INVITATION

Dans le cadre de son 25e anniversaire
NIÑOS DE LA TIERRA a.s.b.l.
a le plaisir de vous inviter
à la projection du film

TAMBIEN LA LLUVIA
(MÊME LA PLUIE)

jeudi, le 26 avril 2012
à 20.00 heures
au Ciné LE PARIS
à Bettembourg
12, avenue de la Gare

(entrée gratuite)

 

Même la pluie (También la lluvia)

est un drame hispano-franco-mexicain de Icíar Bollaín et sorti en 2011.

Un réalisateur, Sebastián, arrive à Cochabamba pour tourner un film sur l‘arrivée de Christophe Colomb aux Antilles et sur l‘asservissement des Indigènes. Il veut que le film montre le sort des Indigènes et le rôle qu‘ont joué leurs défenseurs Antonio de Montesinos et Bartolomé de las Casas. Son producteur, Costa, a choisi la Bolivie pour des raisons de coûts.

Le réalisateur choisit parmi ses figurants Daniel dans le rôle d‘Hatuey, chef des Taïnos. Daniel est aussi l‘un des meneurs du mouvement contre la hausse du prix de l‘eau. En effet, une multinationale américaine, Bechtel, a remporté le marché de la distribution d‘eau. Elle ferme les puits et oblige les gens à payer 450 dollars par an, alors qu‘ils ne sont payés que deux dollars par jour.

Les scènes du film en répétition ou en tournage alternent peu à peu avec les scènes de manifestations à Cochabamba, introduisant un parallèle entre l‘exploitation passée et présente des habitants d‘Amérique du Sud. 

Le film remporte le prix du public (section Panorama) à la Berlinale 2011.

(Wikipedia)

RÜCKBLICK AUF DAS JAHR 2011

Das Wichtigste aus dem  AKTIVITÄTSBERICHT von Niños de la Tierra a.s.b.l

(ehem. Chiles Kinder a.s.b.l)

GESCHICHTE
Anfang November 1976 erhielten die Mädchen und Jungen des „JUGENDCHOUER BEETEBUERG“ zum ersten Mal Post aus Santiago de Chile. Sr Karoline Mayer, die in den Armenvierteln der chilenischen Hauptstadt eine hervorragende Arbeit leistet, hatte den Jugendlichen geschrieben, um ihnen für ihre Spende zu danken. Das war der Anfang einer großen Liebesgeschichte und zugleich der Anfang der Aktion „Chiles Kinder“, die, durchgeführt von der tapferen Bettemburger Sängerschar, in Luxemburg einen unerwarteten Erfolg kannte. Daraus entstand 1987, also vor 25 Jahren, die ONG CHILES KINDER a.s.b.l. Im Juli 2006 änderten wir den Namen unserer Vereinigung in NIÑOS DE LA TIERRA a.s.b.l. um. Dies drängte sich auf, da wir bereits 2001 unsere Hilfe auf BOLIVIEN, das ärmste Land Südamerikas, ausgeweitet hatten. Seit Anfang 2009 sind wir auch in PERU aktiv. Von 1987 bis Ende 2011 wurden 58 vom Luxemburger Staat kofinanzierte Projekte in die Wege geleitet (davon 45 in Chile, 12 in Bolivien und 1 in Peru).

VERWALTUNG
Unser VERWALTUNGSRAT, das entscheidende Gremium unserer ONG, setzte sich 2011 aus 14 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. Sie kamen 13-mal zusammen. Die beratenden Gruppen für Projekte, Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligen-Engagement trafen sich dreimal. Desweiteren kümmerten sich einige unserer Mitglieder um die Aktion „Second-Hand-Bücher“ zugunsten der bilingualen Mapuche-Schule Trañi Trañi bei Temuco in Chile. Am 29. Januar versammelte sich unsere Organisation in einem ganztägigen Treffen. Einmal im Jahr setzen wir uns in einer solchen „KLAUSUR“ zusammen, um über die Arbeit unserer ONG nachzudenken und die Akzente für das anstehende Jahr festzulegen.

Von der gut besuchten GENERALVERSAMMLUNG am 22. März 2011 im Bettemburger Weltladen bleibt zurückzubehalten, dass Stéphanie Empain leider aus dem Vorstand ausscheidet, aber Mitarbeiterin bleibt. Neu zu den „Nitis“ stöβt Georges Ludwig. Zurückzubehalten bleibt auch, dass der Mitgliedsbeitrag unverändert 10 Euro beträgt.

 

Unser VERWALTUNGSRAT setzt sich wie folgt zusammen (alphabetische Reihenfolge): Hammerel Jean-Paul (Fennange), Kassierer und Projektleiter; Hoffmann Lydie (Fentange); Hoffmann Marco (Consdorf), Vize-Präsident; Kohn-Goedert Marie-José und Kohn Marcel (Bettembourg); Ludwig-Bohler Marie-Rose (Bettembourg), Sekretärin; Schaack-Rasquin Fernande (Crauthem), Schaack Michel (Crauthem), Präsident und Koordinator; Schweich-Lux Yvette und Schweich Claude (Bettembourg); Stoos Gaby (Bettembourg); Wewer Gaby (Bettembourg).


STÄNDIGE MITARBEITER/INNEN: Chillon Brigitte (Schifflange), Hoffmann–Mühlpfordt Ruth (Consdorf), Ludwig  Georges (Bettembourg), Mangen Guy und Carier Tania (Mamer), sowie Schneidenbach Axel (Dudelange).
Lydie Hoffmann war von September 2010 bis August 2011 als Kooperantin bei unseren Partnerorganisationen Anawin und FCV Bolivia in Cochabamba engagiert.
Niños de la Tierra ist Mitbegründer und Mitglied des Cercle des ONGD (www.cercle.lu) und von „Beetebuerg hëlleft“. Wir sind auch Sympathisant von Cristo Vive Europa (www.cristovive.de) und Crearte e.V./EPA (www.crearte-epa.org) sowie Mitglied von ATTAC und Transfair-Minka (www.transfair.lu), seit dem 1. Januar 2012 offiziell umbenannt in „FAIRTRADE Lëtzebuerg“

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Durch unser Infoblatt pflegen wir den Kontakt zu unseren Spendern und Freunden. Viermal im Jahr (März, Juni, September und Dezember) werden 1200 Exemplare per Post verschickt. Das Infoblatt wird in eigener Regie hergestellt und berichtet vor allem über unsere Projekte und unseren Einsatz in Südamerika. Auch neu erschienene Bücher zu entsprechenden Themen stellen wir vor. Unsere HOMEPAGE www.niti.lu, koordiniert von Marcel Kohn, verbindet uns mit der ganzen Welt und ermöglicht einen schnellen Zugriff zu allem Wissenswerten über unsere ONG. So sind unter anderem Informationen über unsere kofinanzierten Projekte und PDF-Ausgaben unserer Infoblätter ab Januar 2004 abrufbar.

