Rückblick auf das Jahr 2016

Verwaltung von Niños de la Tierra

Der „Conseil d’administration“ setzt sich seit der Generalversammlung vom 22. März aus 14 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. Diese berieten sich in 12 Monatsversammlungen, sowie in der alljährlichen Klausur (Reflexionstag über die Zukunft unserer ONG, über unserer Projekte und die Zusammenarbeit mit unseren Partnern) am 16. Januar 2016. Die Arbeitsgruppen für Projekte, Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligen-Engagement trafen sich insgesamt 9 mal. Bei 6 Treffen befasste sich eine kleine Gruppe mit der neuen Buchführung. Administratives wurde in einer Versammlung nach der Verteilung der Posten besprochen. Eine Versammlung einer Nitis-Delegation fand statt mit Herrn Julien Benomar zum Thema „Diagnostic et évaluation des besoins des ONG“.

Kim Nommesch setzte auch 2016 ihre Projektarbeit als unabhängige Mitarbeiterin unserer ONG fort.

Verwaltungsrat

Unser Verwaltungsrat setzte sich wie folgt zusammen:
Jean-Paul Hammerel (Fennange),
Marco Hoffmann (Consdorf),
Julie Kipgen (Arlon),
Marie-José Kohn-Goedert und Marcel Kohn (Bettembourg),
Rose Ludwig-Bohler und Georges Ludwig (Bettembourg),
Fernande Schaack-Rasquin und Michel Schaack (Crauthem),
Axel Schneidenbach (Dudelange),
Yvette Schweich-Lux und Claude Schweich (Bettembourg),
Gaby Stoos (Bettembourg)
Gaby Wewer (Bettembourg)

Ständige Mitarbeiter/Innen:
Marianne Hoffmann (Schuttrange),
Sylvie Mergen (Luxembourg),
Ruth Hoffmann-Muhlpfordt (Consdorf),
Tania Mangen-Carier und Guy Mangen (Mamer),
Claire Zimmer (Bettembourg).

Gemäß den Statuten unserer ONG wurden die Posten im Verwaltungsrat in der ersten Sitzung nach der Generalversammlung verteilt:
Präsident: Marco Hoffmann,
Vizepräsidentin: Gaby Stoos,
Sekretärin: Rose Ludwig-Bohler,
Kassenwart: Jean-Paul Hammerel,
Hilfskassenwart: Georges Ludwig.

„Niños de la Tierra“ ist Mitglied im Cercle de Coopération des ONGD (Mitbegründer), bei ATTAC (www.attac.org) und bei Fairtrade Lëtzebuerg (www.transfair.lu). Vertreten sind wir auch bei Beetebuerg hëlleft (Mitbegründer) und bei Monnerech hëlleft. Freundschaftlich verbunden sind wir mit den deutschen Organisationen Cristo Vive Europa (www.cristovive.de) und Crearte e.V./EPA (www.crearte-epa.org).

Öffentlichkeitsarbeit

Unser Mitteilungsblatt INFO erscheint viermal im Jahr in einer Auflage von 1300 Exemplaren. Per Post/Mail verschickt, erlaubt es uns, unsere Sympathisanten über unsere Projekte auf dem Laufenden zu halten, und wichtige Nachrichten über unsere Zielländer Bolivien, Chile und Peru zu vermitteln.
Unsere Homepage www.niti.lu wird koordiniert von Marcel Kohn: neben allen wichtigen Informationen über unsere ONG kann man auch die PDF-Ausgaben unserer INFOblätter abrufen.
Seit 2014 sind wir auch auf Facebook vertreten. Julie Kipgen verwaltet unsere Seite: Niños de la Tierra Asbl

Öffentliche Schecküberreichungen

Leudelange : Raiffeisenbank (18. April)

Vereinshaus Bettemburg : Par Réiser (8. Juli) verbunden mit einem „peruanischen Abend“

• Biwange: Fraentreff Réiserbann (26.10.)

