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 Nahrungssicherheit für Mapuche Kleinbauern

Juni 2012 – Mai 2015

Partnerorganisation: FUNDECAM Temuco

Budget: 108.704.- € (auf drei Jahre) zu zwei Drittel vom Luxemburger Staat kofinanziert

Ende März waren wir zu Besuch in den Mapuche Gemeinschaften José Carvajal und Francisco Huentro Painemil in Chile. Dies sind zwei von vier Gemeinschaften aus der Gemeinde Freire, die zurzeit mit unserer Partnerorganisation Fundecam ein Entwicklungsprogramm durchführen. Finanziert wird das Projekt von “Niños de la Tierra”. Drei Jahre lang soll den vier Gemeinschaften zu größerer Nahrungssicherheit verholfen werden. Auch die Ausbildung der Verantwortlichen und die Stärkung der Organisationen sind notwendig für ihre Weiterentwicklung.

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Roberto Mansilla von Fundecam mit Mercedes Huenulaf, Dirigente der Gemeinschaft José Carvajal

350 Menschen sind von dem Projekt betroffen. Sie leben in großer Armut. In der Vergangenheit mussten sie ohne Hilfestellung der öffentlichen Instanzen auskommen. Ihre Armut hängt eng mit dem Landmangel zusammen. Für Viehzucht und Ackerbau besitzen sie als Kleinbauern nur 1 bis 1,5 Hektar pro Familie. Einst verfügten sie, die Ureinwohner Chiles, über große Landflächen. Enteignet wurden sie zuerst von den Spaniern und zuletzt unter Pinochet.

Es ist schwer, vom Ertrag solch kleiner Flächen zu leben. Eine optimale Bewirtschaftung ist unerlässlich, um die Nahrungssicherheit in etwa zu gewährleisten. Unser Partner Fundecam bietet den Gemeinschaften Kurse an über Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Produktion von organischem Dünger, geeignete Pflanzen, Konservierung von Nahrungsmitteln und den Umgang mit Wasser. Denn Wassermangel wird immer mehr zum großen Problem. Pflanzen, die viel Wasser benötigen, werden nicht mehr angebaut. 500 l Trinkwasser pro Familie werden einmal die Woche von der Gemeinde geliefert und in einem Fass aufbewahrt.

Weil die betroffenen Familien kaum über eigenes Einkommen verfügen, sind im Projekt soziale Kredite vorgesehen, um kleine aber wichtige Investitionen in der kleinbäuerlichen Produktion zu ermöglichen. Es handelt sich um “Mikrokredite”, die zur Hälfte von den Familien zurückbezahlt werden. Verwaltet werden die Kredite von der Leitung der Gemeinschaften unter der Kontrolle unserer Partnerorganisation vor Ort.

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Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Selbstverwaltung auf sehr verantwortliche Weise durchgeführt wird. Dieses Vorgehen lehrt die indigenen Familien, mit Geld umzugehen, drückt Vertrauen aus und respektiert ihre Würde. 10.000.-€ sind pro Jahr für diesen Rotationsfonds im Projekt vorgesehen. Das Geld bleibt den Gemeinschaften erhalten, bis es ganz aufgebraucht ist.

Wie nutzen die Familien diese Kredite? Die meisten kaufen zuerst Draht, um ihre Gärten zu umzäunen, damit das Gemüse nicht von den Tieren gefressen wird. Sie umzäunen ihre Wiesen, so dass die Tiere nicht weglaufen können. Sie kaufen Zinkblech und Holz, um kleine Ställe und Scheunen zu bauen, Plastikfolie für Gewächshäuser, sowie geeignetes Saatgut und Tiere zum Züchten, hauptsächlich Hühner, Schafe und Schweine. Diese sind eine wichtige Nahrungsquelle, verbrauchen wenig und bringen beim Verkauf etwas Geld.

Schwein& serreSüdamerika 2013 (35)Hühner
Hier geht es wirklich um Grundbedürfnisse!