VORSTELLEN UNSERER PROJEKTE
Auf Anfrage stellen wir gerne unsere Organisation bzw. unsere Projekte persönlich vor. Dies geschieht bei öffentlichen Schecküberreichungen oder anderen Veranstaltungen und Aktionen.

ÖFFENTLICHE SCHECKÜBERREICHUNGEN
Pfarrverband Sassenheim (10. Februar), Grundschule in Bereldingen (8. März), Vorschule Wolkeschdall in Düdelingen (17. März), Beetebuerg hëlleft (5. April), Echternacher Musikschule (3. Mai), Bettemburger Aktion „Zesummen hëllefen“ (5. Mai), Diddeleng hëlleft (25. Mai), Gemeinde Bettemburg und Pfarrverband Bettemburg-Hüncheringen (26. Mai), Lions-Club Éislek (4. Juli), Chorale Ste Cécile Bettemburg (15. September).

Ein Scheck von der Gemeinde Bettemburg und dem Pfarrverband Bettemburg-Hüncheringen


AKTIONEN
1. Aktion für die EPA, Kunst- und Musikschule im Armenviertel Achupallas/Viña del Mar (Chile):
Benefizkonzert im CAPe Ettelbrück, organisiert vom Lions Club Éislek zusammen mit dem Ettelbrücker Musikkonservatorium (27. Februar);

Benefizkonzerte der Posaunenklassen der Redinger und Echternacher Musikschulen in Saeul

sowie der Bettemburger Harmonie Municipale in Bettemburg, jedesmal am 18. Dezember.
 

2. Aktion „Niños de la Tierra“:
Unterstützung durch die Düdelinger Vorschulklasse von Brigitte Leiner-Polfer und die Bettemburger ReebouSchoul (Weihnachtsmarkt am 9. Dezember).

PRÄSENZ UNSERER ORGANISATION
Bei folgenden Veranstaltungen war Niños de la Tierra vertreten:
Generalversammlungen des Cercle des ONGD (16. Feb,), von Hëllef fir d’Kanner vu Constanta (14. März), von Beetebuerg hëlleft (23. März);
Versammlungen bzw. Seminare von Beetebuerg hëlleft,  Diddeleng hëlleft, Monnerech hëlleft und SNJ;
Fest 15 Jahre Diddeleng hëlleft (11. Februar); Manif „Atomkraaft, nee Merci“ (Luxemburg, 26. April); Fête de l’Amitié (Bettemburg,10. Juli); Fest des Pfarrverbandes  Bettemburg-Hüncheringen (Bettemburg, 17. Juli) Informationsabend von Diane Catani, Luxemburger Theater- und Sozialpädagogin, über ihr Projekt “Theater macht Mut“ in einem chilenischen Armenviertel (Ettelbrück, 22. Juli);
Assises de la Coopération (Luxemburg, 14.-16. September); 10 Jahre Centre Multimedia in Bettemburg (14. September), 30 Jahre Vereinigung „ATD Quart-Monde Luxembourg“ und Journée Mondiale contre la Pauvreté (Luxemburg, 17. und 18. Oktober), Faire Kaffi (Bettemburg, 23. Oktober).

TREFFEN MIT „SALUT SALON“

Am 17. März 2011 wohnte eine Delegation unserer Organisation einem Konzert von SALUT SALON im Trifolion in Echternach bei. Das international renommierte vierköpfige Damen-Orchester führt auf eine humorvolle Art in das Reich der klassischen und modernen Musik ein. Dabei wird nach jedem Konzert für die EPA, Kunst-und Musikschule im chilenischen Armenviertel, gesammelt. Es versteht sich also, dass unsere Vereinigung, die die EPA seit ihrer Gründung im Jahr 1998 finanziell und moralisch begleitet, noch am selben Abend mit SALUT SALON zusammen kam, um  sich über das gemeinsam unterstützte Projekt auszutauschen. Mehr über das Engagement des Damen-Quartetts aus Hamburg erfahren sie online: www.salutsalon.de, Rubrik: Projekte

BESUCH VON PARTNERN
Im vergangenen Jahr haben folgende Partnerorganisationen uns besucht:
Kathy Cerny von ANAWIN, Cochabamba/Bolivien (17. März);
Sr Karoline Mayer, Präsidentin der Stiftungen CRISTO VIVE Chile, Bolivien und Peru, begleitet von Jorge Fernandez, Vorstandsmitglied der FCV Chile  und von Nicola Wiebe, Direktorin der FCVBolivia (24.-26. Mai);
auch Michaela Weyand und Eduardo Cisternas, Hauptverantwortliche von CREARTE e.V., Förderverein der EPA, Kunst- und Musikschule im chilenischen Armenviertel Achupallas, statteten uns einen Besuch ab. Wir begleiteten sie zu wichtigen Unterstützern in Luxemburg (28.-30. September): Pfarrverbandsrat Sassenheim, Gemeinde Monnerich, Musikschule von Redingen, Musikkonservatorium von Ettelbrück sowie Echternacher Musikschule.

NIÑOS DE LA TIERRA IM AUSLAND

1. NIÑOS DE LA TIERRA IN DEUTSCHLAND
Unsere Organisation war bei zwei Sitzungen von CRISTO VIVE EUROPA vertreten (Würzburg im Juni und Oberreifenberg im Oktober). Auch nahmen wir an der Jahresversammlung von CREARTE e.V. teil (Wissen im Juni).