Vorstellen unserer ONG und unserer Projekte

Im Januar 2016 wurde unser Projekt Tirani/Bolivien in der Kindermesse in Biwingen für die Kommunionskinder des „Porverband Réiserbann“ vorgestellt

Präsenz der Mitglieder von Niños de la Tierra

Während des Jahres 2016 war unsere Organisation vertreten bei :
• Basar der „Fraen a Mammen Réiserbann“ (13.03.)
• Generalversammlung des „Cercle des ONG“ (23.03.)
• Eröffnung „Literatour“ Bettemburg (09.04.)
• Konzert von „Salut Salon“ in der Philharmonie (12.04.)
• Neumünster: „OGBL Solidarité“ und Martine Greischer, Projet „Trabajo Digno“ (01.05.)
• Einweihung einer Gedenkskulptur im Parc Jacquinot Bettemburg (08.05.)
• Informationsversammlung des „Cercle des ONG“ im CITIM Luxembg (01.06.)
• Generalversammlung „Beetebuerg hëlleft“ (13.06.)
• Generalversammlung „Diddeleng hëlleft asbl“ (15.06.)
• Feierlichkeiten Nationalfeiertag Bettemburg (22.06.)
• Fête de l’amitié Bettembourg (22.06.)
• Generalversammlung „Monnerech hëlleft“ (28.06.)
• Peruanischer Abend im Vereinshaus Bettemburg (08.07.)
• Informationsversammlung „demandeurs d’asyle“ Bettemburg (27.09.)
• Kick-off Meeting in Echternach EPA-Projekt „Musik als Lebenschance“ (04.10.)
• Journée commémorative Bettemburg (09.10.)
• Faire Kaffi des „Weltbuttek Beetebuerg“ (16.10.)
• Versammlung von „Monnerech hëlleft“ (15.11.)
• Dîner de bienfaisance Monnerech (16.12.)

Niños de la Tierra im Ausland

Jean-Paul Hammerel, Marco Hoffmann und Claude Schweich haben eine Projektreise unternommen zu unseren Partnern in Bolivien und Peru (5. – 20. November).

Besuch von Partnern

2016 haben uns folgende Partner besucht:
– Martine Greischer, sie unterstützt die benachteiligte Bevölkerung von Cochabamba für eine würdige Arbeit, ihr Projekt heißt „Trabajo Digno“ (07. Januar)
– Schwester Karoline Mayer der Fundación Cristo Vive (7. – 10. Juni)
• Unterredungen mit den Organisationen „Andamos“, Beetebuerg hëlleft“, „Guiden a Scoute fir eng Welt“, „Niños de la Tierra“ und dem „Jugendchouer reloaded“
• Frühstück im Pfarrhaus Bettemburg
• Konferenzen im Lycée Aline Mayrisch und in der Mamer Grundschule
– Pater Julien Braun von unserer Partnerorganisation „KAIRÓS“ Chile (14. September)

Unsere Freiwilligen

Ende Juli kehrte Anne Speltz nach einem Jahr Freiwilligendienst in Chokaya/Cochabamba aus Bolivien nach Luxemburg zurück.
Im August kehrte auch Claire Zimmer aus Bolivien zurück, wo sie ein Jahr lang als Freiwillige in Tirani/Cochabamba gearbeitet hatte.

Verschiedenes

Niños de la Tierra besuchten, unter der fachkundigen Führung von Claude Wey, die Ausstellung „Orchideen, Kakao & Kolibri“ im Musée National d’Histoire Naturelle in Luxemburg.

Um Claude Schweich für seine 3jährige Präsidentschaft zu danken, hatten die Mitglieder des Conseil d’administration ihn im September zu einem eintägigen Ausflug an die belgische Küste eingeladen.

Rose Ludwig-Bohler,
März 2017

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COMPTE DES RECETTES ET DEPENSES DE NIÑOS DE LA TIERRA a.s.b.l.
(anc.CHILES KINDER asbl.)

POUR L’ANNÉE 2016 (en EURO)

SOLDE AU 31.12.2015 280.168,68 €

I. RECETTES :

A) RECETTES D’ORIGINE PUBLIQUE : 373.840,74 €
1) Cofinancements : 306.178,10 €
a) cofinancement par le MAE : 306.178,10 €
b) cofinancement par l’UE : 0,00 €
c) accord-cadre MAE: 0,00 €

2) Subsides : 64.908,76 €
a) subsides par le MAE (frais adm. ) : 30.911,76 €
b) subsides par communes : 33.997,00 €

3) SNJ-Service Volontaire : 2.753,88 €

B) RECETTES D’ORIGINE PRIVEE : 196.592,30 €
1) Dons individuels : 195.489,30 €
2) Autres recettes : 1.103,00 €