Parallel zu den Maßnahmen im Bereich Nahrungssicherheit werden die Verantwortlichen der Gemeinschaften ausgebildet. Sie lernen die Bestimmungen der indigenen Gesetzgebung kennen, damit sie ihre Rechte besser in Anspruch nehmen können. Den “dirigentes” wird in den Kursen aufgezeigt, wie sie sich besser organisieren und sich gegebenenfalls mit andern Gemeinschaften vernetzen und austauschen können. Gemeinsam handeln, macht stärker. Die Verantwortlichen lernen, wie man Projekte entwirft und formuliert. So können sie Fördergelder beantragen von der Gemeinde, der Region und vom Staat.

Die Gemeinschaft José Carvajal hat noch weit größere Probleme zu lösen. Von den etwa 100 Mitgliedern sind 25 von einer erblichen Augenkrankheit betroffen, die im Alter von 15 bis 25 Jahren zur Erblindung führt. David Carvajal, der Verantwortliche der Gemeinschaft, ist selbst blind. Zwei Jahre wartet er schon auf eine Augenoperation im öffentlichen Gesundheitssystem.

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Roberto Mansilla im Gespräch mit David Carvajal, dem blinden Dirigente der Communidad José Carvajal

Am Anfang reagierte die Gemeinschaft mit großer Skepsis auf das Angebot zur Unterstützung. Bisher wurde ihnen jede Hilfe verwehrt. Wir haben im Projekt eine Begleitung von vier Stunden pro Woche vorgesehen für alle, die an der Augenkrankheit leiden. Diese Begleitung soll jede mögliche Hilfestellung geben, um die Behandlung und die Unterstützung zu organisieren. Bei unserm Besuch konnten wir feststellen, dass diese wichtige Hilfestellung zurzeit noch nicht ausreichend ist. 53 Besuche bei einem privaten Augenarzt wurden in kürzester Zeit durchgeführt, Brillen für die Kinder müssen gekauft werden. Weitere Maßnahmen sind erforderlich. Die Begleitung wurde einstweilen verstärkt und wir hoffen auf gezielte Spenden, um auf diese Problematik zu antworten.

Um nachhaltig aus der Armutsfalle auszubrechen und die Nahrungssicherheit (food security) hin zur Ernährungssicherheit (nutrition security) zu verbessern, müssten Lösungen erarbeitet und finanziert werden, die den Gemeinschaften ausreichenden Zugang zu Wasser und die Anschaffung von zusätzlichem Land ermöglichen.

Yvette Schweich-Lux

Fotos : Yvette Schweich-Lux

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Unterstützung der Mapuche Familien der Gemeinden Toltén und San José de la Mariquina in ihrem Kampf gegen Armut und Umweltprobleme

2010 – 2013

Partnerorganisation: FUNDECAM Temuco

Budget: 111 624.- € (auf drei Jahre) zu 75 % vom Luxemburger Staat kofinanziert

In der Region Araucaria in Zentral Chile ist der Anteil der indigenen Mapuche mit 23,43 % der höchste in ganz Chile. Aber die meisten Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe rangieren ganz unten im sozialen Gefüge. Sie leben traditionell von der Landwirtschaft, aber ihre Produktion ist so miserabel, dass es oft nur zur Selbstversorgung reicht. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig: zu wenig und oft ungeeignetes Land, mangelnde Ausbildung, kein Zugang zu Kapital und zu den regionalen und nationalen Märkten. Hinzu kommen klimatisch bedingte Probleme wie Auswaschung der Böden durch öfter wiederkehrende heftige Regenfälle gefolgt von längeren Perioden außergewöhnlicher Dürre. Des Weiteren genossen die Mapuche lange Zeit so gut wie keine Unterstützung von Seiten des chilenischen Staates.

Diese Situation von Ausgrenzung hat natürlich negative Auswirkungen auf die Werteinschätzung der Betroffenen insbesondere der Jugendlichen. Anfangs friedliche Proteste arten in Gewalttätigkeiten aus, welche wiederum aggressive Gegenaktionen der Polizeikräfte bewirken. Die Gerichte verurteilen sich wehrende Mapuche noch immer nach den Anti-Terrorgesetzen aus der Pinochet-Zeit.