2. NIÑOS DE LA TIERRA IN BOLIVIEN
Am 10. Februar wohnten Fernande und Michel Schaack sowie Lydie Hoffmann der Einweihung des Kindergartens Ch‘askalla in Tirani nahe Cochabamba bei. Stellvertretend für Niños de la Tierra wurden unsere drei Delegierten von den Gemeindeverantwortlichen von Tiquipaya und Cochabamba geehrt als Anerkennung unserer Verdienste in diesen Gemeinschaften. Neben ihrem Engagement bei den bolivianischen NGOs ANAWIN und FCV BOLIVIA nutzte Lydie die Gelegenheit, unsere Projekte und Partner in La Paz (Contexto) und Cuzco (FCVPeru) zu besuchen und uns über Fortschritte und  Schwierigkeiteen auf dem Laufenden zu halten. Sie vertrat auch unsere ONG beim Treffen aller Cristo Vive Stiftungen in Santiago de Chile (24. Mai). Am 23. August kehrte sie nach Luxemburg zurück.

UNSERE PROJEKTE IN CHILE, BOLIVIEN UND PERU
2011 hat Niños de la Tierra insgesamt sieben vom Luxemburger Staat kofinanzierte Projekte in Chile, Bolivien und Peru unterstützt.
NIÑOS DE LA TIERRA SEIT 1987 IN CHILE  
Zwei kofinanzierte Projekte in Chile:
Mit unserer Partner-ONG FUNDECAM haben wir auch 2011 wieder Mapuche-Gemeinschaften in zwei Regionen (Cunco und Toltén) in ihrem täglichen Überlebenskampf geholfen, gegen soziale und ethnische Unterdrückung, gegen den Raubbau an ihrer „Mutter Erde“, gegen die Zerstörung ihrer Lebensweise bzw. ihrer Kultur und für eine angepasste Gemeinschaftsorganisation (Kostenpunkt: 56.608 €).

NIÑOS DE LA TIERRA SEIT 2001 IN BOLIVIEN
Vier kofinanzierte Projekte in Bolivien:
Zwei Projekte mit unserem Partner ANAWIN:
1. Abschluss des pädagogischen Gesamtprojekts (über 3 Jahre) in Palqa/Pampilla, das den dortigen Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet hat und ihnen die Möglichkeit gibt, ihr Grundstudium bis zum Bachilleratoabschluss nahe an ihren Gemeinschaften zu absolvieren (Kostenpunkt: 52.531 €).
2. Start unseres neuen Projektes in Chapisirca, welches dazu beiträgt, die Ernährung in diesen entlegenen Andengemeinden abzusichern, und darüber hinaus eine ökologische und eine Frauen fördernde Komponente hat (Kostenpunkt: 97.400 €).
Ein Projekt mit der Fundacion CRISTO VIVE BOLIVIA (Sr. Karoline):
Aufbau des Kinderhortes Ch’askalla in Tirani für die Kinder im Vorschulalter dieser armen Vorstadtgemeinde von Cochabamba. Das Projekt ermöglicht auch jungen Frauen aus Tirani, ihren Schulabschluß nachzuholen sowie eine Ausbildung als Erzieherin zu machen, damit sie im Kindergarten arbeiten können. So wird die ganze Gemeinschaft in das Projekt eingebunden (Kostenpunkt: 36.450 €).
Ein Projekt mit unserer neuen Partner-ONG CONTEXTO in El Alto und Pacuani/La Paz: Es handelt sich um ein integratives Erziehungsprojekt in armen Vorstadt- und Dorfgemeinschaften, mit globaler, nachschulischer Betreuung der Kinder d.h. auf pädagogischer, grundmedizinischer, ernährungsbezogener und gemeinschaftlicher Basis. (Kostenpunkt: 103.705 €).

Feierliche Unterzeichnung des Vertrags zwischen Niños de la Tierra, CONTEXTO und der Gemeinde auf dem Gelände  des neuen Betreuungszentrums in El Alto (Mai 2011)

 

Des Weiteren beteiligten wir uns mit 7.000 € gemeinsam mit der Luxemburger ONG EDGH an dem Projekt unseres Partners ASUR in der Gegend um Sucre/Bolivien. Hier geht es um das Erhalten der uralten Webtechniken der indigenen Bevölkerung um Tarabuco, die so ihren Lebensunterhalt und ihre Kultur absichern.

NIÑOS DE LA TIERRA SEIT 2009 IN PERU
Ein kofinanziertes Projekt in Peru:
Es handelt sich um das von der Fundacion Cristo Vive Peru ins Leben gerufene Haus für misshandelte, verfolgte und allein gelassene Frauen, „Sonqo Wasi“ in Cuzco. Hier finden die Frauen vorübergehend eine neue Heimat, mit psychologischer, juristischer und humaner Hilfe, Begleitung in ein neues Lebensumfeld, Betreuung ihrer Kinder und teils Ausbildung in einem Beruf. Ziel ist es, den Frauen aus einer schwierigen Situation herauszuhelfen und sie zu befähigen, sich wieder im Leben zurechtzufinden. (Kostenpunkt: 106.800 €).

Beginn der Arbeiten am neuen Frauenhaus in Cuzco (März 2011)

 

2011 unterstützten wir auch folgende nicht kofinanzierten Projekte:
– die Mapuche-Schule „Trani Trani“ nahe Temuco/Chile (5.800 €)
– die Kunst- und Musikschule EPA in Achupallas/Viña del Mar/Chile (15.365 €)
– das Kinderheim Hogar Esperanza in La Florida/Chile (4.500 €)
– das medizinische und zahnmedizinische Programm von Dr. Annemarie Hofer nahe Tiquipaya und Quillacollo/Bolivien (8.500 €);
– die FCVB von Sr.Karoline Mayer in Cochabamba (16.500 €).
M.S. & J.-P. H.

Einladung

GENERALVERSAMMLUNG

von Niños de la Tierra a.s.b.l.

