation de travail stable et satisfaisante pour les deux parties. En 2016 (janvier à juin), 112 personnes ont trouvé un travail digne en dépendance grâce au projet „Travail Digne“.

– Appui dans la réalisation d’une indépendance profitable
Depuis mai 2016, le projet appuie des personnes désirant réussir une indépendance profitable, donc un travail digne par eux-mêmes. Les intéressés reçoivent une formation en élaboration de plan d’affaires, calcul de budget et techniques de vente. Notre économiste spécialisé les accompagne de manière individuelle dans toutes les démarches nécessaires et fait le suivi. Ainsi, des personnes non aptes au marché de travail régulier (mères célibataires, personnes majeures, sans expérience au travail en dépendance, à formation scolaire faible) peuvent acquérir un travail digne, satisfaisant et rentable.

Monsieur Demetrio, un Bolivien de 70 ans, vend des cartes prépayées pour le téléphone mobile dans la rue. Grâce aux conseils de notre économiste il réussit à améliorer ses ventes – entre autres grâce au badge que nous lui avons fourni et qui lui sert de légitimation officielle.

Monsieur Demetrio, un Bolivien de 70 ans, vend des cartes prépayées pour le téléphone mobile dans la rue. Grâce aux conseils de notre économiste il réussit à améliorer ses ventes – entre autres grâce au badge que nous lui avons fourni et qui lui sert de légitimation officielle.

Depuis septembre 2011, le projet „Travail Digne“ a été financé par l’ONG luxembourgeoise «Eng Bréck mat Latäinamerika». Ce financement s’est terminé en décembre 2015: Depuis cette date, nous profitons d’un financement de l’ONG «OGBL Solidarité Syndicale», coopération recommandée et soutenue financièrement par «Niños de la Tierra», donc par vous. Sans vous, le projet n’existerait pas.

Merci!

TEATROBUS – der Durchbruch

Projekt « Teatro-Bus » wird von der Stadt Luxemburg subventionniert

Niños de la Tierra hat die große Freude Ihnen mitteilen zu können, dass das Projekt «Teatro-Bus» unserer Freundin Diane Catani (Santiago de Chile) in diesem Jahr (2016) durch die Stadt Luxemburg subventioniert wird. Auf Anfrage von Niños de la Tierra (im Kontext der jährlichen Subventionspolitik der Stadt für Projekte in Entwicklungsländern) hat die Stadtverwaltung das eingereichte Projekt zurückbehalten: Mit den zugesagten 19.997.- Euro ist somit ein großer Teil der Kosten des Projekts «Goûter l’art, pas la drogue au Chili» (sinngemäß «an der Kunst, nicht an den Drogen schnuppern») für 2016 abgedeckt.

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Die Gruppe der Stelzengänger beim Karnevalsumzug 2016 in Santiago de Chile

Das seit einiger Zeit auch von unserer ONG unterstützte Projekt hat zum Ziel, den Kindern der Vorstadtgemeinde Recoleta (bekannt für eine sehr aktive Drogenszene und hohe Kriminalität) durch Kunst, Theater, Tanz und Straßenzirkus eine Alternative zu bieten, ihre Freizeit kreativ zu gestalten und sich von den Drogen fern zu halten. Seit über 6 Jahren hat Diane eine kräftezehrende aber erfolgreiche Arbeit in Recoleta aufgebaut, welche bereits lokal und regional bekannt ist und immer mehr junge Leute (und deren Eltern) anzieht. Ihre Gruppe ist gewachsen und wird demnächst mit einem «richtigen» Bus in den nördlichen Gemeinden Santiagos präsent und aktiv sein.

Wir freuen uns, dass die Stadt Luxem­burg durch ihre Subventionierung, dieses Projekt unserer Partner NGO valorisiert hat und damit beweist, dass sie die präventive Arbeit in der Drogenbekämpfung zu schätzen weiß.

Niños de la Tierra asbl. sowie auch die Luxemburger Vereinigung Andamos, bleiben weiterhin verlässliche Partner für Dianes Arbeit.