C) INTERETS TOUCHES : 434,18 €

TOTAL DES RECETTES : 570.867,22 €

II. DEPENSES :

A) DEPENSES POUR PROJETS : 525.969,00 €
1) Projets cofinancés : 457.514,00 €
2) Projets non-cofinancés : 68.455,00 €
3) Accord-cadre : 0,00 €
4) Solde après réalisation remboursé : 0,00 €

B) DEPENSES POUR ACTIVITES : 85,65 €
1) Activités ayant bénéficié d’un subside : 0,00 €
2) Activités n’ayant pas bénéficié d’un subside : 85,65 €

C) DEPENSES ADMINISTRATIVES : 10.174,23 €
1) Frais bancaires 1.215,13 €
2) Autres dépenses administratives 8.959,10 €

D) AUTRES: 6.031,00 €
1) Divers : 698,00 €
2) Frais volontaires (2) 928,00 €
3) Frais collaborateur indépendant (K.Nommesch) 4.405,00 €

TOTAL DES DEPENSES : 542.259,88 €

SOLDE AU 31.12.16 308.776,02 €
LE TRESORIER JEAN-PAUL HAMMEREL

Einigung zwischen Regierung und NGOs

MINISTERRAT: Gesetzesprojekt über Entwicklungshilfe angenommen

Als das Zukunftspaket der Regierung im Herbst 2014 vorgestellt wurde, herrschte viel Aufregung bei den Nichtregierungsorganisationen (NGO), die im Bereich der Entwicklungshilfe tätig sind. Vor allem die geplante Herabsetzung der Zuschüsse für administrative Kosten sorgte zunächst für Unmut. Im Januar 2016 konnten die „Direction de la coopération“ und der „Cercle de coopération“ dann doch noch einen Kompromiss finden. Gestern verabschiedete der Ministerrat das entsprechende Gesetzesprojekt.

Im „Zukunftspak“ der Regierung war ursprünglich vorgesehen, den staatlichen Beitrag zu den Verwaltungskosten (hiermit sind vor allem Personal- und Mietkosten gemeint) der NGOs pro Organisation von bisher 15 auf 12 Prozent zurückzuschrauben. Auch wenn die Regierung stets betonte, dass das Gesamtvolumen der Luxemburger Entwicklungshilfe unangetastet bleibt, fürchteten die Nichtregierungsorganisationen, dass sie durch eine Absenkung der Obergrenze für administrative Kosten einen Teil ihres festangestellten Personals unter Umständen entlassen müssten. Die Direktorin des „Cercle de coopération“, Christine Dahm, sprach im Herbst 2015 in einem Interview mit dem Tageblatt von einem fatalen „Signal zu verstärktem Ehrenamt“, das zulasten des angestellten Personals gehen würde. Über ein Jahr hatten der „Cercle de coopération“ und das Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten verhandelt, um im Rahmen des „Zukunftspak“ der Regierung „eine Konzentration der staatlichen Finanzhilfe für die am wenigsten entwickelten Länder“ zu erreichen und gleichzeitig „das Niveau der öffentlichen Entwicklungshilfe beizubehalten“. Im Januar 2016 konnten sich beide Seiten endlich einigen. So wird es zwar eine Absenkung der Obergrenze für administrative Kosten geben, allerdings fällt diese um nur einen Prozentpunkt von 15 auf 14 Prozent. Weitere Elemente der Einigung betreffen den Beteiligungssatz für Projekte, welche die am wenigsten entwickelten Länder und die Zielstaaten der luxemburgischen Entwicklungshilfe betreffen (80 Prozent), sowie den Kofinanzierungssatz für Projekte, die Länder betreffen, die weder Zielländer sind noch zu den am wenigsten entwickelten Ländern gehören (60 Prozent). Der Ministerrat hat gestern dem entsprechenden Gesetzesprojekt zugestimmt.

