STÜRME IN CHILE:

Politische und klimatische

von unserer Parnerorganisation FUNDECAM in Temuco

Seit März 2026 ist Chile Schauplatz zahlreicher Stürme, die das Leben derer, die sie durchstehen müssen, maßgeblich verändern. Solchen Umbrüchen liegt gewöhnlich eine Ursache zugrunde; im vorliegenden Fall lassen sich zwei Faktoren benennen: Einerseits das „Phänomen Kast“ – der Machtantritt der extremen Rechten nach den Präsidentschaftswahlen 2025 – und andererseits die durch das „El-Niño-Phänomen“ ausgelösten klimatischen Veränderungen. Letztere hatten schmerzhafte Folgen und trafen schutzbedürftige Familien in praktisch allen Teilen des Landes. Beide Phänomene haben politische, ökologische und soziale Krisen nach sich gezogen. Auf politischer Ebene kam es zu einer extremen Polarisierung, die sich in der Durchsetzung einer Gelegenheitsmehrheit im Nationalkongress manifestierte; diese erzwang die Verabschiedung eines sogenannten „Omnibus-Gesetzes“ – also eines Gesetzes, das verschiedenste Bereiche regelt. Es trägt den Titel „Gesetz zum nationalen Wiederaufbau“ und zielt darauf ab, tiefgreifende Änderungen vorzunehmen sowie ein Land „wiederaufzubauen“, das durch die Misswirtschaft früherer Regierungen – insbesondere jener unter Gabriel Boric – zerstört worden sei.

Ein wesentlicher Aspekt dieses Regierungsvorhabens ist die steuerliche Entlastung von Großunternehmen und Unternehmern als Privatpersonen. Gleichzeitig wird festgelegt, dass dieser Besteuerungsmechanismus über sehr lange Zeiträume hinweg nicht geändert werden darf, wodurch künftigen Regierungen die Möglichkeit genommen wird, die getroffenen Regelungen zu modifizieren. Zudem wird Kapital, das sich im Besitz chilenischer Staatsbürger im Ausland (meist in Steueroasen) befindet, bei der Rückführung ins Inland von der Steuerpflicht befreit. Diese Maßnahmen sowie diverse weitere Schritte – die allesamt darauf abzielen, das Großkapital unverhohlen zu begünstigen – haben in beiden Kammern der Legislative Zustimmung gefunden, wenngleich einige Punkte derzeit noch vom Verfassungsgericht geprüft werden. Neben diesem umfassenden Gesetz wurde auch die Befreiung von Abgaben für hochwertige Wohnimmobilien im Besitz älterer Menschen durchgesetzt – ein weiterer Vorteil für eine privilegierte Bevölkerungsschicht. Diese Maßnahme hat die Haushalte verschiedener Gemeinden belastet, da die aus diesen Abgaben stammenden Mittel in einen gemeinsamen Gemeindefonds flossen; dieser ermöglichte es ärmeren Gemeinden, auf die vielfältigen Nöte ihrer Einwohner zu reagieren.

Der erste schwere wirtschaftliche Schlag für die Bevölkerung war der massive Anstieg der Kraftstoffpreise, ausgelöst durch einen externen Faktor: den Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Obwohl in Chile bereits unter früheren Regierungen ein Ausgleichsmechanismus für Kraftstoffpreiserhöhungen etabliert worden war, griff die neue Regierung nicht darauf zurück, um stattdessen höhere Steuereinnahmen zu erzielen. Da der Kraftstoffpreis zu einem erheblichen Teil aus Steuern besteht, beschert dies dem Staat zwar beträchtliche Einnahmen, hat jedoch zu einem drastischen Anstieg der Lebenshaltungskosten für alle Einwohner des Landes geführt.

Eine weitere Maßnahme, die den diskriminierenden Charakter der Regierung offenbart, ist die Kürzung der Budgets verschiedener Ministerien, die für soziale Belange der Bevölkerung zuständig sind – etwa in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kultur und soziale Entwicklung –, sowie die Streichung von Mitteln für spezifische Programme zur direkten Unterstützung schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen. Die Haushaltsbeschränkungen im Gesundheitswesen werden sich vor allem in der Primärversorgung bemerkbar machen: Das für ärztliche Behandlungen verfügbare Stundenkontingent wird drastisch reduziert, ebenso wie die Bereitstellung von Medikamenten für bedürftige Patienten, die diese Dienste in Anspruch nehmen. Im Bildungsbereich ist eine Kürzung der schulischen Zusatzverpflegung für benachteiligte Schüler geplant – eine Mahlzeit, die für viele von ihnen die einzige des Tages darstellt.

Auch wenn für das Justizministerium keine nennenswerten Haushaltskürzungen vorgeschlagen wurden, wurden die für Menschenrechtsfragen zuständigen Fach- und Expertenteams ihrer Führung beraubt. Das Team, das sich der Suche nach den während der Diktatur verschleppten und verschwundenen Opfern widmete, wurde vollständig umstrukturiert; dies gefährdet die Fortführung eines der wichtigsten Programme des Ministeriums.

Im Bereich der sozialen Sicherheit wurde ein Prozess zur Prüfung eines neuen Rentensystems eingeleitet – dessen Gesetzgebungsverfahren 16 Jahre in Anspruch nahm und 2025 abgeschlossen wurde –, mit dem Ziel, die Höhe der neuen Renten für einen Großteil der Begünstigten zu senken und neue Berechnungsmodelle zu prüfen. Zudem soll ein restriktives neues Entschädigungssystem eingeführt werden, das die Abfindungssummen bei Entlassungen reduziert und aus den Ersparnissen der Arbeitnehmer selbst finanziert wird, wodurch der Arbeitgeber von den Kosten der Abfindung befreit würde.