Donnerstag, 22. März 2012

um 20.00 Uhr

im Weltladen, 42, Mondorfer Straße

Bettemburg

Tagesordnung:

1. Begrüßung durch den Präsidenten

2. Tätigkeitsbericht

3. Kassenbericht

4. Bericht der Kassenrevisoren

5. Bewilligung der Berichte

6. Wahl der Kassenrevisoren

7. Festlegung der Mitgliederbeiträge

8. Unsere zukünftigen Aktivitäten

9. Verschiedenes und geselliges Beisammensein

Wir würden uns freuen, Sie in unserer Mitte begrüßen zu können.

Der Vorstand von Niños de la Tierra a.s.b.l.

ASSEMBLEE GENERALE ORDINAIRE

de Niños de la Tierra a.s.b.l.

Jeudi, 22 mars 2012
à 20.00 heures
à la Boutique du Monde
42, route de Mondorf
Bettembourg

Ordre du jour :
1. Allocution du Président
2. Rapport d’activités
3. Rapport financier
4. Rapport des reviseurs de caisse
5. Approbation des rapports9
6. Désignation des reviseurs de caisse
7. Fixation de la cotisation
8. Nos activités futures
10. Divers et pot de l’Amitié

Nous nous réjouirions de votre présence
Le Conseil d’Administration de Niños de la Tierra a.s.b.l.

VERÄNDERUNGEN IN CHILE ???

In Chile sind zurzeit Sommerferien und genau wie hierzuland steht dann alles auf Sparflamme. Kein Wunder also, dass Berichte von Großdemos, wie sie in den vorigen Monaten wöchentlich auf der Tagesordnung standen, aus den Schlagzeilen verschwunden sind.

Wir möchten Ihnen deshalb folgende 2 Beiträge zur Lage in Chile besonders empfehlen.

Zum einen die Einschätzung der allgemeinen Lage in Chile von Silvana Buholzer Rivera, der Direktorin unser langjährigen Partnerorganisation KAIRÓS in Santiago de Chile.

Zum anderen ein Artikel des Nachrichtenforums „agência latina press – Nachrichten aus Lateinamerika und der Karibik“ über den Versuch der aktuellen rechten Regierung, die Diktatur unter Genaral Pinochet in den neuen Schulbüchern zu minimisieren.

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

Santiago de Chile, 21. Dezember 2011
Zuerst einmal möchten wir euch fröhliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2012 wünschen. Auf dass es ein Jahr voller Hoffnung werde, die Welt ein bisschen brüderlicher und solidarischer zu machen.

Die letzten zwei Jahre waren für Kairós  voller Schwierigkeiten und Unsicherheiten. Die Veränderungen, die unser Land durchgemacht hat, sind nicht die Veränderungen, die die neue Regierung im Jahr 2010 in Angriff nehmen wollte. Bei den unerfüllten Versprechen handelt es sich um soziale, politische und ökonomische Angelegenheiten. Der Führung fehlte es an Klarheit und sozialem Gespür. Bisher wurde von den vielgeführten Debatten über gute Arbeitsbedingungen, Transparenz und den großen Veränderungen, die das Land benötigt, noch nichts in die Tat umgesetzt.

Das Jahr 2011 wurde durch den  Protest  der Bürger, vor allem der jungen Studenten, gekennzeichnet, die von den Politikern des Landes und ihrer Art und Weise Politik zu machen, enttäuscht sind. Die Studenten haben uns auf großartige Weise gezeigt, wie Bürgerbeteiligung funktioniert und dass es unbedingt notwendig ist, sich um die wichtigsten Dinge unserer Gesellschaft zu kümmern:  die Bildung, die gerechte Verteilung der finanziellen Mittel und die Gleichbehandlung. Dies ist die Grundlage, um bedeutende Veränderungen in der Gesellschaft durch Mitbestimmung der Bürger zu erreichen.

Wir möchten euch zwar einige relevante Entwicklungen unseres Landes mitteilen, aber ebenso möchten wir euch wissen lassen, dass wir die Geschehnisse in Europa sorgenvoll mit verfolgen. Dies tun wir nicht nur, weil sich dies auch auf unsere wirtschaftliche Lage  auswirkt, sondern weil sicherlich viele Menschen unter dieser großen Unsicherheit leiden, die es im sozialen Bereich und auf dem Arbeitsmarkt gibt. Dies bedauern wir sehr.

Wie bereits erwähnt, ist dieses Jahr durch die vielen Demonstrationen der Studenten gekennzeichnet, die staatliche und kostenlose Bildung und das Ende der privaten Universitäten fordern. Diese Themen rütteln an unserer politischen und sozialen Struktur, da solch tiefgreifende Veränderungen notwendigerweise Veränderungen der chilenischen Verfassung des Jahres 1980 voraussetzen. Die Politiker der Rechten, die derzeit unser Land regieren, sind nicht dazu bereit, diese Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Die Bildung ist seit dem tiefgreifenden Eingriff der Militärregierung von 1981 in privater Hand gewesen, als handele es sich dabei um ein Konsumgut. Denn nur wohlhabende Familien können es sich leisten, ihre Kinder zur Universität zu schicken; Familien des Mittelstandes ist dies nur durch Kredite möglich, die sie mit hohen Zinsen über mindestens 20 Jahre zurückbezahlen müssen; während Familien mit geringen finanziellen Mitteln  nicht einmal davon träumen können, ihren Kindern einen Universitätsabschluss zu ermöglichen. Für Leute aus Familien mit geringem Einkommen gibt es allerdings die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten. Dafür müssen aber eine Reihe von Voraussetzungen, wie z.B. gute Noten im Gymnasium, erfüllt sein. Doch wissen wir, dass Kinder mit Eltern aus einer niedrigen Bildungsschicht und schwierigen Arbeitsbedingungen wenig Chancen haben gute Schüler zu sein, da sie unter erschwerten Bedingungen lernen müssen. So ist es also nur ein kleiner Prozentsatz, der sich den Traum zu studieren erfüllen kann.