Zusätzlich zu diesen widrigen Lebensumständen sind die Mapuche Gemeinschaften um Toltén und San José de la Mariquina mit einem gravierenden Umweltkonflikt belastet.

  Der größte chilenische Zellulose-Hersteller „Celulosa Arauco“ mit Sitz in Valdivia ist für mannigfaltige Umweltschäden in der Region verantwortlich. Seit 1980 hat diese Firma 130.000 Hektar einheimischen Wald gerodet und schnellwachsenden Baumarten zur Zellulose-Herstellung angepflanzt.  Die Produktion wurde 2004 aufgenommen und die teils giftigen Abwässer in den Fluss Cruces abgeleitet.

Verheerende Schäden an Flora und Fauna sowohl des Flusses wie der Uferzone waren die Folgen. Immer wieder kam es deswegen zu größeren Protestkundgebungen von Einheimischen und Umweltschützern. „Celulosa Arauco“ beschloss daraufhin die Abwässer über eine 45 km lange unterirdische Leitung vom Werk in San José de la Mariquina zur Bucht von Mehuín direkt ins Meer zu leiten. Dies würde die Zerstörung der Lebensgrundlage der Lafkenche Gemeinschaften dieser Gegend bedeuten, welche von Küstenfischerei, Muscheln- und Algensammeln sowie extensivem Ackerbau und Viehzucht leben.

 

Das vorliegende Projekt unserer Partnerorganisation FUNDECAM (Fundación de Desarrollo Campesino) in Temuco versucht hier Abhilfe zu schaffen insbesondere durch

– die Schulung der indigenen Gemeindevorsteher, damit sie die Interessen ihrer Gemeinschaften besser gegenüber der Regierung, den lokalen Autoritäten sowie privaten Gesellschaften verteidigen können

– die Bekämpfung der Armut durch Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und der Fischerei. Der vorgesehene Fonds („Fondo Rotatorio“) erlaubt es, den betroffenen Familien soziale Mikrokredite zu gewähren, um notwendige Investitionen zur Verbesserung ihrer landwirtschaftlichen Produktion zu finanzieren. Dieser Fonds wird von den Gemeinschaften selbst unter Aufsicht von FUNDECAM verwaltet. Die Familien müssen eine detaillierte Planung ihres Projektes vorlegen und sich verpflichten, wenigstens 50% des Kredits zurückzuzahlen.

– den Austausch von Erfahrungen und Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels und die Bekämpfung der dadurch entstandenen Probleme

– die Unterstützung der von Umweltschäden bedrohten Gemeinschaften, damit sie ihre Rechte und Interessen besser verteidigen können.

Die Nutznießer des vorliegenden Projektes sind:

– einerseits 112 Familien im Norden der Gemeinde Toltén, welche vor allem von der Viehzucht leben,

– andererseits 190 Mitglieder von zwei Fischereigenossenschaften (Queule und Mehuin), die sich im „Komitee zur Verteidigung des Meeres“ zusammengeschlossen  haben, um sich gegen die geplante Abwasserleitung von „Celulosa Arauco“ zur Wehr zu setzen sowie ihre Familien.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren, von März 2010 bis Februar 2013.

Die Gesamtfinanzierung des Projektes  beläuft sich auf 111 624.- Euro, welche zu zwei Dritteln vom Luxemburger Staat übernommen  werden.