Was uns betrifft, so trifft dieser wirtschaftliche Angriff der Regierung auch die *Corporación Nacional de Desarrollo Indígena* (CONADI) schwer – eine staatliche Einrichtung, die sich um die indigenen Völker Chiles kümmert. Ihre Handlungsfähigkeit wird erheblich eingeschränkt, und es wird angedeutet, dass ihre Aufgaben von anderen staatlichen Stellen – etwa der Behörde für staatlichen Grundbesitz (*Bienes Nacionales*) – übernommen werden könnten; damit wird der der CONADI anvertraute kulturelle Auftrag als irrelevant dargestellt. Im Zusammenhang mit der Thematik der indigenen Völker sind Bestrebungen spürbar geworden, jene Errungenschaften einzuschränken, die indigene Organisationen – insbesondere das Volk der Mapuche – in langwierigen und schwierigen Prozessen erkämpft haben.

Nach jahrelangen Verfahren und Bemühungen war es gelungen, den Zugang zu Küstengebieten für jene zu sichern, die dort Tätigkeiten wie das Sammeln von Meeresfrüchten, Fischerei und andere küstenbezogene Aktivitäten ausüben. Dies geschah durch die Vergabe spezieller Konzessionen zur Nutzung durch die dort ansässige indigene Bevölkerung, womit deren überlieferte Nutzungsrechte in diesen Gebieten anerkannt wurden. Heute werden jedoch – zugunsten der industriellen Fischerei und vielfach auch der Lachszucht – Verfahren eingeleitet, um die bereits zugewiesenen Flächen neu zu bewerten; dabei werden bestehende Konzessionen infrage gestellt und die Möglichkeit neuer Konzessionen für laufende Anträge unterbunden.

Es ist beabsichtigt, den im „Indigenen-Gesetz“ verankerten Schutz für indigenes Land zu ändern – ein Gesetz, dessen Mechanismen es bisher ermöglichten, den Landbesitz der indigenen Bevölkerung zu verteidigen und zu erweitern. Der vorgeschlagene Ansatz sieht vor, diesen Besitz freizugeben, damit die entsprechenden Flächen auf dem Markt zum Verkauf angeboten werden können. Eine solche Situation führte bereits vor der Einführung des Indigenen-Gesetzes zu erheblichen Verlusten an landwirtschaftlichen Flächen, die sich ursprünglich im Besitz von Mapuche-Familien befanden. Es kam zu zahlreichen betrügerischen Verkäufen, und andere Flächen gingen durch kaum rückgängig zu machende Pachtverträge mit hundertjähriger Laufzeit verloren.

Ein wertvoller Aspekt des geltenden Gesetzes ist hingegen die Zuerkennung des Status als Indigener durch die Behörde CONADI; diese erfolgt auf der Grundlage der Selbstidentifikation, die von den traditionellen Autoritäten der indigenen Gemeinschaften bestätigt wird. Um beispielsweise als Mapuche anerkannt zu werden, definiert sich die Person selbst als solche und legt zur institutionellen Beglaubigung eine Stellungnahme der gemeinschaftlichen Führungsgremien vor. Nun soll diese Anerkennung aus dem kulturellen Kontext – der vom Einzelnen und seinen Organisationen ausgeht – herausgelöst und stattdessen als bürokratische Dienstleistung von einer anderen staatlichen Stelle als der bisherigen erbracht werden.

Eine weitere Bedrohung zeichnet sich in jüngster Zeit durch die Pflicht zur Registrierung von Flächen ab, die bestellt werden sollen; Ziel ist die Kontrolle des potenziell verwendeten Saatguts. Es darf nur zertifiziertes Saatgut bestimmter Sorten verwendet werden, während die Nutzung von Saatgut untersagt wird, das über Jahre hinweg bewahrt wurde – dank jener „Saatgut-Hüterinnen“, die dafür gesorgt haben, dass Arten und Sorten von hohem kulturellen Wert unter geeigneten Bedingungen erhalten bleiben und von Generation zu Generation weitergegeben werden, ohne ihre über Jahre bewahrte Qualität und ihren Wert einzubüßen.

Zu allem Überfluss reißen die politischen Turbulenzen, die am 11. März begannen, nicht ab; gerade erst beginnt die Debatte über neue Reformen. Diese zielen diesmal auf eine Verfassungsänderung ab, um dem Staat angesichts der Ausbreitung von organisiertem Verbrechen und Terrorismus in Chile neue Befugnisse einzuräumen. Es ist hier nicht der Ort, diesen Gesetzentwurf im Detail zu analysieren, doch er weist eindeutig einen extrem repressiven Charakter auf, der weit über das Maß dessen hinausgeht, was während der Diktatur zu beobachten war. Ein weiterer bedenklicher Aspekt dieser Initiative besteht darin, dem Präsidenten der Republik durch Änderungen an den verfassungsrechtlichen Ausnahmezustandsregelungen außerordentliche Befugnisse zu übertragen – Befugnisse, die so weitreichend sind, dass selbst Pinochet nicht über sie verfügte.

Die Debatte steht erst am Anfang; die Absicht ist es, die parlamentarische Mehrheit zu nutzen, um die eigenen Vorgaben durchzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass wir uns mindestens vier Jahre lang den Angriffen einer offen undemokratischen Regierung ausgesetzt sehen werden. Unsere Region, die indigenen Gemeinschaften und ihre Familien stehen im Fadenkreuz und drohen, von diesem politischen Sturm hart getroffen zu werden.

