Hilfe für die vom Erdbeben betroffenen Mapuche-Lafkenche Familien in Chile
2010
Partnerorganisation: FUNDECAM Temuco Gesamtkosten: 43.827,20.- € vom Luxemburger Staat kofinanziertAm 27. Februar 2010 wurde Chile von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Die Gegend um Concepción war hauptsächlich betroffen. (siehe unseren Spendenaufruf vom 6. März 2010)
Fundecam, unsere Partnerorganisation in Temuco, konzentrierte ihre Hilfestellung hauptsächlich auf die Lafkenche-Familien der Küstenregion – in der Umgebung von Queule in der Gemeinde Toltén (IX. Region) sowie um Mehuín in der angrenzenden Gemeinde San José de la Mariquina (X. Region) -, die von der nachfolgenden Flutwelle stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren.
Im März 2010 sahen wir bei Gelegenheit einer Projektreise die großen Schäden an Landestegen, Booten und Fischereigeräten aber besonders die vielen beschädigten Fischerhäuschen. Mehr noch als die materiellen Schäden aber erschreckten uns die psychologischen Auswirkungen des Bebens auf die Betroffenen.
Ganz Chile stand unter Schock und die anlaufende Hilfe konzentrierte sich hauptsächlich auf die Gegend des Epizentrums um Concepción, die Bewohner der weiter südlich gelegenen Regionen haben bis zum heutigen Tag praktisch keine Hilfe von offizieller Seite bekommen !!
Fudecam sowie die von den betroffenen Gemeinschaften auserwählten Vertreter schätzten die Schäden ab und leiteten erste Hilfemaßnahmen ein (zum Erstaunen der Betroffenen, die es nicht gewohnt sind, ernst genommen zu werden und schnelle Hilfe zu bekommen).
Dank Spendengeldern (31.000 €) der Luxemburger ONGs Niños de la Tierra, Bétebuerg Helleft und Terre des Hommes wurden erste konkrete Hilfsmaßnahmen ergriffen.
Mit fortschreitender Bestandsaufnahme entdeckten die Vertreter von Fundecam bei vielen betroffenen Familien Situationen versteckter extremer Armut, welche erst durch das Beben offenkundig wurden. So wurde, in Übereinstimmung mit den Gemeinschaften und mit unserer ONG beschlossen, die Spendengelder vorrangig für den Wiederaufbau bzw. die Reparatur der beschädigten Häuser zu verwenden sowie neues Bettzeug, Netze und Lebensmittel zu kaufen. Die im Projekt vorgesehenen Reparaturen an 5 Fischerbooten und 6 Bootsmotoren wurden vorübergehend aufgeschoben.
Dank dieser Umverteilung sowie großzügiger Rabatte von lokalen Händlern (vor allem Holz und Zinkblech) konnten 218 Häuser statt 130 repariert werden. Ebenso erhielten 111 statt 80 Familien Lebensmittehilfe und 105 statt 85 neues Bettzeug. Die Verteilung wurde genauestens von den 2 Gemeindevertretern kontrolliert, jede Familie unterschrieb eine entsprechende Quittung.
Hervorzuheben sei aber besonders die große Solidarität der betroffenen Menschen, Familien und Gemeinschaften untereinander (Wiederaufbau bzw. Reparatur der Häuser, gemeinsame Benutzung der unbeschädigten Fischerboote),angeregt durch die schnelle und unbürokratische Hilfeleistung von Fundecam (und auch aus Luxemburg).