Jean-Paul Hammerel

Einigung zwischen Regierung und NGOs

MINISTERRAT: Gesetzesprojekt über Entwicklungshilfe angenommen

Als das Zukunftspaket der Regierung im Herbst 2014 vorgestellt wurde, herrschte viel Aufregung bei den Nichtregierungsorganisationen (NGO), die im Bereich der Entwicklungshilfe tätig sind. Vor allem die geplante Herabsetzung der Zuschüsse für administrative Kosten sorgte zunächst für Unmut. Im Januar 2016 konnten die „Direction de la coopération“ und der „Cercle de coopération“ dann doch noch einen Kompromiss finden. Gestern verabschiedete der Ministerrat das entsprechende Gesetzesprojekt.

Im „Zukunftspak“ der Regierung war ursprünglich vorgesehen, den staatlichen Beitrag zu den Verwaltungskosten (hiermit sind vor allem Personal- und Mietkosten gemeint) der NGOs pro Organisation von bisher 15 auf 12 Prozent zurückzuschrauben. Auch wenn die Regierung stets betonte, dass das Gesamtvolumen der Luxemburger Entwicklungshilfe unangetastet bleibt, fürchteten die Nichtregierungsorganisationen, dass sie durch eine Absenkung der Obergrenze für administrative Kosten einen Teil ihres festangestellten Personals unter Umständen entlassen müssten. Die Direktorin des „Cercle de coopération“, Christine Dahm, sprach im Herbst 2015 in einem Interview mit dem Tageblatt von einem fatalen „Signal zu verstärktem Ehrenamt“, das zulasten des angestellten Personals gehen würde. Über ein Jahr hatten der „Cercle de coopération“ und das Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten verhandelt, um im Rahmen des „Zukunftspak“ der Regierung „eine Konzentration der staatlichen Finanzhilfe für die am wenigsten entwickelten Länder“ zu erreichen und gleichzeitig „das Niveau der öffentlichen Entwicklungshilfe beizubehalten“. Im Januar 2016 konnten sich beide Seiten endlich einigen. So wird es zwar eine Absenkung der Obergrenze für administrative Kosten geben, allerdings fällt diese um nur einen Prozentpunkt von 15 auf 14 Prozent. Weitere Elemente der Einigung betreffen den Beteiligungssatz für Projekte, welche die am wenigsten entwickelten Länder und die Zielstaaten der luxemburgischen Entwicklungshilfe betreffen (80 Prozent), sowie den Kofinanzierungssatz für Projekte, die Länder betreffen, die weder Zielländer sind noch zu den am wenigsten entwickelten Ländern gehören (60 Prozent). Der Ministerrat hat gestern dem entsprechenden Gesetzesprojekt zugestimmt.

Dvv

In Tageblatt E-Paper Ausgabe vom 9.9.2016

Zum Tod von Schwester Edith

csm_edith_petersen_6eda3f7c51Am 14. August 2016 ist Schwester Edith Petersen, gebürtig aus Schwalbach bei Frankfurt in Cochabamba verstorben. Die 83-Jährige hat 20 Jahre in dieser bolivianischen Großstadt gelebt und gewirkt. Mitte der 1990er Jahre begann sie nämlich daselbst ihren Einsatz im Dienst an den Armen, zusammen mit Dr Annemarie Hofer. Außergewöhnlich ihr Einsatz für Häftlinge in den verschiedenen Gefängnissen von Cochabamba! Auch ich hatte die Gelegenheit, mit einer Delegation unserer NGO „Chiles Kinder“ eine der Haftanstalten zu besuchen, die sie betreute. Dabei stellte sie uns verschiedene ihrer Schützlinge vor, die in ihr allein noch eine Vertrauensperson hatten. Wie aufopferungs- und liebevoll sie mit diesen Menschen umging! Dies vergisst man nicht so schnell. Edith betreute ebenfalls Behinderte und sorgte sich um die ambulante medizinische Behandlung von Bedürftigen und von Yuracare-Indianern im benachbarten Urwald. Sie förderte die Kultur der Indianer, ihre Musik und ihre Kunst. Dass in dieser meist stillen Frau so viel Kraft steckte, konnten wir nicht ahnen, als sie das ein oder andere Mal mit uns in Bettemburg feierte. Sie war von Anfang an Mitglied der Fundación Cristo Vive Bolivia, gründete aber auch in den Jahren 2007/2008 in Cochabamba ihre eigene Organisation.