Wendet man sich nun dem Bereich zu, in dem kurzfristigere Lösungen möglich sind, so sehen wir uns – was besonders schmerzlich ist – mit den Auswirkungen einer Reihe von Wetterextremen konfrontiert: Regen, Wind, Schneefälle und Überschwemmungen – kurzum: Unwetter von unerwartetem Ausmaß, die sowohl auf dem Land als auch in der Stadt tragische Spuren hinterlassen haben. Wie immer trifft es dabei am härtesten diejenigen, die solchen Situationen am wenigsten gewachsen sind.

Chile war nahezu im gesamten Staatsgebiet einer Reihe von Unwettern ausgesetzt – den heftigsten der letzten drei Jahrzehnte. Besonders katastrophal und in diesem Ausmaß beispiellos waren die Auswirkungen in den nördlichen Regionen Tarapacá, Antofagasta, Atacama und Coquimbo: Heftige Regenfälle innerhalb kurzer Zeit führten dazu, dass aus der Kordillere herabgeschwemmte Sedimentmassen Wohnungen, landwirtschaftliche Kulturen, Bergbauanlagen sowie Straßen und Wege zerstörten.

 

In mindestens zehn Regionen des Landes gab es Todesopfer und Verletzte; Tausende Menschen mussten evakuiert werden, es kam zu großflächigen Stromausfällen sowie erheblichen Schäden an der produktiven und strategischen Infrastruktur.

 

Die Behörden halten die Notfallwarnungen aufgrund der Gefahr weiterer Flussübertretungen, Überschwemmungen und Erdrutsche aufrecht, während Rettungs- und Einsatzkräfte weiterhin die betroffenen Gemeinden versorgen.

 

Die Bevölkerung wird weiterhin dazu aufgerufen, den Anweisungen des Katastrophenschutzes Folge zu leisten und unnötige Fahrten in den am stärksten gefährdeten Gebieten zu vermeiden.

Die Bilanz der schweren Wetterfront in der Region La Araucanía zeigt, dass diese zu den am stärksten betroffenen Gebieten des Landes zählt: Mehr als 14.500 Menschen sind betroffen; die Schäden konzentrieren sich vor allem auf unterbrochene Verkehrsverbindungen, Überschwemmungen in ländlichen Gebieten und über die Ufer getretene Flüsse. Die Zahlen belegen dies:

  • Betroffene Personen: Insgesamt 1.168 offiziell registrierte Geschädigte.
  • Isolierung: Mehr als 5.613 Personen waren aufgrund von Sperrungen wichtiger Straßen und Nebenwege von der Außenwelt abgeschnitten.
  • Beschädigte Wohngebäude: Erfasst wurden 2.152 Wohnungen mit geringfügigen Schäden sowie 331 Gebäude mit schweren strukturellen Schäden.
  • Hinsichtlich der Verkehrsinfrastruktur wurden auf verschiedenen Routen im ländlichen Raum Überflutungen, Flussanschwellungen, Unterspülungen, Erdrutsche und großflächige Wasseransammlungen gemeldet.
  • Die Grenzübergänge blieben über einen längeren Zeitraum geschlossen, was zu Engpässen bei der Versorgung mit Waren aus den Nachbarländern führte. In unserem Arbeitsgebiet, der Gemeinde Lautaro, wurden die Schäden durch heftige Winde verursacht, die Bäume umstürzen ließen, die Stromversorgung beeinträchtigten und Straßen überfluteten. Glücklicherweise hielten die Flüsse der erhöhten Wasserführung stand, und das übertretende Wasser überschwemmte nur kleinere Flächen.

Die schwersten Schäden betrafen Dächer, die abgedeckt wurden, wodurch Regenwasser in die Wohnräume eindrang. Gewächshäuser verloren ihre Dächer und Abdeckungen – Elemente, die erst vor wenigen Monaten nach früheren Stürmen erneuert worden waren. Durch den starken Wind gingen sie nun erneut verloren.

Zum Zeitpunkt dieses Berichts kehrt bereits eine gewisse Normalität ein: Die Straßen sind wieder passierbar, die Wasserstände in Flüssen und Kanälen sind gesunken, und ein Großteil der Stromversorgung ist wiederhergestellt. Dennoch herrscht Sorge angesichts der anhaltenden Gefahr weiterer ungewöhnlicher Wetterereignisse, wie die soeben veröffentlichte Vorhersage zeigt:

  • Eine Abfolge aktiver Wetterfronten erreicht ab heute, Montag, dem 24. August 2026, den mittleren Süden und Süden des Landes.
  • Die intensivste Phase des Ereignisses wird für Dienstag, den 25., und Mittwoch, den 26. August, erwartet, wobei mit erheblichen Niederschlagsmengen zu rechnen ist.
  • Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für heftige Gewitter, starke Winde und möglichen Hagel in den Regionen von Maule bis Los Ríos.
  • Für Temuco und die umliegenden Gemeinden werden die ganze Woche über starke, anhaltende Regenfälle bei Höchsttemperaturen zwischen 11 °C und 14 °C vorhergesagt.

Dies ist die aktuelle Situation, die durch zwei komplexe Herausforderungen geprägt ist: die politische und die klimatische Lage. Beide bringen vielfältige Schwierigkeiten für die Region und das Volk der Mapuche mit sich – und natürlich auch für unsere Arbeit. Wir sind gefordert, Mechanismen zu stärken, die zum Schutz ihrer Rechte beitragen (die erneut bedroht sind) sowie zur Wiederherstellung ihrer Wohn- und Wirtschaftsflächen, die durch die Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Notre pays cible, la BOLIVIE, en 2025

Depuis la mi-2023, la Bolivie traverse une situation économique, politique et sociale complexe. L’économie bolivienne montre des signes de détérioration. Les réserves internationales nettes restent inférieures à 3 milliards de dollars, ce qui génère une instabilité des taux de change et des problèmes d’importation d’essence et de diesel pour la consommation intérieure.

