frühere Projekte
2009 – 2011
Partnerorganisation: ANAWIN Budget: 290.323,89 € co-finanziert von der Luxemburger Regierung Die Schulbildung in den indigenen Gemeinschaften des andinen Hochlandes reicht gewöhnlich nicht über eine 8. Grundschulklasse hinaus. Zurzeit sind die eher schlecht bezahlten Lehrer nicht adäquat ausgebildet. Ihre Wohnquartiere sind dürftig, die Anfahrtswege beschwerlich und lang, die Arbeitsbedingungen sowie die Freizeitmöglichkeiten nur mittelmäßig. Die meisten wollen so schnell wie möglich zurück in die Städte, was einen ständigen Personalwechsel mit sich bringt. Die Unterrichtsmethoden sind archaisch, Frontalunterricht, Lernzwang, Strafen, auch physischer Art, reines Memorisieren sowie stereotypes Wiederholen sind an der Tagesordnung. Die schulische Infrastruktur, sowohl von den Gebäuden wie vom Mobiliar her, sind katastrophal. Die Bildung der unteren, armen Gesellschaftsschichten war in der Vergangenheit nie ein Thema, weder für den bolivianischen Staat, noch für die multinationalen Konzerne. Diese hatten bloß die natürlichen Ressourcen des Landes im Visier. Des Weiteren gib es keine spezifischen Bildungsmodelle, welche den Bedürfnissen der indigenen ländlichen Bevölkerung entsprächen. So werden zum Beispiel die Kurse für Erstklässler, die bis zu ihrer Einschulung nur Quecha gesprochen haben, ausschließlich in Spanisch angeboten. Von allen Grundschulabsolventen brechen ca. 90 % die Schule ab, um auf einem sehr einfachen Niveau Ackerbau oder Viehzucht zu betreiben, nur 10 % beginnen ein Sekundarstudium in der Stadt. Von diesen Jugendlichen besuchen nur etwa 20 % die Schule bis zum Abschluss. Die meisten geben auf: Die Jungen sind in den städtischen „Cliquen“ nicht akzeptiert und haben nur ein geringes Selbstwertgefühl sowie, bedingt durch den Zwiespalt ihrer kulturellen Herkunft, praktisch keine Persönlichkeitsstruktur. Die Mädchen sind oft Opfer sexuellen Missbrauchs und kehren schwanger in ihre Gemeinschaft zurück, wo wiederum soziale Ausgrenzung sie erwartet. Das vorliegende Projekt versucht, diesen Missständen entgegen zu wirken. Zusammen mit unserem Partner ANAWIN versuchen wir aufzuzeigen, dass sich auch im armen ländlichen Bereich intellektuelle Fähigkeiten fördern und ausbauen lassen. Die Bevölkerungsstruktur im Bereich des vorliegenden Projektes ist ziemlich homogen: Alle sind Quechua-Bauern, die als Selbstversorger Landbau betreiben, mit leichter Überproduktion, die auf den Wochenmärkten der umliegenden Städten abgesetzt wird. Das Vieh wird hauptsächlich bei der Felderbestellung eingesetzt; die Hühnerhaltung dient der Eigenversorgung. Eine Quechua-Familie verdient ungefähr 40 Euro pro Monat und besteht aus 4 bis 12 Personen. Die Gemeinschaften halten an ihrer andinen Kosmovision und ihrer traditionellen Kultur fest und zeichnen sich durch eine starke Bindung zur „Mutter Erde“ aus. Die direkten Nutznießer dieses Projektes sind die Einwohner des Kantons Palqa, in erster Linie die Schulkinder vom Kindergarten bis zur Universität, dann aber auch die Erwachsenen (Ausbildungskurse), sowie die Lehrer (Weiterbildungskurse). Man kann von einer Zahl von 800 bis 850 direkten Nutznießern ausgehen. Die Ziele des vorliegenden Projektes sind folgende: - Bau eines Schulgebäudes für den kompletten sekundären Zyklus bis zur 12. Klasse mit dem Abschluss „bachillerato technico“ - Aufbau eines Teams von Professionellen, die fähig sind, das innovative Bildungsprojekt unter Einbindung der Schüler, Lehrer und der Gemeinschaften umzusetzen. - Ausarbeitung und Begleitung einer Erwachsenenbildung bis hin zum „bachillerato“, sowie Hilfestellung für die Lehrer bei ihrer Arbeit mit den Erwachsenen. - Schaffung einer zusätzlichen Ausbildung für die Jugendlichen, die es ihnen ermöglicht, besser mit den wechselnden Herausforderungen in einer globalisierten Welt