Obwohl gesundheitlich angeschlagen schonte Edith sich nicht, wenn es um den Menschen in Not ging. So geht sie in die Geschichte ein. So bleibt sie mir in Erinnerung.

Michel Schaack

Eine Schecküberreichung der etwas anderen Art…

Ein Scheck über 13.000 € an NIÑOS DE LA TIERRA durch den Pfarrverband Roeser-Crauthem

Am Freitag den 8. Juli hatte der Pfarrverband Roeser-Crauthem zu einem PERUANISCHEN ABEND eingeladen.

Tonie Schweich, welche im vergangenen Jahr im Haus für misshandelte Frauen in Cusco/Peru gearbeitet hatte, berichtete über ihr Freiwilligenjahr. Ihre Ausführungen, mit Fotos untermalt, gaben einen Einblick sowohl in die Problematik vor Ort wie auch in den Alltag einer Freiwilligen, welche in einem gänzlich neuen kulturellen Umfeld doch mit so manchen Problemen zu kämpfen hatte. Wir möchten an dieser Stelle Tonie noch einmal für ihren Einsatz während ihres Volontariats und für ihr Zeugnis an diesem Abend ganz besonders danken.

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Ein ganz besonders herzliches Dankeschön wollen wir von Niños de la Tierra an dieser Stelle dem Pfarrverband Roeser-Crauthem für die gespendeten 13.000 Euro aussprechen.

Diese beträchtliche Summe kam bei der Sozialaktion der Pfarrgemeinschaft zustande: Fraen a Mammen, die Erstkommunionkinder sowie alle Vereigungen der Pfarrei beteiligten sich gemeinsam während des vergangenen Jahres an dieser Aktion. Im Namen aller in unseren Projekten Betroffenen in Lateinamerika gebührt ihnen unsere aufrichtige Dankbarkeit.

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Das anschließende Buffet mit Spezialitäten aus Bolivien, Chile und Peru war ein Genuss für Auge und Gaumen. Den vielen, eher im Hintergrund tätigen Händen, wollen wir an dieser Stelle ebenfalls herzlich danken.

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                                                                                                                                                                                                                        Zum Abschluss dieses gelungenen Abends konnte die farbenprächtige Tanzgruppe des Institut Culturel Luxembourgeois Péruvien mit ihren Darbietungen begeistern. Sowohl die kunstvoll gestalteten Trachten als auch die hervorragenden Darbietungen der Tänzerinnen und Tänzer ließen den Abend in einer entspannten, fast südamerikanischen Atmophäre, ausklingen.

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Allen an dieser Aktion beteiligten Mitgliedern der Pfarrgemeinschaft Roeser-Crauthem möchte Niños de la Tierra

ihre aufrichtige Anerkennung und ihren nachhaltigen Dank ausdrücken.

Video iwwer d’Projekt TRABAJO DIGNO

Virun 2 Woche krute mir (Martine Greischer an d’Equipe vun Trabajo Digno) Besuch vun enger amerikanescher ONG „Actuality Media“, dei Filmstudenten bei Dokumentairen ennerstetzt. Iwwert eis befrendten ONG „Tia“ hunn si vum Projet heieren an en sou intresssnt fonnt, datt si eis ugebueden hunn, e Clip driwwer ze dreinen.

Haut de Moie krut ech de Link gescheckt, am Anhang gesidd dir d’Resultat: https://vimeo.com/actualitymedia/trabajodigno

Los „Bloqueos“ bolivianos

Une spécialité bolivienne: La culture du syndicalisme et de la démocratie de base est très vivante en Bolivie et se traduit par des manifestations plutôt spontanées, parfois bien orchestrées dans un quartier de ville, dans une localité, une région et même le pays entier. Une des techniques les plus efficaces dans cette lutte populaire sont les barrages routiers. Installés à des endroits stratégiques du réseau routier ils sont capables de bloquer toute circulation aussi bien de marchandises que de passagers. En l’absence de réseau ferroviaire le camion et le bus sont les seuls moyens de transport (la majorité des Boliviens étant trop pauvres pour acheter une voiture). Les barrages de route suscitent ainsi le mécontentement et la colère de la population et augmentent la pression sur les dirigeants politiques.