La situation économique complexe a provoqué une instabilité des taux de change qui érode directement le pouvoir d’achat des familles à faible revenu, rendant de plus en plus difficile le maintien du niveau de vie des familles indigènes en raison de l’augmentation continue des prix. L’inflation cumulée de plus de 20 % (!!) depuis le début de la crise a entraîné de réelles difficultés d’accès aux produits de base. Ainsi, la situation sociale en Bolivie est très tendue. Au cours du premier trimestre 2025, 201 conflits ont été enregistrés. La plupart de ces conflits étaient liés à des protestations contre la hausse des prix des denrées alimentaires et à des questions politiques.

Malgré tous ces problèmes, les Boliviens forment une société profondément résiliente et adaptable. Cette résilience ne doit pas être interprétée comme une résignation, mais comme l’expression authentique de la vitalité et de la détermination du peuple bolivien à surmonter les obstacles. Ceci peut aussi expliquer en partie les résultats des élections…

 

C’est dans ce contexte que nous avons demandé à notre partenaire bolivien de longue date, ANAWIN, à faire le point après les élections d’août 2025. Voici donc ce que nos amis nous ont écrit à ce sujet :

 

Élections en Bolivie 2025 : Brève analyse des résultats

Le 17 août 2025 ont eu lieu les élections générales en Bolivie, au cours desquelles les Boliviens ont élu le nouveau gouvernement (Président et Vice-président) ainsi que les membres de l’Assemblée législative pour les cinq prochaines années. L’élection des députés et des sénateurs s’est faite en un tour. Cependant, l’élection du Président et du Vice-président se fait en deux tours électoraux, aucun candidat n’ayant atteint la majorité électorale absolue requise. Les candidats qualifiés pour le second tour sont Rodrigo Paz Pereira, du Parti Démocrate-Chrétien (PDC), et Jorge « Tuto » Quiroga Ramírez, de l’Alliance Liberté et Démocratie (LIBRE), qui ont obtenu respectivement la première et la deuxième place.

Élections Bolivie 2025 : Proportion des votes obtenus par parti politique lors des élections générales

Note. Données préliminaires à 95.41 % du Système de Transmission et de Publication des Résultats Préliminaires (SIREPRE). Date de consultation (18/08/2025 à 09h45). Disponible sur :https://sirepre.oep.org.bo/national/

La victoire du PDC (centre-droite) au premier tour a été, pour le moins, surprenante, puisqu’elle a écarté des candidats de droite qui semblaient bénéficier d’un plus grand soutien selon de nombreux sondages. Bien que la majorité des partis politiques aient présenté des propositions orientées vers la droite et des mesures économiques alignées sur le Fonds Monétaire International (FMI), seul le candidat de LIBRE a réussi (parmi ces parties de droite-libérale) à accéder au second tour, se plaçant en deuxième position.

Les résultats des élections peuvent indiquer que le peuple bolivien ne souhaite pas un changement radical de l’orientation politique et économique du pays vers une ligne libérale. La majorité des électeurs semble avoir rejeté les politiques de privatisation et d’ouverture économique sans restriction, préférant des discours axés sur la redistribution des ressources, le renforcement de l’État et la protection des secteurs vulnérables.

En ce sens, la première position du PDC reflète un phénomène intéressant : l’électorat a montré une préférence de propositions à composante plus sociale et communautaire, même si celles-ci ne se présentent pas sous l’étiquette traditionnelle de « gauche » et relèvent davantage d’une position de « centre ». Le candidat Rodrigo Paz Pereira a su se positionner comme une figure proche du peuple, avec un discours qui a mis en avant des valeurs identitaires et s’est distancé du technocratisme économique qui a caractérisé d’autres postulants.

D’autre part, le populisme reste un élément clé de la politique bolivienne. Les campagnes les plus efficaces ont été celles qui ont fait appel à l’identité culturelle, à la récupération de la souveraineté nationale et à la promesse d’un gouvernement à l’écoute du peuple. Bien que ces stratégies ne soient pas nouvelles, les résultats montrent que la narration populiste conserve un poids significatif, notamment dans des contextes de mécontentement économique et de crise de représentation.

Le fait qu’un seul candidat libéral, Jorge « Tuto » Quiroga, ait accédé au second tour – et en deuxième position – indique que, même s’il existe une base de soutien aux propositions orientées vers le libre marché, celle-ci n’atteint pas une ampleur suffisante pour s’imposer dans l’électorat bolivien. En vue du second tour, la confrontation se jouera entre deux modèles : l’un qui cherche à équilibrer économie de marché et inclusion sociale, et l’autre qui représente le retour à des politiques plus orthodoxes et libérales.

Un autre signe du mécontentement et de la méfiance des boliviens face à l’offre politique massive de droite est le pourcentage élevé de votes nuls, qui a atteint 19,29 %. Le fait que près d’un électeur sur cinq ait choisi de voter « nul », peut être interprété comme un rejet explicite des propositions et candidatures en compétition, ainsi qu’un signe de fatigue démocratique face à la polarisation et au manque d’alternatives prenant au sérieux les véritables revendications de la population. Ce phénomène pose un défi profond pour la légitimité du processus électoral et, surtout, pour les partis, qui devront repenser leurs stratégies et leurs discours s’ils veulent se reconnecter avec un électorat de plus en plus critique et exigeant.