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Förderung nachhaltiger, selbst verwalteter Entwicklungsarbeit in 5 Mapuche Pehuenche Gemeinschaften der Gemeinde Cunco in der IX. Region, Chile

2008 – 2011

Partnerorganisation: FUNDECAM, Temuco

Gesamtkosten: 124.104,00 € zu 2/3 vom Luxemburger Staat kofinanziert
 
Seit Jahren bemüht unsere ONG sich um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Mapuche, eines indigenen Volkes Chiles. Die IX Region, die Araucanía, zeigt mit 26,2% die höchste Armutsrate Chiles auf. Als arm gelten in Chile jene, deren gesamte Einkünfte nur die Grundernährung sichern, als absolut arm jene deren Einkommen nicht einmal für die Ernährung ausreicht. Absolut arm sind in der Araucanía 6,1% der Einwohner. 
 
In dieser Region gibt es mit 26% die höchste Zahl von Mapuche Einwohnern. Die allermeisten Mapuches leben mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft. Seit der „Conquista“ mussten sie beständig Landverluste hinnehmen. Unter der Pinochet Diktatur erreichten diese Enteignungen ihren Höhepunkt. Riesige Flächen Mapuche Land mussten an Großgrundbesitzer und Forstkonzerne abgetreten werden. Die Verarmung der Mapuches ist eng mit dem Landverlust verbunden. Auch die Umweltschäden vergrößern die Armut. Vor allem die riesigen Forstmonokulturen führen zu akutem Wassermangel durch die Absenkung des Grundwasserspiegels und der Vertrocknung von Wasserläufen.5 Mapuche Gemeinschaften, bestehend aus ungefähr 100 Familien haben unsere Partnerorganisation Fundecam („Fundación de Desarollo Campesino“) gebeten mit ihnen zusammenzuarbeiten um ein Konzept zur nachhaltigen Bekämpfung ihrer Armut auszuarbeiten. „Niños de la Tierra“ hat sich bereit erklärt das Projekt, das sich über 3 Jahre erstreckt, zu finanzieren.Die betroffenen Familien sind von Anfang an in das Projekt eingebunden. Das Konzept ist gemeinschaftlich ausgearbeitet worden, es wird gemeinsam verwaltet und durchgeführt. Es ist eng verbunden mit der Mapuche Kultur und dem Respekt der natürlichen Umwelt, der in der indigenen Kosmovision eine wesentliche Rolle spielt. All diese Voraussetzungen sind für uns wichtige Grundlagen nachhaltigen Handelns.Das Projekt besteht im Wesentlichen aus der Fortbildung der dirigentes (=Gemeinschaftsleiter), sowie aus einer Analyse und Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion.Eine gründliche Fortbildung der gewählten Gemeinschaftsleiter, die in der Mapuche Kultur eine wichtige Rolle spielen, ist unentbehrlich um die Interessen der Gemeinschaften in der heutigen Zeit wirksam zu vertreten und ihre Rechte zu verteidigen. Die dirigentes lernen Projekte auszuarbeiten, die sie den regionalen und nationalen Instanzen unterbreiten können. Auch die Zusammenarbeit der comunidades (=Gemeinschaften) in der Region soll gefördert werden, damit sie größeres Gewicht bei den Verhandlungen mit den Behörden bekommen und in den zuständigen Gremien über die zukünftige Gestaltung der Region beteiligt werden und mitbestimmen können.

