CHAPISIRCA und MONTECILLO

Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in CHAPISIRCA und MONTECILLO

2024 – 2027
Partner: ANAWIN
Budget total: 517.376.- € (auf 3 Jahre) Luxemburger Anteil: 296.226.- € davon Niños de la Tierra: 118.490.- € (aus eigenen Mitteln)

Unser neues Projekt mit ANAWIN, kofinanziert vom Luxemburger Außenministerium (MAEE), trägt den Titel „Stärkung und Festigung der Ernährungssouveränität in den Gemeinden Chapisirca und Montecillo durch die Förderung kleiner agropastoraler Betriebe und Schulungen für landwirtschaftliche Unternehmer“. Auch wenn der Titel lang und komplex erscheinen mag, fasst er das Ziel unserer Unterstützung im Hochland der Gemeinde Tiquipaya treffend zusammen: die Nachhaltigkeit der Hilfe zu gewährleisten, die wir diesen auf über 3.300 Metern Höhe lebenden Gemeinden seit über 14 Jahren leisten. Das oberste Ziel jeder Entwicklungshilfe ist es, die Begünstigten so weit zu bringen, dass sie ohne externe Hilfe auskommen müssen (die dann überflüssig wird).

Werfen wir einen Blick zurück auf die Geschichte unserer Präsenz in Chapisirca: Gemeinsam mit unserer Partner-NGO, der Fundación Cristo Vive Bolivia, und insbesondere dank Dr. Annemarie Hofer, begann Niños de la Tierra seine Arbeit im Hochland nördlich von Cochabamba. 2005 beteiligten wir uns (in Kofinanzierung mit dem Außenministerium) an der Erweiterung der Schulen und der Einrichtungen für Lehrkräfte in Chapisirca Centro, wo es damals deutlich an Unterstützung für die Bewohner bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme mangelte. Dieses Projekt war erfolgreich und nachhaltig (die errichteten Einrichtungen sind noch heute in gutem Zustand). Unser lokaler Partner sagte uns damals jedoch, wir hätten in Chapisirca „ein natürliches Kind zur Welt gebracht“ (was bedeutete, dass wir Hoffnung geweckt und Türen für weitere Hilfe geöffnet hatten). Dies eröffnete uns eine neue Perspektive auf unser Engagement und führte zu einer neuen, ambitionierten Strategie für die Fortsetzung unserer Arbeit in Chapisirca.

Im Jahr 2009 beauftragten wir ANAWIN mit einer umfassenden Bedarfsanalyse in den betroffenen Gemeinden, um deren Bedürfnisse, Entwicklungsvisionen, bestehende Konflikte und mögliche Lösungswege besser zu verstehen. Diese sehr gründliche und aufschlussreiche Analyse bildete die Grundlage für die Entwicklungshilfe, die Niños de la Tierra und unser Partner ANAWIN den Gemeinden anboten.

Seit dem ersten Projekt zur Ernährungssicherung im Jahr 2011 haben wir drei weitere Projekte (zwischen 2011 und 2022) durchgeführt. Alle wurden vom Außenministerium (MAEE) kofinanziert und unabhängig geprüft – jedes Mal mit sehr positiven und ermutigenden Ergebnissen. Diese Ergebnisse führten zu den neuen Zielen der nachfolgenden Projekte.

Anfang 2024 präsentierte Niños de la Tierra daher ein neues und abschließendes Projekt für Chapisirca und Montecillo (und erhielt die Zusage des Außenministeriums für eine Kofinanzierung). Dieses Projekt kann die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der 2.300 beteiligten Menschen nachhaltig verbessern, da es Lösungen bietet, die auch nach dem Ende der Unterstützung für die Begünstigten fortgeführt werden können.

Es zielt darauf ab, den Finanzierungsbedarf für die Konsolidierung der Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsaktivitäten in den kommenden Jahren zu decken und legt dabei besonderen Wert auf Unternehmertum und Geschlechtergleichstellung.

Das Projekt läuft über drei Jahre und basiert auf fünf Erkenntnissen aus den Vorjahren:

– den Begünstigten zuhören und sie verstehen,

– die Frauen an kleinen landwirtschaftlichen Betrieben beteiligen,

– ihnen Zugang zu lokalen Märkten verschaffen, die Produktion aufwerten und die Ausweitung des Marketings begünstigen,

– Wissen und Können über Ernährung, Gemüseanbau und Tierhaltung in den Schulen vermitteln,

– die Organisation innerhalb der Gemeinden stärken.

Das Projekt arbeitet daher auf zwei Ebenen:

1) Stärkung der Kapazitäten und Fähigkeiten von Bauernfamilien zur Gründung und Führung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe: a) Intensivierung und Modernisierung des Gemüseanbaus für den Eigenbedarf und die Vermarktung; b) Verbesserung der Tierhaltung und der genetischen Vermehrung; c) Gründung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe.

2) Förderung und Stärkung der Ernährungssouveränität im Lehrplan der Schulen in Chapisirca und Montecillo: a) Einrichtung eines umfassenden Bildungszentrums (mit Geschlechtergleichstellung); b) Schulung der Schulgemeinschaft in landwirtschaftlicher Unternehmensführung. c) Stärkung des Bachillerato Tecnico Humanistico (BTH)-Programms.

Es ist hervorzuheben, dass die finanzielle und logistische Beteiligung der Gemeinden selbst und insbesondere der bedeutende finanzielle Beitrag der Gemeinde Tiquipaya einen klaren Vorteil für die Nachhaltigkeit dieses Projekts darstellen. Dies ist für uns und ANAWIN ein wichtiges Zeichen dafür, dass dieses Projekt wirklich „bei den Leuten angekommen“ ist und sie bei der Bewältigung ihrer Probleme unterstützt.

Von einem Gesamtbudget von 517.376 € entfallen 296.226 € auf Luxemburg, wovon Niños de la Tierra 118.490 € (aus eigenen Mitteln) aufbringen muss.

Vielen Dank für Ihre anhaltende Unterstützung unserer Arbeit. Die Gemeinden Chapisirca/Montecillo sind ein gutes Beispiel für gelungene gegenseitige Hilfe.

Jean-Paul Hammerel