Un message important de ces élections est la fin abrupte du mandat du Mouvement vers le Socialisme (MAS – parti du président actuel Arce et auparavant de l’ex-président Morales), qui n’a obtenu que 3,2 % des voix au niveau national. Ce résultat représente non seulement une chute historique de son soutien électoral, mais le prive également de représentation à l’Assemblée législative, un scénario impensable il y a seulement quelques années. La perte accélérée d’influence du MAS met en évidence une profonde usure de sa structure politique, incapable de renouveler ses leaderships ni d’offrir un projet en phase avec les nouvelles demandes sociales, ce qui signifie la fin d’une étape importante qui a marqué la politique bolivienne pendant bien plus d’une décennie.

Ce qui est clair, c’est que l’élection du 17 août marque un tournant dans la politique bolivienne. Le peuple s’est exprimé, et il l’a fait en exigeant des propositions plus proches de la réalité quotidienne, moins technocratiques et plus engagées envers la justice sociale.

Texte rédigé par ANAWIN et adapté par Jean-Paul Hammerel

Schwester Karoline zu Besuch in Luxemburg – Soeur Karoline en visite à Luxembourg

Vom 21. bis 24. Juni 2024 wird Schwester Karoline Mayer wieder einmal zu Gesprächen mit ihren Unterstützervereinigungen Andamos, Niños de la Tierra und Guiden a Scouten fir eng Welt in Luxemburg sein.

Gönnern und Sympathisanten der Fundación Cristo Vive bietet sich ebenfalls die Gelegenheit Schwester Karoline persönlich zu treffen:

  • auf dem Pisco-Stand von Niños de la Tierra auf der FÊTE DE L’AMITIÉ in BETTEMBURG (Parkplatz vor der Sporthalle, rue Polk) am Samstag, den 22.Juni ab 19.00 Uhr
  • in der Messe in der PFARRKIRCHE HOWALD (Gedenkgottesdienst für Michel Schaack) am Sonntag, den 23. Juni um 10.45 Uhr sowie beim anschliessenden Apéritif.

 

 

 

 

 

 

 

Soeur Karoline Mayer sera de nouveau présente au Luxembourg du 21 au 24 juin 2024 pour des entretiens avec les dirigeants des organisations de soutien Andamos, Niños de la Tierra et Guiden a Scouten fir eng Welt.

Les donateurs et sympathisants de la Fundación Cristo Vive auront deux occasions pour rencontrer soeur Karoline personnellement:

  • sur le stand Pisco de Niños de la Tierra à la FÊTE DE L’AMITIÉ à BETTEMBOURG (parking devant le hall sportif, rue Polk) samedi le 22 juin à partir de 19.00 heures
  • dans la messe en l’EGLISE PAROISSIALE de HOWALD (messe en mémoire de Michel Schaack) le dimanche 23 juin à 10.45 heures ainsi qu’à l’apéritif après la messe.

 

Verheerende Waldbrände in Chile – Spendenaufruf

Die Waldbrandkatastrophe in der Region Valparaiso/Viña del Mar ist inzwischen auch in den internationalen Medien thematisiert worden. Im „Luxemburger Wort“ beschrieb Klaus Ehringfeld am 6. Februar in seinem Artikel « Mehr als 110 Tote bei schweren Waldbränden in Chile » die Tragödie, die sich am ersten Februarwochenende in der dichtbesiedelten Küstenregion westlich von Santiago de Chile abspielte.
In Zwischenzeit wird das Ausmaß der Feuersbrunst immer klarer, die Rede ist aktuell von 130 Toten, Hunderten von Vermissten und 15000 zerstörten Häusern und Hütten. Viele Menschen stehen vor dem Nichts.
 
Als allgemeinnützige, regierungsunabhängige Organisation, die sich seit 36 Jahren für eine aktive Entwicklungszusammenarbeit in Südamerika engagiert, reagieren wir mit Bestürzung und Mitgefühl auf diese schlimmen Nachrichten, dies umso mehr, weil eine unserer Partnerorganisationen direkt betroffen ist. Wir können somit unsere Informationen aus erster Hand beziehen.


Seit 1998 unterstützt unsere NGO « Niños de la Tierra » die « Corporación Cultural CREARTE im Armenviertel Achupallas im Außenbezirk der Küstenstadt Viña del Mar. Diese Organisation betreibt die Escuela Popular de Arte (EPA), ein herausragendes inklusives und sozial engagiertes Projekt, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, mittels innovativer Methoden der Kunst- und Musikpädagogik, Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Konkret handelt es sich um eine Musikschule, die sowohl vielfältige kulturelle Aktivitäten, wie auch psychosoziale Beratung und Unterstützung anbietet und somit ein wichtiger Motor für die Integration der Kinder und Jugendlichen in die chilenische Gesellschaft ist.
Durch die Zusammenarbeit mit CREARTE haben sich tiefe chilenisch-europäische Freundschaften entwickelt, Patenschaften haben sich gebildet und kultureller Austausch wurde ermöglicht, auch zwischen der EPA und einzelnen luxemburgischen Musikschulen und Musikvereinen.
Die in der Schule engagierten LehrerInnen und Lernenden durchleben in diesen Tagen eine eine schlimme Zeit. Einzelne Familien entkamen nur knapp den Flammen, viele haben ihr Zuhause verloren, einige haben im Umfeld auch Tote zu beklagen. Wie durch ein Wunder wurde die Musikschule von den Flammen verschont. Während um das Gebäude herum apokalyptische Zustände herrschen, kann das Gebäude nun als Verteilerzentrale für Hilfsgüter für die obdachlos gewordenen Menschen aus der Nachbarschaft, sowie als medizinische Versorgungsstation genutzt werden.
Für unsere NGO steht es außer Frage, dass wir unseren Partnern in diesen schwierigen Zeiten beistehen wollen. Wichtig ist einerseits eine direkte, unbürokratische Soforthilfe, um die schlimmste Not zu lindern, andererseits aber auch die längerfristige Unterstützung, damit das sinnvolle Kulturprojekt überlebensfähig bleibt.
 