Wichtig ist auch die rechtliche Ausbildung in Umweltfragen um ihr Land vor den negativen Auswirkungen Umwelt schädigender Unternehmen besser zu schützen. Dies betrifft in der Gegend von Cunco besonders die Fischzucht, die unvertretbare Ausmaße annimmt, weil sie äußerst lukrativ ist, die Wasserläufe jedoch massiv verseucht.Um die Armut zu bekämpfen muss die landwirtschaftliche Produktion in Qualität und Quantität verbessert werden. Dies soll unter Berücksichtigung agroökologischer und traditioneller Gesichtspunkte geschehen und die Nahrungssicherheit gewährleisten. An Ort und Stelle werden den Mapuche Kleinbauern theoretische und praktische Fortbildungskurse angeboten und während der Dauer des Projektes werden sie bei ihrer Arbeit regelmäßig begleitet. Da sie Selbstversorger sind muss eine gesunde, vielseitige und ausreichende Produktion gewährleistet werden. Außerdem kann der erhoffte Überschuss verkauft werden und ein zusätzliches Einkommen schaffen.Die technische Ausrüstung der Mapuches ist unzureichend und unangepasst. Das Geld fehlt um Geräte zu kaufen und notwendige Verbesserungen vorzunehmen. Deshalb stellt das Projekt den Familien eine gewisse Summe zur Verfügung, ein fondo rotatorio. Von diesem Betrag werden den Mapuche Familien kleine, teilweise rückzahlbare Darlehen zur Verfügung gestellt.Es handelt sich um eine besondere Form von Mikrokrediten, die von den Familien nach festgelegten Regeln selbst verwaltet werden. Um einen Kredit zu beantragen, müssen sie der Gemeinschaft einen mit Fundecam erarbeiteten landwirtschaftlichen Plan, sowie einen begründeten Antrag vorlegen so z.B für den Kauf von Saatgut, von landwirtschaftlichen Geräten, den Bau einer Scheune usw. Die Versammlung der Familien studiert die Anfrage und gewährt einen Kredit, der je nach Fall zu 50 bis 80% zurückgezahlt werden muss. Die gemeinschaftliche Verantwortung ist ein wichtiges Element bei der Verwaltung der Darlehen. Auf diese Weise lernen die Familien mit der Unterstützung der Fachleute Fundecams ihr Produktionssystem zu analysieren, Lösungen zu suchen um es zu verbessern, sowie Kredite zu verwalten, die ihnen zugestanden werden.Das Projekt basiert auf der Methodologie des horizontalen Lernprozesses, der durch die Stärkung der individuellen Fähigkeiten auch die Gemeinschaften stärkt.
ysl
 
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Hilfe für die vom Erdbeben betroffenen Mapuche Lafkenche Familien in Chile
2010
 
Partnerorganisation: FUNDECAM Temuco
Gesamtkosten: 43.827,20.- € vom Luxemburger Staat kofinanziert
 
 

Am 27. Februar 2010 wurde Chile von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Die Gegend um Concepción war hauptsächlich betroffen. (siehe unseren Spendenaufruf vom 6. März 2010)

Fundecam, unsere Partnerorganisation in Temuco, konzentrierte ihre Hilfestellung hauptsächlich auf die Lafkenche-Familien der Küstenregion – in der Umgebung von Queule in der Gemeinde Toltén (IX. Region) sowie um Mehuín in der angrenzenden Gemeinde San José de la Mariquina (X.Region) -, die von der nachfolgenden Flutwelle stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

Im März 2010 sahen wir bei Gelegenheit einer Projektreise die großen Schäden an Landestegen, Booten und Fischereigeräten aber besonders die vielen beschädigten Fischerhäuschen. Mehr noch als die materiellen Schäden aber erschreckten uns die psychologischen Auswirkungen des Bebens auf die Betroffenen.

Ganz Chile stand unter Schock und die anlaufende Hilfe konzentrierte sich hauptsächlich auf die Gegend des Epizentrums um Concepción, die Bewohner der weiter südlich gelegenen Regionen haben bis zum heutigen Tag praktisch keine Hilfe von offizieller Seite bekommen !!

Fudecam sowie die von den betroffenen Gemeinschaften auserwählten Vertreter schätzten die Schäden ab und leiteten erste Hilfemaßnahmen ein (zum Erstaunen der Betroffenen, die es nicht gewohnt sind, ernst genommen zu werden und schnelle Hilfe zu bekommen).

Dank Spendengeldern (31.000 €) der Luxemburger ONGs Niños de la Tierra, Bétebuerg Helleft und Terre des Hommes wurden erste konkrete Hilfsmaßnahmen ergriffen.