Mais la nature aussi, si belle et exubérante en Bolivie, est capable de bloquer toute circulation terrestre. Surtout dans les régions moins développés, pauvres en infrastructures, comme le village de Chocaya, où travaille notre volontaire Anne Speltz actuellement. Elle nous reporte ses expériences dans le petit récit ci-dessous:

Le weekend de Carnaval s’annonçait avec quatre jours de congé et ainsi on avait planifié une excursion un peu plus longue, jusqu’à Tarija, pour profiter de ces « petites vacances ».

Malheureusement, pendant toute la semaine, des rumeurs circulaient que dans le pays entier étaient organisés des barrages routiers, empêchant de nombreux Boliviens de voyager. Ainsi j’ai vu que la famille, qui était venue de Potosi pour une visite chez des gens habitant à côté de l’école, a dû rester à Chocaya pendant toute la semaine comme il n’y avait pas de moyen pour eux de rentrer. De même les volontaires du Chili qui ont voulu nous ren-dre visite étaient bloquées à La Paz et ont finalement décidé de prendre l’avion pour pouvoir nous rejoindre.

Tout de même, moi je suis restée optimiste, et je me suis réjouie pour ce weekend…

Le vendredi aucun changement de la situation n’était en vue et j’ai commencé à réellement comprendre la gravité de la situation. Jamais auparavant, je n’ai vécu une situation dans laquelle le transport public a été contrecarré de telle manière. Notre premier plan de voyager à Tarija a donc vite été annulé. Mais comme c’était le weekend de Carnaval, ce qui est une fête assez importante en Bolivie, surtout à Oruro, j’ai envisagé l’alternative de visiter cette fête haute en couleurs. Je ne pouvais pas m‘imaginer que ces barrages seraient capables d’empêcher la célébration de Carnaval. De plus, le Carnaval d’Oruro est assez connu, et chaque année, des milliers de Boliviens s’y rendent. En plus cette fête est une source importante de revenus et je me suis dit que ce ne serait pas possible que ces bloqueos pourraient empêcher l’accès à la fête.

Le samedi, on s’est donc rendu au terminal du bus et on a dû constater qu’il n’y avait toujours pas de transport public. Lorsqu’on est réellement concerné, c’est un sentiment étrange de réaliser qu’on ne peut pas circuler librement. On se sent en quelque sorte emprisonné dans la ville. Persuadées qu’il devait quand même être possible de rejoindre Oruro, on a commencé à nous renseigner sur les alternatives.

Il y avait des taxis proposant le trajet Cochabamba-Oruro mais pour 250 Bolivianos (plus de 30 Euros) au lieu des 30 Bolivianos (4 Euros) qu’on aurait payé pour le bus. On a donc vite éliminé cette possibilité.

D’autres Boliviens nous renseignaient qu’on pouvait avancer jusqu’au bloqueo, le traverser à pied et continuer le voyage avec un autre bus. Comme on n’avait rien à perdre, on a décidé de tenter notre chance.

Peu à peu pourtant ma tension nerveuse augmentait, surtout à cause des nombreuses camionnettes chargées de policiers armés qui passaient. Apparemment ils possédaient aussi du gaz lacrymogène. De plus, je connais des images boliviennes qui montrent des combats entre policiers et civils. Ce sont des batailles sauvages et assez graves.

Avec un „trufi“, un taxi collectif, on a donc rejoint l’endroit où la route était bloquée. Tout semblait tranquille, on ne voyait que les camions qui empêchaient le passage, mais pas de combats, rien,… Il faut savoir que c’étaient les chauffeurs de camion qui avaient organisé les barrages parce qu’ils voulaient une baisse d’impôts. Sur les abords de la route, des femmes vendaient de la viande, des petits pains,…Tout était comme toujours. On a passé la file des camions sans problème et déjà je me sentais soulagée. Et comme prévenu, à la fin du bloqueo, il y avait des bus proposant le passage à Oruro. Mais des passants nous ont fait remarquer que le véritable bloqueo se trouvait plus loin.