Spenden dringend benötigt
Wenn Sie Soforthilfe für die betroffenen Familien von Schülern der Escuela Popular de Artes möglich machen wollen, sowie mithelfen wollen, dass das so überaus wichtige kulturelle Projekt der Musikschule weiter bestehen kann, können Sie dies mit einer Spende an

Niños de la Tierra CCPL IBAN LU75 1111 0897 7348 0000 unter dem Stichwort „Brandkatastrophe Achupallas“ machen.

Die Spenden sind selbstverständlich steuerlich absetzbar.

Wir bedanken uns aus tiefstem Herzen.
 
Marianne Schummer im Namen von « Niños de la Tierra », www.niti.lu

Verheerende Waldbrände in Chile

Liebe Freundinnen und Freunde von „Niños de la Tierra“ in Luxembourg, 


vor ein paar Minuten erreichte mich ein Telefonanruf von Michaela Weyand aus Achupallas (Viña del Mar), wo seit gestern ein verheerender Großbrand Hunderte von Häusern und Hütten vernichtet hat und die Bewohner in Todesangst vor dem Feuer fliehen mussten. Von der Katastrophe sind nach Angaben der chilenischen Behörden insgesamt 119 Quadratkilometer Waldgebiet und besiedelte Flächen der V. Region, vor allem nördlich und östlich von Valparaíso, betroffen.

Michaela schildert, dass es Eduardo und ihr gelungen sei, mit der gesamten Familien praktisch in letzter Minute dem Einschluss durch die Flammen zu entkommen. Das chilenische Fernsehen (TVN) berichtet von 15 Menschen, die allein in Achupallas durch das Feuer ums Leben kamen. Diese Zahl ist jedoch nur vorläufig. Was leider bereits feststeht, ist, dass Achupallas und viele umliegende ebenfalls dichtbesiedelte Armenviertel großflächig verwüstet wurden.

Die Feuerwehr und auch das Militär, das von der Regierung mobilisiert wurde, sind angesichts der Dimension des Feuers offenbar komplett überfordert. Ein Einsatz von Löschflugzeugen hat, so Michaela, bislang nicht stattgefunden.

Jetzt die gute Nachricht inmitten dieses Infernos: Wie durch ein Wunder wurde das Gebäude der „Escuela Popular de Artes“ (EPA) von den Flammen verschont. Es soll jetzt als Verteilzentrale für Hilfsgüter für die obdachlos gewordenen Menschen aus der Nachbarschaft dienen. Das EPA-Team ist nach den Worten von Michaela bereits dabei, entsprechende lokale Unterstützung durch Firmen und öffentliche Institutionen zu organisieren.

Weil es ihr in dieser Situation verständlicherweise nicht möglich ist, alle von Euch / Sie alle, einzeln zu informieren, bat sie mich, diese Rundmail zu verfassen. Das EPA-Team bittet um Spenden und Hilfe, um den betroffenen Familien der Kinder und Jugendlichen aus der Schule – aber natürlich auch den Nachbarn, die durch das Feuer obdachlos wurden und alles verloren haben, beistehen zu können.

https://elpais.com/chile/2024-02-04/al-menos-51-muertos-3000-casas-quemadas-y-sospechas-de-intencionalidad-el-brutal-incendio-que-azota-a-chile.html?autoplay=1

So viel auf die Schnelle.

Vielen Dank – und viele Grüße

Jürgen Schübelin

Wenn Sie den betroffenen Familien von Schülern der Escuela Popular de Artes beim Wiederaufbau ihrer Wohnungen finanziell unter die Arme greifen wollen, können Sie dies mit einer Spende an Niños de la Tierra CCPL IBAN LU75 1111 0897 7348 0000 unter dem Stichwort „Brandkatastrophe Achupallas“ machen.

Vielen Dank!




 

VOR 50 JAHREN: PUTSCH IN CHILE

Nur 3 Jahre, nachdem Salvador Allende als sozialistischer Präsident demokratisch gewählt wurde, wurde Chile zu einem der dramatischsten Schauplätze des Kalten Krieges: am 11. September 1973 putschte sich eine Militärjunta unter Augusto Pinochet an die Macht und führte das Andenland in eine bis 1990 andauernde Militärdiktatur, welche das „sozialistische Experiment“ mit brutaler Gewalt beendete und den Grundstein für den chilenischen Neoliberalismus legte.
Aus Anlass des 50. Jahrestages dieses tragischen und symbolhaften Ereignisses, soll an dieser Stelle nicht noch ein weiterer – sicherlich hinreichend bekannter – Abriss der historischen Fakten dieser Zäsur in der modernen Geschichte Chiles erscheinen, sondern wir möchten stattdessen Freunde und Wegbereiter der NITIs zu Wort kommen lassen, welche als Zeitzeugen – vor Ort in Chile oder hier in Luxemburg – mit ihrer ganz persönlichen Sichtweise auf Erlebnisse, Erfahrungen und Empfindungen aus dieser Zeit zurückblicken.

Die entsprechenden Beiträge finden Sie in INFO 3-2023 Seite 4 – 8.

PEROU : Un pays en crise politique souffre de la violation des droits de l’homme et des conséquences sociales de l’ingouvernabilité.