Zweifelsohne ist dieses Bildungsthema kein neues, sondern begleitet uns schon seit langer Zeit.
Die Krise, die das Bildungssystem Chiles durchlebt, hat seine Wurzeln in der Belastung und den negativen Bedingungen des neoliberalen Modells während der Diktatur von Augusto Pinochet (1973 – 1990).  Unter der demokratischen Regierung der letzten 20 Jahre wurde dieses überaus sensible und wichtige Thema “Bildungssystem” bis heute nicht angegangen. Die Forderungen der Studentenbewegung gehen über das Bildungsthema hinaus. Die Studenten fordern eine Veränderung des sozioökonomischen neoliberalen Marktmodells, wie z.B.  Steuerreform und  Verstaatlichung des Kupferbergbaus. Vom politischen System verlangen sie wahrhafte partizipative Demokratie.
Die Studenten werden sich weiterhin engagieren und gegen das aktuelle Bildungssystem demonstrieren, da die Regierung bisher auf keine der Petitionen eingegangen ist, die auch von der Bürgerinitiative unterstützt werden. Mehr als 80 % der Chilenen möchten radikale Veränderungen im staatlichen Bildungssystem und im politischen System.

Ein anderes großes Versprechen, das  die Regierung uns gegeben hat, ist , die Kriminalität zu beseitigen. Die Kriminalität entsteht unter anderem durch soziale Ungerechtigkeit. Chile ist eines der Länder Lateinamerikas mit der größten Ungleichheit. Die Schere zwischen Geringverdienern und Menschen mit hohem Einkommen wird immer größer. Zudem sind die Arbeitsplätze unsicher und die Löhne so gering, dass sie oft nicht einmal  das zum Leben Notwendige abdecken.

Der Kriminalität wird nicht abgeholfen, indem die Regierung mehr Gefängnisse baut. Wir glauben, dass es weniger Kriminalität geben wird, wenn alle Menschen in der Gesellschaft gleichberechtigt sind und es eine gerechte Verteilung der Mittel gibt. Nach den neuesten Statistiken ist die Kriminalität  im letzten Jahr um 10% gestiegen. Ein weiteres nicht erfülltes Versprechen.

Was das Thema  Arbeit betrifft, so sinkt laut Regierung die Arbeitslosigkeit. Allerdings wird dabei nicht erwähnt, wie unsicher die neu geschaffenen Stellen sind. Das nationale Institut für Statistik teilt mit, dass die Arbeitslosigkeit 7,2% erreicht hat. In der Region der Hauptstadt Santiago, in welcher sich 40% der Arbeitskräfte Chiles befinden, übersteigt die Zahl der Arbeitslosigkeit den Landesdurchschnitt mit 7,6%.

Die höchste Arbeitslosigkeit besteht mit 9%  in der verarmten Region La Araucania, im Süden des Landes, in welcher hauptsächlich die indigene Bevölkerung der Mapuche lebt. Selbst dieser Prozentsatz spiegelt nicht die tatsächliche Arbeitslosigkeit wider, da die Personen, die nur ein paar Stunden im Monat gearbeitet haben, bereits als “beschäftigt” gelten. Die neuen Arbeitsplätze bringen sehr geringe Löhne und kurzzeitige Arbeitsverträge mit sich. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen oft miserabel.

Unter diesen Rahmenbedingungen arbeitet Kairós, mit sehr wenig Sicherheit, was die Entwicklung der Sozialpolitik anbelangt und ob es auch weiterhin Programme zur Finanzierung der sozialen Arbeit von Kairós geben wird. Wir stellen mit Bedauern fest, dass die finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit immer weniger wird und dass die Prioritäten auf lukrativere Projekte  gesetzt werden. Es ist sehr schwierig für uns, unsere Aktivitäten  zu planen, da wir nie wissen, wie lange wir noch mit staatlicher Finanzierung rechnen können.

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, wir wollten euch in diesem Rundbrief einige Aspekte und Entwicklungen unseres Landes mitteilen, die wesentlich für unsere Arbeit sind.

Wir haben Glück gehabt, dass Anne Beyer, eine junge Psychologin aus Deutschland, Anfang Dezember zu uns gekommen ist, um einige Monate mit uns im Projekt zu arbeiten und uns geholfen hat diesen Brief ins Deutsche zu übersetzen und uns von ihren Eindrücken über unsere Arbeit erzählt.

Wir bedanken uns bei jedem Einzelnen von euch für eure solidarische Unterstützung, die es uns möglich macht, dass unsere Organisation weiterhin ihre Projekte für die verwundbarsten Menschen unseres Landes durchführen und weiter entwickeln kann.

Un fuerte abrazo,

SILVANA BUHOLZER RIVERA
DIRECTORA EJECUTIVA
CORPORACION KAIRÓS

http://www.kairosorg.cl/

Nationaler Bildungsrat streicht “Pinochet-Diktatur” aus Schulbüchern

Ära von General Pinochet soll Grundschülern „ausgewogener“ vermittelt werden

Aus der “Diktatur” wird das “Militärregime”, aus dem “Militärputsch” die “militärische Machtübernahme”: in Chile soll zukünftig Grundschülern die Schreckensherrschaft von General Augusto Pinochet mit seinen knapp 40.000 Opfern “ausgewogener” vermittelt werden. Einen entsprechenden Beschluss zur Abänderung der Schulbücher und des Unterrichtsmaterials hatte der Nationale Bildungsrat NCED bereits im November beschlossen, die Entscheidung wurde jedoch erst am heutigen Mittwoch (4.) bekannt.

Bildquelle: Biblioteca del Congreso Nacional de Chile

In den ersten Klassen werden die Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und zwölf Jahren damit nichts mehr von einem “blutigen Militärputsch” hören müssen. Diese Terminologie passt anscheinend nicht mehr ins Bild der derzeitigen Rechtsregierung unter Staatspräsident Sebastián Piñera. Inwieweit der Milliardär selbst Einfluss auf die nun heftig diskutierte Entscheidung genommen hat ist unklar. Gerade die Angehörigen der Opfer – über 3.000 Oppositionelle werden auch heute noch vermisst – sehen dies als massive Geschichtsfälschung an. Der Präsident des Sozialistischen Partei des Landes, Osvaldo Andrade, fand zunächst nur ironische Worte: “Es hat Ohren wie eine Katze, den Körper einer Katze, es miaut wie eine Katze – aber manche Leute wollen, dass man es Hund nennt!”