umzugehen. - Schaffung einer Stipendienbörse für Universitätsstudien für Jugendliche, die eine weitere Ausbildung in der Stadt anstreben. Unser Partner vor Ort ANAWIN ist eine professionelle multidisziplinäre Mannschaft mit einer 16jährigen Erfahrung in den Quechua-Gemeinschaften in den Bereichen Gesundheit, Erziehung sowie Ackerbau und Viehzucht. Die Mannschaft besteht aus einem Dutzend fest angestellten Mitarbeitern sowie ca. zehn Personen mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Die Gemeinde Sacaba beteiligt sich aktiv an diesem Projekt: Sie finanziert das gesamte Schulmobiliar inklusive eines Informatikraumes sowie einer Freilichtbühne. Daneben finanziert sie die Anlage eines Geländes für Schulsport und eine Trinkwasserzisterne mit einem Fassungsvermögen von 8000 Litern. Diese Investitionen belaufen sich auf fast 53.000 Euro. Das Grundstück für die Schule wird ebenfalls von der Gemeinde gestellt. Dieses Gelände isteine Stiftung der privaten Firma Corani S.A., welche seit Jahren die Quellen der Region Palqa ausbeutet, ohne bisher jemals irgendeine Entschädigung an die Gemeinschaften, die ja die legalen Besitzer sind, ausgezahlt zu haben. So wird endlich, nach jahrelangen fruchtlosen Einforderungen der Gemeinschaften, doch noch ein gerechter Ausgleich erzielt_______________________________________________________ Bestandsaufnahme über 18 Gemeinschaften in der Region Chapisirca/Tiquipaya im Hinblick auf zukünftige Projekte mit diesen Gemeinschaften
2009 Partnerorganisation: ANAWIN, Cochabamba Budget: 18.478,58 € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
Das Projekt betrifft 18 Gemeinschaften der Region Chapisirca, Gemeinde Tiquipaya, Provinz Quillacollo im Departement Cochabamba, welche in 3600 m Höhe und 65 km vom Verwaltungszentrum Tiquipaya entfernt wohnen. Diese Bestandsaufnahme sollte soweit wie möglich alle Mitglieder dieser Gemeinschaften mit einbeziehen, um eine möglichst genaue und repräsentative Beschreibung zur erhalten.
Die Erhebungen durch unsere Partnerorganisation ANAWIN aus Cochabamba sind von April bis Oktober 2009 vorgesehen und umfassen folgende Punkte: * Ermittlung von Dokumenten und Daten über die Region, die Gemeinschaften und ihre Strukturen * Unterzeichnung einer Konvention zwischen ANAWIN und den Gemeinschaften mit Einbindung der Gemeinde Tiquipaya * Feldarbeit: - Erarbeiten von Instrumenten zur Datenerhebung - Beobachtungen und Gespräche an Ort und Stelle - Aufenthalte von einigen Tagen in den jeweiligen Gemeinschaften - Begegnung mit den einzelnen Familien - Unterredungen mit den Personen in Schlüsselpositionen - Aufnahme der Daten, besonders in kultureller Hinsicht, in schriftlicher bzw. fotografischer Form - In ausgesuchten Gemeinschaften: Erhebung von Stärken und Schwächen, Perspektiven und Bedrohungen von Landwirtschaft und Viehzucht * Pädagogische Begleitung: - Erhebung der schulischen Strukturen und Methoden - Überarbeitung der Programme mit den Lehrern - Besichtigung von 10 Schulen - Begegnung mit den Eltern der Sekundarschüler - Durchführung von 5 Schulungsseminaren mit den Lehrern - Durchführung von 5 Schulungsseminaren mit den Sekundarschülern *Ordnung der Daten, Redaktion und Vorstellung des Abschlussdokuments in den Gemeinschaften ________________________________________________Lernhilfen für Kinder und Jugendliche in den Minenarbeitervierteln von Potosi und den Armenvierteln von El Alto (La Paz) 2007 – 2009 Partnerorganisation: NIDELBARMI, Potosi Gesamtkosten: 64.659,45 € mit Unterstützung von HELP asbl. und co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
Das Projekt betrifft 5 Betreuungszentren von Nidelbarmi für Kinder und Jugendliche in El Alto und 6 in Potosi. Es soll während den 3 Schuljahren 2007, 2008 und 2009 durchgeführt werden und ebenfalls dem öffentlichen Schulsystem zugute kommen.