 

Ana María Galiano G. (FCVPERÚ)/Apr.2023

Le Pérou, l’un des pays qui possède une infinité d’attractions culturelles et une biodiversité impressionnante, ainsi qu’une gastronomie réputée et appréciée dans le monde entier, souffre malheureusement actuellement d’une profonde crise politique et sociale. En raison des changements constants de présidents, certains persécutés par la justice, d’autres actuellement emprisonnés pour les scandales honteux de corruption et d’impunité impliquant des politiciens traditionnels, des membres du congrès, ainsi que des autorités liées au dictateur Alberto Fujimori et à sa fille Keiko qui a été candidate à la présidence à plusieurs reprises. Bien que Keiko n’ait pas obtenu le succès escompté lors des élections présidentielles, elle a obtenu la majorité des sièges au congrès dans le cadre d’alliances avec les partis de droite. Cette situation a été mise à profit par la fille de Fujimori et ses partisans qui, par des manœuvres louches, ont déstabilisé le gouvernement de plusieurs présidents qui étaient en concurrence électorale avec elle. Parmi eux, l’enseignant rural et paysan Pedro Castillo, originaire d’une petite ville très pauvre et oubliée par le pouvoir, sans services sanitaires de base ni possibilités de développement. Castillo, qui a remporté les élections présidentielles de 2021, a surpris à la fois la population et ses adversaires. Avec lui, un espoir prometteur surgit pour les peuples oubliés du Pérou, en particulier pour les indigènes et les paysans qui ont toujours attendu un véritable changement avec de meilleures opportunités de développement social et humain. Espoir éveillé par la campagne électorale de Castillo de reécrire sinon de réformer la Constitution. Pour cette raison, étant paysan et d’origine humble comme eux, ils ont mis leur confiance en Pedro Castillo pour l’élire comme Président. Cependant, cette promesse de changement est une menace pour les hommes d’affaires irresponsables et les politiciens dépourvus d’éthique et de solvabilité morale qui, pendant des années, ont accru leur richesse par des actes de corruption à tous les niveaux du gouvernement qui ont porté atteinte non seulement au bien commun de la nation, mais qui ont causé une méfiance généralisée vis à vis des politiciens aussi bien que des fonctionnaires de l’État.

Une des conséquences de ces manipulations frauduleuses sont les dommages à l’environnement par la pollution des rivières due à l’exploitation minière illégale, l’abattage aveugle des forêts etc. D’un autre côté les autorités ont totalement négligé de résoudre les besoins réels et les plus ressentis de la population: assurer des services de santé pour tous ainsi qu’une éducation de qualité, réduire les taux d’extrême pauvreté qui augmentent en raison de l’impact de la pandémie mondiale, améliorer les conditions de vie et la capacité de production des agriculteurs, réduire les taux croissants de violence contre les femmes et les enfants dans la famille, éradiquer le féminicide, la traite des êtres humains, améliorer les services Internet et la connectivité, améliorer les routes et les itinéraires de transport… Face à cela, Castillo a été un espoir réel pour le peuple oublié et négligé.

Mais ses adversaires ont réussi à déstabiliser son gouvernement avec une infinité d’accusations de corruption sans preuves et plusieurs votes de défiance qui l’ont conduit à dissoudre le congrès. Cette tentative téméraire a été immédiatement condamnée par l’ensemble des responsables politiques, y compris ses alliés. Sa destitution pour « incapacité morale » a été approuvée par 101 des 130 parlementaires. Il a été mis en détention et la vice-présidente Dina Boluarte – du même parti que Castillo! – a été élue présidente pour le reste de la période législative.

Après la chute de Castillo le 7 décembre, il y a eu une explosion sociale immédiate de mécontentement et d’indignation massive, principalement parmi la population rurale ; les paysans, les indigènes, les mères avec leurs bébés sur le dos, les travailleurs, les étudiants, les organisations sociales de différentes régions du pays se sont levés et sont descendus dans les rues des principales villes et ont marché vers Lima, la capitale, à partir de leurs villages ; Les protestations et les marches sociales partent du Sud, de la campagne à la ville, ces manifestations expriment le rejet retentissant du congrès et du nouveau président dont la fonction échappe en tous points au cadre légal, elle n’est pas légitime. Face à ces revendications, le gouvernement de D. Boluarte a réagi avec une violence et une cruauté extrêmes, déclarant l’état d’urgence sur tout le territoire national, suspendant les droits de réunion, la liberté de circulation et d’autres droits civils. Les marches sociales étaient totalement pacifiques, mais elles n’avaient pas de représentants ou d’interlocuteurs visibles parce qu’elles ont été immédiatement persécutées et accusées d’être des terroristes et immédiatement emprisonnées sur la base de fausses accusations K. Fujimori avait infiltré ces marches avec des personnes violentes payées pour provoquer la police et l’armée, manipulant ainsi le sens pacifique des marches sociales et les faisant passer pour violentes ; sournoisement, les partis traditionnels alliés à Boluarte et à la majorité du Congrès ont mis en œuvre des manœuvres antidémocratiques pour faire face aux protestations sociales de la population en général, qui, au fil des jours, se sont radicalisées avec la fermeture totale des voies de transport et le déplacement massif de la population vers la ville de Lima.Cette situation a provoqué la hausse des prix des aliments, des médicaments, du carburant et d’autres produits de première nécessité ; une situation provoquée par le gouvernement de Boluarte lui-même, générant ainsi une spéculation sur les prix par l’accumulation d’aliments et de produits qui divisent la population en général, certains en faveur des manifestations et d’autres contre, révélant ainsi des confrontations entre la population avec un comportement honteux et scandaleux des riches contre les pauvres, exprimant leur mépris pour la condition indigène avec des insultes racistes et une infinité de maltraitances. Dans le cas de la ville de Cusco, les hommes d’affaires dédiés au tourisme, voyant leurs affaires affectées par les manifestations, organisent des marches camouflées pour la paix, montrant des attitudes de supériorité avec des agressions verbales et physiques, démontrant leur mépris et leur haine pour les paysans et les indigènes, exigeant qu’ils retournent dans leurs villages et insistant sur le fait qu’ils n’ont pas le droit de manifester. D’autre part, la population en général soutient les protestations sociales en fournissant des aliments, de l’eau, des médicaments, de l’argent, des vêtements chauds pour que les frères et sœurs paysans puissent se nourrir et passer la nuit sur les places de la ville. Cependant, le gouvernement de Boluarte réagit avec violence et cruauté: les militaires et la police affrontent les protestations en utilisant des armes mortelles avec des tirs directs pour tuer les manifestants, causant mort et blessures à des personnes innocentes qui n’avaient rien à voir avec les protestations violentes, y compris des mineurs. Depuis le début de la crise sociale en décembre jusqu’en mars 2023, environ 70 personnes ont été tuées et plus de 1500 blessées à la suite de la répression du gouvernement actuel.