Bildungsminister Harald Beyer erklärte am Mittwoch (4.), es selbst habe kein Problem damit, die Epoche von 1973 bis 1990 unter Pinochet als “diktatorische Regierung” zu bezeichnen, der Rat habe jedoch im November beschlossen, zukünftig “den allgemeineren Begriff Militärregime” zu verwenden. Vor der Entscheidung seien auch zahlreiche Pädagogen, Berater und Sachverständige gehört worden. Für den Kongressabgeordneten Alberto Cardemil, der bereits unter Pinochet Minister war, bedeutet die Änderungen vor allem “eine technische und fachliche Anstrengungen des Ministeriums für Bildung, der Geschichte ein ausgewogeneres Bild zu geben.” Dies sei nichts ungewöhnliches, sämtliche Länder würden mit der Zeit ihre eigene Geschichte “überarbeiten”.

Für Ex-Präsident Eduardo Frei (1994-2000) ändert die Neudefinierung jedoch keinesfalls die Geschichte oder deren Bild. “Im Bewusstsein Chiles und im internationalen Bewusstsein gab es in Chile eine beschämende Diktatur und dies wird niemand durch einen Text oder eine Stellungnahme ändern” so der heutiger Senator für die Opposition. Er selbst hatte wie viele andere auch erst am Mittwoch von den Änderungen erfahren. Ans Licht kam die heimliche Umschreibung der Geschichte auch nur durch die gesetzlich vorgeschriebene Veröffentlichung im chilenischen Amtsblatt. Die NCED hatte sich im Vorfeld in Hinblick auf ihren Beschluss vollständig in Schweigen gehüllt.

 
Veröffentlicht unter CHILE

MUSIK VERBINDET

Am 18. Dezember 2011:

Benefizkonzerte in Bettemburg  bzw.  Saeul

zu Gunsten  der  EPA,  alternative Musikschule im Armenviertel Achupallas/Viña del Mar, Chile

Die Bettemburger Harmonie Municipale unter ihrem neuen Chef Stefan Kollmann lädt zu ihrem traditionellen WINTERKONZERT ein. Es findet im Festsaal des Bettemburger Schlosses statt, wie angedeutet, am 18. Dezember um 17 Uhr. Auch werden die in Eigenregie gekochte Zwiebelsuppe sowie ihre bestbekannte „Quetschekraut“- Marmelade  angeboten. Wir danken den MusikerInnen um Präsident Laurent Zeimet  für ihre Solidarität mit den Kindern und Jugendlichen  aus den Armenvierteln von Achupallas, für die Musik eine neue Lebenschance bedeutet.

 Solidarität  ist die Zärtlichkeit unter den Völkern   (Che Guevara)

Schon zum 5. Mal in der Vorweihnachtszeit veranstalten die Posaunenklassen der Musikschulen von Redingen und Echternach ein Benefizkonzert, das  diesmal am 18. Dezember um 17.00 Uhr in der Pfarrkirche von Saeul stattfinden wird. In den vorhergehenden Jahren standen sogar zwei Konzerte auf dem Programm. Wir beglückwünschen schon jetzt die Musiklehrer Jean-Marie Grimler und Jean Thill für ihr  beispielhaftes Engagement.  Den jungen Musikanten sei gesagt, dass sie dazu beitragen, minderbemittelten Kindern mehr Lebensfreude zu geben.
(M.S.)

Neues Projekt mit neuer Partnerorganisation

in El Alto und Palca (La Paz)

 

Das vorliegende Projekt ist in direkter Umgebung der bolivianischen Hauptstadt La Paz angesiedelt:

–          in Alto Chijini im 12. Distrikt der Stadt El Alto, einer Trabantenstadt um den Flughafen von La Paz mit fast einer Million Einwohnern auf 4100 m Höhe

–          in der Sektion  Pacuani der Landgemeinde Palca , 550 Einwohner, ca. 30 km vom Zentrum von La Paz entfernt auf 4000 m Höhe

Die beiden Zielgebiete unseres neuen Projektes sind  gekennzeichnet durch generelle Armut der Einwohner sowie mangelhafte Infrastruktur.

Die 21.700 Bewohner des Stadtteils Alto Chijini sind in der Regel landflüchtige indigene Aymara oder Quechua. El Alto gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt, etwa 50% der Bevölkerung ist 19 Jahre alt und jünger, nur 18% der Bevölkerung sind älter als 39 Jahre. Gründe dafür sind sowohl die hohe Reproduktionsrate der ansässigen Bevölkerung als auch der unverminderte Zuzug von Landflüchtigen, während die Einwohnerzahl von La Paz, das sich wegen seiner beengten Lage nicht weiter ausdehnen kann, seit Jahren stagniert. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Einwohnerzahl der Stadt mehr als verdoppelt.

El Alto gehört auch zu den ärmsten Städten der Welt: mehr als 70% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, 88% der Menschen sind Analphabeten bzw. verfügen nur über geringe Schreib- und Lesefertigkeiten. Immer noch haben die meisten Wohnviertel weder einen Wasser-, Kanal- noch einen Stromanschluss. Fast drei Viertel der Bevölkerung ist in der informellen Wirtschaft tätig. Auf improvisierten Verkaufsständen entlang der Geschäftsstraßen in La Paz bieten die Menschen tagsüber ihre teils eigengefertigten teils zugekauften Produkte an.

Auf den ersten Blick ist Alto Chijini nicht als Armenviertel auszumachen. Die breiten ungepflasterten Straßen verlaufen geradlinig  und im rechten Winkel zueinander. Auch der Ärmste umgibt als erstes sein Grundstück mit einer hohen Mauer aus roten Ziegelsteinen. Von der Straße aus nicht einzusehen, verbergen sich dahinter oft katastrophale Wohnverhältnisse. Anfangs besteht das Wohnhaus aus nur einem einzigen Raum mit rohen Backsteinwänden und Wellblechdach. Je nach Finanzlage der Familie wird dann verschönert und erweitert.