Mit fortschreitender  Bestandsaufnahme entdeckten die Vertreter von Fundecam bei vielen betroffenen Familien Situationen versteckter extremer Armut, welche erst durch das Beben offenkundig wurden. So wurde, in Übereinstimmung mit den Gemeinschaften und mit unserer ONG beschlossen, die Spendengelder vorrangig für den Wiederaufbau bzw. die Reparatur der beschädigten Häuser zu verwenden sowie neues Bettzeug, Netze und Lebensmittel zu kaufen. Die im Projekt vorgesehenen Reparaturen an 5 Fischerbooten und 6 Bootsmotoren wurden vorübergehend aufgeschoben.

Dank dieser Umverteilung sowie großzügiger Rabatte von lokalen Händlern (vor allem Holz und Zinkblech) konnten 218 Häuser statt 130 repariert werden. Ebenso erhielten 111 statt 80 Familien Lebensmittehilfe und 105 statt 85 neues Bettzeug. Die Verteilung wurde genauestens von den 2 Gemeindevertretern kontrolliert, jede Familie unterschrieb eine entsprechende Quittung.

 

Hervorzuheben sei aber besonders die große Solidarität der betroffenen Menschen, Familien und Gemeinschaften untereinander (Wiederaufbau bzw. Reparatur der Häuser, gemeinsame Benutzung der unbeschädigten Fischerboote),angeregt durch die schnelle und unbürokratische Hilfeleistung von Fundecam (und auch aus Luxemburg).

 

 
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Förderung nachhaltiger,
selbst verwalteter Entwicklungsarbeit
in Mapuche Pehuenche Gemeinschaften in Melipeuco
 
2006 – 2009
Partnerorganisation: FUNDECAM Temuco
Gesamtkosten: 147.655.- € zu 2/3 vom Luxemburger Staat kofinanziert

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 Krankenwagen für das Spital „Hospital del Buen Samaritano“ in Molina
2007
Partnerorganisation: Hermanas del Buen Samaritano
Budget: 40 529,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Innenausbau der Musikschule Escuela Popular de Artes in Achupallas/Viña del Mar
2006 – 2007
Partnerorganisation: Corporación Cultural CREARTE Viña del Mar
Budget: 55 471,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau und Einrichtung eines Behandlungs- und Rehabilitationszentrums für Drogenabhängige
2006 – 2007
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 314 145,00 €zu 100 % vom « Fonds de lutte contre le trafic des stupéfiants » finanziert
 
 
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Unterstützung von Mapuche-Gemeinschaften bei ökologischen Problemen
2005 – 2008
Partnerorganisation: Fundecam
Budget: 96 750,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Therapieprogramm für Drogenabhängige
2004 – 2006
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 167 000,00 € zu 100 % vom « Fonds de lutte contre le trafic des stupéfiants » finanziert
 