À tel point qu’une Commission internationale des droits de l’homme est intervenue qui a mis en évidence les exécutions extrajudiciaires, la torture de manifestants, les détentions illégales et un harcèlement récurrent des personnes, des organisations sociales et des familles qui soutiennent les manifestations dans l’espoir d’un meilleur bien-être pour tous. La violation des droits de l’homme est évidente avec l’intervention totalement biaisée et politisée d’un système judiciaire infiltré par la corruption.

Au moment où nous écrivons cet article, il semble que cette protestation sociale ait échoué ; cependant, la ville de Puno continue de lutter, ainsi que la ville de Cusco, les provinces et d’autres régions du Pérou ; le peuple, à l’intérieur, continue de s’organiser pour reprendre la juste revendication du mécontentement général vis à vis d’un congrès et d’un État qui ne le représentent pas:  Ils attendent qu’ils s’en aillent TOUS ! Tant la présidente que les parlementaires. Pour la population en général, la confiance dans les politiciens est perdue, qu’ils soient de gauche ou de droite, les partis politiques sont affaiblis. Reste l’espoir d’une nouvelle Constitution.

 

„Le Puma (le peuple) se repose pour reprendre des forces et rugir à nouveau“, disent certains frères et sœurs paysans.

Dans un même temps, alors que les peuples du Sud se battaient en mars, au Nord du Pérou, dans plusieurs villes et à Lima, un phénomène est apparu comme conséquence du réchauffement climatique: le cyclone Yaku, provoquant des pluies torrentielles avec débordement incontrôlable des rivières qui ont tout emporté sur leur passage. Des milliers de familles ont subi la perte de leurs maisons et de leurs biens, les paysans ont complètement perdu leurs récoltes à cause de cette catastrophe naturelle. Malheureusement, face à cette catastrophe et à la souffrance humaine, le gouvernement, ses autorités et ses députés ne sont pas capables de répondre efficacement aux besoins des populations touchées; leur principal intérêt est de s’accrocher au pouvoir à tout prix, ce qui génère un plus grand mécontentement et des sentiments d’impuissance et d’indignation au sein de la population en général. Alors que dans le Sud, des sécheresses prolongées dues au manque de précipitations ont déjà affecté les cultures, l’impact de ce phénomène climatique laisse présager une période complexe et inquiétante à court terme, liée à une augmentation de la pauvreté et de la sécurité alimentaire. Une période de famine approche sûrement en raison de la faible production alimentaire, c’est ce que prédisent les hommes et les femmes de la campagne.

La démission de Boluarte, la fermeture du Congrès et l’espoir d’une nouvelle Constitution restent dans les esprits.

 

NEUE CHILENISCHE VERFASSUNG MIT GROβER MEHRHEIT ABGEWIESEN

Die Umfragen behielten Recht. 62 Prozent der Stimmen, die am Sonntag, dem 4. September 2022 in den Wahllokalen Chiles abgegeben wurden, waren gegen die neue Verfassung. Diese war von 154 vom Volk freigewählten Vertretern geschrieben worden. Sie sollte endlich Schluss machen mit den Gesetzen aus der Zeit von Diktator Pinochet (1973-1999). Heben wir hervor, dass seit dessen Herrschaft Grundrechte wie Bildung, Gesundheit, Rente, Zugang zu sauberem Wasser in privater Hand liegen. Auch haben die indigenen Gemeinschaften wie etwa die von Niños de la Tierra unterstützten Mapuche kein Selbstbestimmungsrecht.

Unsere chilenischen Freunde, die seit gut 40 Jahren für die Menschen der Armenviertel Sorge tragen, sind entsetzt über das Wahlresultat. «Es hat sich in den vergangenen Monaten wieder gezeigt, welche Macht das Kapital hat, um millionenschwer Kontrapropaganda gegen die Verfassung zu finanzieren », schreibt unsere Freundin Karoline Mayer, treibende Kraft der Fundación Cristo Vive, des größten Sozialwerkes Chiles.

Gabriel Boric, der neue Präsident, seit März 2022 im Amt, hat eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Doch aufgeben will der 36 jährige, neue linke Hoffnungsträger und frühere Studentenleader nicht. Deshalb hat er sein Kabinett umstrukturiert und umstrittene Politiker durch moderatere ersetzt. Er möchte sein schmales Land am Ende Südamerikas vom Neoliberalismus hin zu einem sozialen Rechtsstaat führen, Er wird versuchen, einen neuen Verfassungsprozess anzustoßen mit gemäßigteren Gesetzen. Damit diesmal seine Politik einen starken Rückhalt im Volk findet.

Michel Schaack