Die lokalen Behörden sind total überfordert. Einerseits können die Infrastrukturarbeiten nicht Schritt halten mit der rasanten Ausdehnung der Stadt und andererseits fehlen auch noch die dazu notwendigen finanziellen Mittel mangels zahlungskräftigen Bürgern. Immerhin gibt es in Alto Chijini 6 Schulen für 2.670 Grundschüler sowie 2 Gesundheitszentren. Hervorzuheben sind aber die 46 „juntas vecinales „ (Nachbarschaftskomitees), welche neben der offiziellen Stadtregierung das öffentliche Leben bestimmen. In einer Art basisdemokratischen Form wird versucht,  auf die Bedürfnisse und Probleme eines Viertels, eines Straßenabschnitts oder Häuserblocks einzugehen.

Die Bewohner der Landgemeinde Palca hingegen sind fast ausschließlich in der Landwirtschaft tätig. Aber die Erträge der mageren Felder auf der kargen, unwirtlichen Hochebene reichen gerade mal für den Eigenbedarf. Gelegentlich bringt ein geringer Überschuss ein winziges Einkommen. In Pacuani müssen 2 Klassenräume für sämtliche Vor- und Grundschüler reichen. Es gibt weder Trink- noch Abwassernetz und auch kein Gesundheitszentrum.

Die Folgen all dieser Missstände sind im Ballungsraum La Paz/El Alto eine überhöhte Sterberate bei werdenden Müttern und Kleinkindern sowie eine miserable Allgemein- und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen

Traditionell wurde den Bedürfnissen der Frauen, Kinder und Jugendlichen besonders der ärmsten Schichten seitens des bolivianischen Staates wenig Beachtung geschenkt. Erst seit dem Amtsantritt von Evo Morales ist hier ein deutliches Umdenken zu verzeichnen. Auch erreichen die Ausgaben für Soziales in La Paz und El Alto knappe 20 % des Budgets.

Das vorliegende Projekt versucht hier Abhilfe zu leisten.

Partner vor Ort ist die 1990 gegründete ONG „Contexto La Paz“. Ihr Ziel ist die Förderung und Entwicklung der vernachlässigten Bevölkerungsschichten in Zusammenarbeit mit unabhängigen indigenen Frauenorganisationen  welche sich im Dachverband „Juana Azurduy de Padilla“ zusammengeschlossen haben. Ihre Ausbildungsprogramme begreifen hauptsächlich ein integrales Bildungsprogramm für Mutter und Kind, Sozialprogramme, Programme zur Förderung der Arbeitstechniken und Produktion im handwerklichen Bereich sowie Programme für Basisorganisation, Zusammenarbeit und Einbindung der Frauen und Kinder in das soziale Leben. Contexto besteht aus gut einem Dutzend fest angestellter professioneller Mitarbeiter sowie einer ganze Reihe Freiwilligen in den jeweiligen lokalen Projekten.

Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt und begreift folgende Teile:

–          Bildungsprogramm für Mütter, Väter und Verantwortliche der Gemeinschaften. Es begreift Ateliers für lokale Entwicklung, für Grundkenntnisse in Gesundheit und Ernährung, für Ausbildung in leadership, für handwerklich- technische Ausbildung

–          Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche: Hausaufgabenhilfe, Lernhilfen, Vermittlung von Grundkenntnissen in Ernährung, Gesundheit und Ökologie

–          Ausbau der Zusammenarbeit mit den staatlichen und lokalen Autoritäten

–          Zusätzliche Ernährung und medizinische Grundversorgung der Kinder und Jugendlichen

–          Bau von 2 Aufnahmezentren: jeweils eines in El Alto und Pacuani. Sie werden mittags für die Kantine, nachmittags für die schulischen Beihilfen und abends für die Bildungsprogramme für Erwachsenen genutzt. Die Unterhalts- und Funktionskosten sind Bestandteil des vorliegenden Projektes. Die entsprechenden Grundstücke sind Eigentum der jeweiligen Gemeinschaften. Die neuen Gebäude verbleiben nach Ablauf des Projektes in ihrem Besitz.

Die Aussichten für den Fortbestand des Projektes nach Ablauf der 3 Jahre sind denkbar gut. Es entstand auf direkte Anfrage der beiden Gemeinschaften bei Contexto. Diese sind von seiner Wichtigkeit und Wirksamkeit überzeugt und werden sich voll und ganz für seine Nachhaltigkeit einsetzen. Seitens der Behörden bestehen ebenfalls gute Aussichten, dass nach drei Jahren nicht alles im Sand verläuft. Es entspricht hervorragend den Vorgaben zur Förderung der indigenen Bevölkerungsschichten der neuen bolivianischen Verfassung sowie des „Nationalen Entwicklungsplans“ von 2006. Auch verliefen erste Kontakte mit lokalen Autoritäten äußerst vielversprechend.

Laufzeit des Projekts: 2011 – 2014

Finanzierung des Projekts:

Anteil MAE  184.724,24 €

Anteil Niños de la Tierra asbl. 92.362,12 €

Gesamtkosten 277.086,36 Euro

Mapuche-Pastoral verurteilt Antiterrorgesetz

in „Blickpunkt Lateinamerika“  06.06.2011

Chile / Argentinien

Empört hat die Mapuche-Pastoral auf die Entscheidung von Chiles Oberstem Gerichtshof vom 3. Juni reagiert, wonach die Anwendung des Antiterrorgesetzes rechtmäßig sei. In einer gemeinsamen Erklärung der Mapuche-Pastoral der Diözesen Los Ángeles, Santiago, Valparaíso, Concepción und Temuco  aus Chile sowie der Diözesen Neuquén und Bariloche aus Argentinien heißt es, die berechtigten Anliegen der Mapuche könnten weder durch Kriminalisierung noch durch Anwendung des Antiterrorgesetzes gelöst werden. (Hintergrundinformation zum vorliegenden Prozess gibt’s hier)

