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Cusco: «SONQO WASI»: Aufnahmezentrum, Ausbildungszentrum und Zentrum für integrale Entwicklung von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden

2009 – 2012

Budget: 253.594,07.- € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, denen Frauen fast täglich ausgesetzt sind, ist in der Region Cuzco ein schwerwiegendes soziales Problem. Die Fälle von physischer, psychologischer oder sexueller Misshandlung sowie von Vernachlässigung häufen sich.Am meisten betroffen sind indigenen Frauen, vor allem Arbeitssuchende vom Land mit niedriger Schulbildung. Sie arbeiten oft als Hausangestellte, sind schlecht bezahlt und befinden sich in totaler Abhängigkeit von ihren Arbeitgebern, ein Umstand, der leicht zu Missbrauch, Diskriminierung und Gewalt führt.Hinzu kommt, dass die Kinder, die in der Familie Gewalt an ihrer Mutter bzw. an sich selbst erfahren haben, im Erwachsenenalter oft selbst zu Gewaltanwendung neigen und so den Teufelskreis der häuslichen Gewalt weiterführen. Aber auch bei den Kindern selbst sind die Spuren sichtbar: gestörte affektive Beziehungen, unangepasstes soziales Verhalten, schlechte Leistungen in der Schule, um nur einige zu nennen.Das vorliegende Projekt der Fundación Cristo Vive Perú (FCVP) will dieser tragischen Situation in der Region Cuzco entgegenwirken.

Die FCVP ist eine Stiftung öffentlichen Rechts ohne Gewinnzweck mit sozialem, kulturellem Charakter, gegründet im September 2003. Bisher bestand das Team ausschließlich aus freiwilligen Mitarbeitern, welche sich unentgeltlich für die Armen und die Ausgeschlossenen der peruanischen Gesellschaft einsetzen.

Sie arbeiten seit fast vier Jahren im Bereich der häuslichen Gewalt und bieten ambulante Hilfestellung, besonders für misshandelte Frauen, an.

Das Projekt umfasst die Distrikte Recoleta, Cristo Pobre et Ayuda Mútua im Nordosten der Provinzhauptstadt Cuzco.

Auch die Gemeindeverantwortlichen sind sich seit einiger Zeit der Problematik bewusst und suchen in Zusammenarbeit mit den Einwohnern der Armenviertel sowie den verschiedenen Organisationen nach einer zufriedenstellenden Lösung.

Die Anzahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt nimmt dauernd zu, die Zahl der zuständigen staatlichen Institutionen jedoch nicht. Sie verfügen auch nicht über die notwendigen finanziellen, logistischen und personellen Mittel, um ihrer Aufgabe gerecht du werden. Des Weiteren ist das Personal nicht genügend ausgebildet, um die Opfer effektiv in ihrer tragischen und traumatischen Lage zu betreuen.

Das «Ministerio de la Mujer y Desarollo Social (MIMDES)», betreibt 4 «Centros de Emergencia Mujer (CEM)» im Bezirk Cuzco. Ihre Dienste sind gratis. Aber ihre Zahl reicht nicht aus bezüglich der steigenden Nachfrage. Und noch traut sich eine große Zahl von Betroffenen nicht, ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, aus  dem Gefühl heraus, einem unpersönlichen, indifferenten und unsensiblen bürokratischen Apparat ausgeliefert zu sein. Auch gibt es keine staatlichen Beihilfen zur Deckung der medizinischen Unkosten im Falle einer Misshandlung. Psychologischer sowie rechtlicher Beistand sind für diese Frauen unerschwinglich.  Und doch benötigen sie diesen ganz besonders, um ihre verlorene Selbstachtung wieder zu gewinnen, dem Druck einer Gesellschaft zu widerstehen, die in großen Teilen Gewalt gegen Frauen noch als eine Art  Naturgesetz ansieht.

Das geplante Zentrum «Sonqo Wasi» besteht aus einem ambulanter Beratungs- und Behandlungsservice sowie zwei Frauenhäusern. Es möchte den misshandelten Frauen nicht nur eine kompetente und professionelle Hilfestellung anbieten sondern darüber hinaus ein Ort voller menschlicher Wärme, Zuwendung und Verständnis sein, in dem die Frauen zusammen mit ihren Kindern ihre traumatischen Erlebnisse aufarbeiten können.

Die Verantwortlichen schätzen die Kapazität der zwei Frauenhäuser auf ungefähr 30 Frauen pro Jahr. Der Aufenthalt ist auf maximal 4 Monate begrenzt, die Zahl der begleitenden Kinder auf 3. Die Frauen und auch die Kinder erhalten während dieser Zeit psychologische Betreuung, damit sie ihre verlorene Selbstachtung wiedergewinnen und so ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können. Um den Frauen den Start in einen neuen Lebensabschnitt zu erleichtern, können sie während ihres Aufenthaltes im Frauenhaus an verschiedenen Ausbildungskursen teilnehmen, um somit ihre Chancen auf eine Arbeit und auf finanzielle Unabhängigkeit zu erhöhen.

Die nicht schulpflichtigen Kinder der Frauen werden ganztags betreut und mit speziellen Programmen so weit wie möglich gefördert. Die größeren Kinder erhalten gegebenenfalls Nachhilfeunterricht, damit sie den schulischen Anforderungen gewachsen sind, trotz der großen seelischen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind.

Bei der ambulanten Behandlung stützt man sich auf die Erfahrungen der vergangenen 4 Jahre. Im Laufe des Jahres 2007 nahmen 227 Frauen und 81 Männer diesen Dienst in Anspruch. Um einen integralen Aufarbeitungsprozess zu gewährleisten, werden auch die Täter in den Betreuungsprozess eingegliedert.

Die FCVP Mitglied der «Mesa Regional de Lucha contra la Violencia Familiar», deren Hauptziel  die  Reduzierung der Gewalt in den Familien ist.

Im erzieherischen Bereich arbeitet die FCVP mit der Frauenorganisation «Vasos de Leche» und der Elternschule zusammen.

Die Verantwortlichen des Projekts schätzen die direkten Nutznießer des vorliegenden Projektes auf ungefähr 5700 Personen für die Laufzeit von 3 Jahren. Hinzu kommen die anderen Familienmitglieder der Betreuten als indirekte Nutznießer.

Da für den Neubau des Zentrums kein passendes Grundstück aufzutreiben war, haben die Verantwortlichen beschlossen, zwei Häuser anzumieten. Das Betreuungsteam umfasst eine Koordinatorin (ganztägig), einen Psychologen, eine Sozialarbeiterin, eine Erzieherin, einen Ausbilder sowie eine Sekretärin (jeweils halbtäglich). Ein Teil des Budgets wird für die Instandsetzung und Anpassung der Räumlichkeiten an die bestehenden Bedürfnisse sowie die entsprechende Innenausstattung gebraucht. Ein weiterer Teil dient zur Deckung der Miets- und Unterhaltskosten sowie der Gehälter.

mk

 

 

 

 

 

 

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