 
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Ausbildungszentrum und integrale Umwelterziehung
2004 – 2006
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 109 500,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Neubau des Kindergartens Naciente
2003 – 2006
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 508 074,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Psychosoziales Unterrichtsprogramm der Musikschule in Achupallas/Viña del Mar
2003 – 2005
Partnerorganisation: Corporación Cultural CREARTE Viña del Mar
Budget: 33 546,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Unterstützung der multikulturellen Schule Trani Trani
2003 – 2005
Partnerorganisation: Fundecam
Budget: 44 645,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau des Kindergartens Tierra de Niños
2002
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 81 042,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Vergrößerung des Gesundheitszentrum Consultorio Cristo Vive, Recoleta
2002
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 15 007,90 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Alternativen zur Entwicklung von armen Bauerngemeinschaften, Petorca
2002 – 2005
Partnerorganisation: TEKHNE
Budget: 129 937,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Kauf eines Baugeländes für die Musikschule in Achupallas/Viña del Mar
2002 – 2003
Partnerorganisation: Corporación Cultural CREARTE Viña del Mar
Budget: 69 129,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Unterstützung von Mapuche-Gemeinschaften bei Umweltkonflikten auf ihrem Territorium
2002 – 2004
Partnerorganisation: Fundecam
Budget: 118 323,20 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau einer Schule zur Ausbildung von Krankenschwestern/Krankenpflegerinnen
2001
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 40 645,76 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Kauf eines multifunktionalen Fahrzeugs für Hogar Esperanza
2001
Partnerorganisation: Fundación Hogar Esperanza
Budget: 16 778,20 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Verbesserung des sozialen und ökologischen Umfelds in armen Stadtgemeinden
2000 – 2002
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 84 589,97 € mit Unterstützung der Gemeinde Beckerich und co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Rehabilitationszentrum „Talitakum“ für jugendliche Drogenabhängige
2000
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 70 370,50 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Schaffung eines Aufnahmezentrums für verwahrloste Säuglinge
2000
Partnerorganisation: Fundacón Hogar Esperanza
Budget: 39 754,80 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Unterstützung zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Ländereien von 5 Mapuche-Gemeinschaften
1999 – 2001
Partnerorganisation: Sodecam/Fundecam
Budget: 72 870,35 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Einrichtung der Küchenwerkstatt für industrielle Gastronomie der Handwerkerschule Clotario Blest
1999
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 9 379,20 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Entwicklungsprogramm für gefährdete Kinder des Armenviertels Quinta Bella/Santiago de Chile
1999 – 2001
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 54 982,50 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Betriebskapital zur Unterstützung der Frauenwerkstätten „Fortaleza de Mujer“
1999 – 2001
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 66 638,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Ökologische Sensibilisierung undUmweltschutz in Renca und Peñalolen
1998 – 2000
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 91 642,35 € mit Unterstètzung der Gemeinde Beckerich und co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Gründung einer Musikschule für benachteiligte Jugendliche
1998 – 1999
Partnerorganisation: Corporación Cultural CREARTE Viña del Mar
Budget: 28 980,20 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Ausstattung der Ophtalmologie-Abteilung des „Consultorio Cristo Vive
1998
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 18 266,45 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Hilfe- und Beratungszentrum für schwangere Mädchen und Mädchenmütter in Viña del Mar
1997 – 1998
Partnerorganisation: CIDPA
Budget: 70 329,05 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Solarkollektoren für das Sozialzentrum für Frauen
1997
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 926,25 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Neuorientierung in Ackerbau und Viehzucht in 3 Mapuche-Gemeinschaften sowie systematische Produktionsunterstützung
1997 – 1998
Partnerorganisation: Sodecam/Fundecam
Budget: 59 384,45 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Ankauf eines Grundstücks für den Bau eines Sozialzentrums für Frauen
1996
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 32 453,20 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Lernwerkstätten für jugendliche Schreiner und Elektriker in Pudahuel
1995 – 1996
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 44 695,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau eines Kindergartens sowie eines Sozialzentrums für Frauen in Renca
1996
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 25 125,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Integrationsprojekt: Werkstätten für gefährdete Jugendliche
1994
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 19 664,70 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau des Gesundheitszentrums „Consultorio Cristo Vive“
1994 – 1995
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 209 338,65 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Anlegen eines Spielplatzes und Inneneinrichtung des Kindergartens ICHUAC
1994
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 15 750,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Nahrung für 440 Kinder des „Jardin Infantil y Hogar Naciente“
1993 – 1995
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 157 620,40 € mit Unterstützung der Gemeinde Luxemburg und co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Vergrößerung der Lernwerkstätten der Handwerkerschule „Clotario Blest“
1993
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 104 358,75 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Finanzierung eines Schreinerateliers für motorisch behinderte Jugendliche
1992 – 1993
Partnerorganisation: Corporación Kairós
Budget: 6 567,50 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau der Handwerkerschule „Clotario Blest“
1990 – 1992
Partnerorganisation: Fundación Cristo Vive Chile
Budget: 216 750,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Bau von 15 Sozialwohnungen für arme Arbeiterfamilien
1989 – 1990
Partnerorganisation: Père Louis Letsch
Budget: 57 680,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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Ausbildung von Beratern in Menschenrechtsfragen
1989
Partnerorganisation: Vicaria de la Solidaridad
Budget: 19 593,00 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
 
 
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