Missachtung internationalen Rechts

Chiles Regierung sei in der Vergangenheit unter anderem vom UN-Menschenrechtskomitee auf ihre Verpflichtung hingewiesen worden, die nationale Gesetzgebung internationalen rechtlichen Menschenrechts-Standards anzupassen. Das Antiterrorgesetz müsse schon deshalb abgelehnt werden, weil Zeugenaussagen herangezogen werden könnten, die anonym abgegeben werden. Die Forderungen der Mapuche seien vor dem geschichtlichen Hintergrund Chiles legitim, der Staat habe die Rechte der Indigenen systematisch verletzt. Der chilenische Innenminister Rodrigo Hinzpeter habe den Obersten Gerichtshof über seinen Anwalt gebeten, das Urteil nicht zu annullieren. Damit heiße die Regierung die Anwendung des Antiterrorgesetzes gegen die Mapuche gut, in klarem Widerspruch zu diversen eigenen Erklärungen und Vereinbarungen. (bs)

Hier der Link zur Erklärung (auf Spanisch): http://documentos.iglesia.cl

Veröffentlicht unter CHILE

Chilenen wollen keine Mega-Staudämme

in „Blickpunkt Lateinamerika“ http://www.blickpunkt-lateinamerika.de

Chile 01.06.2011

Proteste gegen Hydroaysén im Mai 2011 / Greenpeace, Flickr

Immer wieder gehen die Chilenen auf die Straße: Am Samstag waren es in der Hauptstadt Santiago rund 13.000 Demonstranten, die gegen den Bau von fünf Staudämmen und Wasserkraftwerken im Süden des Landes protestierten – diesmal friedlich.

In den vergangenen Wochen waren bei Kundgebungen in mehreren chilenischen Städten Polizisten mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Tränengas gegen die Protestierer vorgegangen; mehr als 100 Personen wurden verhaftet.

Megaprojekt im Naturschutzgebiet

Geplant ist das Megaprojekt HydroAysen in Patagonien mitten in einem der größten Naturschutzgebiete der Welt. In der Region Aysen sollen zwei Flüsse gestaut und 5.900 Hektar Land geflutet werden, um Strom zu erzeugen. Damit soll allerdings nicht der Süden versorgt werden, sondern vor allem die Metropole Santiago. Für den Transport der Energie sollen Hochspannungsleitungen sorgen, die unter anderem durch Nationalparks und Reservate verlaufen werden.

Eine Umweltkommission in Aysen hatte den Bau der Staudämme Anfang Mai genehmigt. Drei Jahre lang hatte sie über das Projekt beraten und Umweltschützer und Bewohner der Region gegen das Vorhaben aufgebracht. Nun fehlt nur noch die Genehmigung für den Bau der Riesenstromleitungen. Das nötige Verfahren dazu will Staatspräsident Sebastian Pinera jetzt zügig voranbringen.

Zwei Drittel der Chilenen gegen das Projekt

Nicht nur Umweltschützer, auch Politiker aus allen Parteien, Studenten, Gewerkschafter oder Unternehmer sind gegen das Großprojekt. Im April sprachen sich in einer Umfrage rund 61 Prozent der Chilenen gegen HydroAysen aus. Ein Grund, warum sich die Bevölkerung jetzt durch die Kommissionsentscheidung übergangen und bevormundet fühlt. Große unberührte und einzigartige Landschaften würden zerstört, so die Gegner, und alternative Konzepte der Energieerzeugung gar nicht erst in Betracht gezogen. Den wachsenden Strombedarf könne man auch mit Wind- oder Sonnenenergie decken.

Bischöfe: „Bau ethisch inakzeptabel“

Auch die katholischen Bischöfe melden sich zu Wort und stellen sich eindeutig gegen das Vorhaben. Die Entscheidung für den Bau basiere allein auf wirtschaftlichem Interesse, und das sei „ethisch inakzeptabel und bedauerlich; das Volk wird verhöhnt“, heißt es in einem Hirtenschreiben. Der Fortschritt eines Landes könne nicht auf Kosten der Umwelt vorangetrieben werden. Die Bischöfe verlangen von der Regierung, über solche Großprojekte nur im Dialog mit der Bevölkerung zu entscheiden.

Familiäre Interessen

Pinera dagegen verteidigt das Projekt. Die Energieproduktion müsse in den kommenden Jahren verdoppelt werden, um mit dem Wirtschaftswachstum des Landes Schritt halten zu können. Nicht nur darüber ist die Beliebtheit des Präsidenten in den vergangenen Wochen gesunken. Besonders eine familiäre Verbindung wirft Schatten auf seine Person: Sein Schwager ist Geschäftsleiter des chilenischen Unternehmens Colbun, das das Milliardenprojekt HydroAysen gemeinsam mit der spanisch-italienischen Firma Endesa-Enel bauen soll.

Wasserkraftwerke oft umstritten

Wasserkraftwerke gehören zu den größten Bauwerken der Menschheit. Aber gerade deshalb gehen sie vielfach auch mit größten Protesten einher. In Belo Monte im Amazonasgebiet Brasiliens soll das drittgrößte Wasserkraftwerk weltweit entstehen. Doch der Bau würde die Lebensgrundlage zahlreicher indigener Völker zerstören. Zehntausende Menschen müssten umgesiedelt und mehr als 500 Quadratkilometer Gelände unter Wasser gesetzt werden.

Und auch das größte Kraftwerk der Erde, der Drei-Schluchten-Damm in China, zeigt fünf Jahren nach seiner Fertigstellung die Probleme solcher Megaprojekte auf. Häufige Erdrutsche bedrohen Bewohner in der Umgebung, weil wechselnder Wasserstand die Ufer aufweicht. Die Regierung musste vor rund zwei Wochen einräumen, dass der Damm das ökologische Gleichgewicht durcheinandergebracht habe.
In Chile werden die Proteste anhalten: Die Bürger wollen das HydroAysen-Projekt nicht. Nun hat auch noch das Parlament einer Untersuchungskommission zugestimmt, die das Genehmigungsverfahren wegen möglicher Unregelmäßigkeiten genau unter die Lupe nehmen soll. Einstweilen fließt also noch einiges Wasser die Flüsse in der Region Aysen herunter.

Camilla Landbö (kna), Santiago de Chile

Veröffentlicht unter CHILE