El Alto ist eine Trabantenstadt von La Paz mit mehr als 1 Million Einwohnern. Die meisten beziehen ein unregelmäßiges Einkommen aus Gelegenheitsjobs oder informellem Handel in El Alto oder La Paz.
Von den 18 Stadtbezirken in Potosi können 12 als Armenviertel bezeichnet werden. Die 13… Einwohner leben hauptsächlich vom Erzabbau bzw. vom Kleinhandel.
Die Stiftung Nidelbarmi will den Misständen im bestehenden Schulsystem entgegenwirken, jedoch ohne in Konkurrenz zu ihm zu stehen. In ihren Betreuungszentren in Potosi sind insgesamt 950 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 6 bis 20 Jahren und in El Alto ca. 600 eingeschrieben. Parallel, im entgegengesetzten Rhythmus zu demjenigen ihrer Schule, versuchen die Schüler mithilfe von pädagogischen Spielen, in aktiver, partizipativer Weise und soweit wie möglich in kleinen Gruppen ihre Sprach- und Lesefähigkeit sowie ihre mathematischen Kenntnisse aufzuarbeiten bzw. zu vertiefen. Unterstützt werden sie dabei von 22 Betreuern in Potosi und 21 in El Alto. Nidelbarmi (Niños del Barrio Minero – Kinder des Minenviertels) wurde 1993 vom belgischen Pater Jean Claesen Dewit in Potosi gegründet. Die Stiftung finanzierte ihre Zentren und Aktivitäten bislang mit belgischen und französischen Spendengeldern.
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Die Gesundheitssituation dieser Gegenden ist sehr schlecht. Die Kindersterblichkeit ist hoch. Schlechtes Trinkwasser verursacht hauptsächlich Durchfall aber auch Hepatitis, Salmonellose und parasitäre Krankheiten. 70% der Kinder unter 6 Jahren sind davon betroffen. Unser Partner bei dem vorliegenden Projekt, die bolivianische NRO „Anawin“, hat große Erfahrung im Bau von Trinkwasseranlagen auf dem Altiplano. Für eine Zeitspanne von 20 Jahren sollen bis zu 800 Personen mit täglich ca. 50 Liter Trinkwasser versorgt werden. Im Projekt inbegriffen sind der Bau von Quelleinfassungen, Sammel- und Regulierbecken, Verteilerleitungen, die Installation von Waschbecken für 72 Familien, die Desinfektion des gesamten Systems, Schutzzäune für die Becken, die Transportkosten usw. Des Weiteren werden 3 Klempner ausgebildet, welche für die Instandhaltung der ganzen Anlage zuständig sind. Anschließend an das vorliegende Projekt verpflichtet sich die Gemeinschaft Palqa dem Bund für Gesundheitsförderung beizutreten und sich mit 10 Euro pro Person und Jahr am Gesundheitsfonds « Yanapanakuna », einer Art Krankenkasse, unseres Partners Anawin zu beteiligen. ________________________________________________
Bau eines Gesundheitspostens in Montecillo Alto 2007 Partnerorganisation: FUNDACIÓN CRISTO VIVE BOLIVIA Budget: 19.610.- € co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
________________________________________________ Ausbau der Zentralschule Chapisirca mit Wohngebäude für Lehrer und Überdachung des Sport- und Pausenareals
Bau und Einrichtung eines Gesundheitspostens in Bellavista 2001 Partnerorganisation: FUNDACIÓN CRISTO VIVE BOLIVIA Budget: 78.843,15 € mit Unterstützung der Gemeinde Pétange und co-finanziert durch die Luxemburger Regierung ________________________________________________