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On ne pouvait pas le voir de l’endroit où on était, et les camions qui bloquaient le passage n’étaient que des camions qui ne pouvaient pas poursuivre leur route. De nouveau, j’ai commencé à sentir la gravité de la situation. Personne alors n’avait envie de traverser le bloqueo à pied, cela nous semblait vraiment trop risqué. Déses­pérées, on voulait rentrer, lorsqu’on nous disait que les grévistes allaient terminer le blocage de la route. Vite, on est monté dans un bus, mais celui-ci n’a pas avancé. Les gens ont discuté avec un policier, et lorsque je me suis renseignée sur le départ, le chauffeur m’a répondu avec un sourire: dans 10 minutes, peut-être 20 ou dans 3 ­heures. Après cette information, on a décidé définitivement de retourner à la maison.

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Même si on a raté la fête du Carnaval à Oruro, je suis certaine que cette expérience a valu la peine. Jamais auparavant, je n’ai pu vivre un tel sentiment d’enfermement. Dans notre cas, on avait encore de la chance, comme on n’avait pas de rendez-vous ou de ticket réservé quelque part, donc rien ne s’est passé, mais on voit quelle chance on a en Europe. A tout moment, on peut rejoindre tout endroit et s’il y a une grève de train, il y a toujours d’autres moyens pour rejoindre la destination. Mais ici, quand il y a un bloqueo, rien ne va plus. Pas moyen d’entrer ni de sortir de la cité, le droit de circuler librement est en quelque sorte restreint.

Les quatre jours de vacances terminés, j’ai de nouveau commencé à travailler. Le paysage que je traverse chaque fois en me rendant au travail est vraiment merveilleux, et en plus ce jour-là, j’étais vraiment excitée de voir les changements dont tout le monde m’avait parlé en long et en large, car la saison de pluie avait juste commencé. Le village de Bella Vista où j’habite et celui de Chocaya où je travaille sont séparés par une rivière, pas très large vraiment, plutôt un ruisseau, mais par temps de pluie celui-ci est tellement large et puis­sant, qu’on ne peut pas le traverser à pied. Alors il faut emprun­­ter le pont de fortune formé par deux troncs d’arbres et quelques planches.

dsc_0172-2Au début, ceci m’effrayait un peu, car le pont est vraiment étroit et se situe à 10 mètres au-dessus de l’eau. Mais très vite, ce passage journalier s’est transformé pour moi en petite aventure…

Quelques jours après, ma „tia“, la femme avec laquelle je travaille, m’a raconté qu‘on ne pouvait plus utiliser ce passage. Pendant la nuit, les deux troncs ont été emportés par la crue. Il existe un pont qu’on peut même traverser en voiture, mais beaucoup plus bas au village. Les gens ne peuvent donc pas circuler entre les deux villages comme ils ont l’habitude. Ceci leur rend la vie encore plus dure, aussi aux enfants qui doivent aller à l’école.

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Le problème du pont emporté par les flots s’est vite résolu, les villageois l’ont remplacé par deux autres troncs. Mais cette situation m’a vraiment impres­sionnée. Ici, la nature peut simplement changer la vie quotidienne des gens d’un jour à l’autre. On ne sait pas si on peut rejoindre son travail, vendre ses produits au marché… Chez nous en Europe tout est bétonné, la nature est apprivoisée et une telle situation arrive rarement. Mais d’un autre côté notre vie est toujours la même, sans changements importants et en même temps un peu … ennuyeuse.

Pour moi, la saison des pluies a fait en sorte que je ne peux plus aller tous les jours à Chocaya, le passage étant trop dangereux quand il pleut. Je travaille alors dans l’autre établissement. Et il y a aussi moins d’enfants qui viennent à l’école.

texte et photos: Anne Speltz