Dvv

In Tageblatt E-Paper Ausgabe vom 9.9.2016

Zum Tod von Schwester Edith

csm_edith_petersen_6eda3f7c51Am 14. August 2016 ist Schwester Edith Petersen, gebürtig aus Schwalbach bei Frankfurt in Cochabamba verstorben. Die 83-Jährige hat 20 Jahre in dieser bolivianischen Großstadt gelebt und gewirkt. Mitte der 1990er Jahre begann sie nämlich daselbst ihren Einsatz im Dienst an den Armen, zusammen mit Dr Annemarie Hofer. Außergewöhnlich ihr Einsatz für Häftlinge in den verschiedenen Gefängnissen von Cochabamba! Auch ich hatte die Gelegenheit, mit einer Delegation unserer NGO „Chiles Kinder“ eine der Haftanstalten zu besuchen, die sie betreute. Dabei stellte sie uns verschiedene ihrer Schützlinge vor, die in ihr allein noch eine Vertrauensperson hatten. Wie aufopferungs- und liebevoll sie mit diesen Menschen umging! Dies vergisst man nicht so schnell. Edith betreute ebenfalls Behinderte und sorgte sich um die ambulante medizinische Behandlung von Bedürftigen und von Yuracare-Indianern im benachbarten Urwald. Sie förderte die Kultur der Indianer, ihre Musik und ihre Kunst. Dass in dieser meist stillen Frau so viel Kraft steckte, konnten wir nicht ahnen, als sie das ein oder andere Mal mit uns in Bettemburg feierte. Sie war von Anfang an Mitglied der Fundación Cristo Vive Bolivia, gründete aber auch in den Jahren 2007/2008 in Cochabamba ihre eigene Organisation.

Obwohl gesundheitlich angeschlagen schonte Edith sich nicht, wenn es um den Menschen in Not ging. So geht sie in die Geschichte ein. So bleibt sie mir in Erinnerung.

Michel Schaack

Eine Schecküberreichung der etwas anderen Art…

Ein Scheck über 13.000 € an NIÑOS DE LA TIERRA durch den Pfarrverband Roeser-Crauthem

Am Freitag den 8. Juli hatte der Pfarrverband Roeser-Crauthem zu einem PERUANISCHEN ABEND eingeladen.

Tonie Schweich, welche im vergangenen Jahr im Haus für misshandelte Frauen in Cusco/Peru gearbeitet hatte, berichtete über ihr Freiwilligenjahr. Ihre Ausführungen, mit Fotos untermalt, gaben einen Einblick sowohl in die Problematik vor Ort wie auch in den Alltag einer Freiwilligen, welche in einem gänzlich neuen kulturellen Umfeld doch mit so manchen Problemen zu kämpfen hatte. Wir möchten an dieser Stelle Tonie noch einmal für ihren Einsatz während ihres Volontariats und für ihr Zeugnis an diesem Abend ganz besonders danken.

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Ein ganz besonders herzliches Dankeschön wollen wir von Niños de la Tierra an dieser Stelle dem Pfarrverband Roeser-Crauthem für die gespendeten 13.000 Euro aussprechen.

Diese beträchtliche Summe kam bei der Sozialaktion der Pfarrgemeinschaft zustande: Fraen a Mammen, die Erstkommunionkinder sowie alle Vereigungen der Pfarrei beteiligten sich gemeinsam während des vergangenen Jahres an dieser Aktion. Im Namen aller in unseren Projekten Betroffenen in Lateinamerika gebührt ihnen unsere aufrichtige Dankbarkeit.

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Das anschließende Buffet mit Spezialitäten aus Bolivien, Chile und Peru war ein Genuss für Auge und Gaumen. Den vielen, eher im Hintergrund tätigen Händen, wollen wir an dieser Stelle ebenfalls herzlich danken.

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                                                                                                                                                                                                                        Zum Abschluss dieses gelungenen Abends konnte die farbenprächtige Tanzgruppe des Institut Culturel Luxembourgeois Péruvien mit ihren Darbietungen begeistern. Sowohl die kunstvoll gestalteten Trachten als auch die hervorragenden Darbietungen der Tänzerinnen und Tänzer ließen den Abend in einer entspannten, fast südamerikanischen Atmophäre, ausklingen.

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Allen an dieser Aktion beteiligten Mitgliedern der Pfarrgemeinschaft Roeser-Crauthem möchte Niños de la Tierra

ihre aufrichtige Anerkennung und ihren nachhaltigen Dank ausdrücken.

Video iwwer d’Projekt TRABAJO DIGNO

Virun 2 Woche krute mir (Martine Greischer an d’Equipe vun Trabajo Digno) Besuch vun enger amerikanescher ONG „Actuality Media“, dei Filmstudenten bei Dokumentairen ennerstetzt. Iwwert eis befrendten ONG „Tia“ hunn si vum Projet heieren an en sou intresssnt fonnt, datt si eis ugebueden hunn, e Clip driwwer ze dreinen.

Haut de Moie krut ech de Link gescheckt, am Anhang gesidd dir d’Resultat: https://vimeo.com/actualitymedia/trabajodigno

Wahlbehörde in Bolivien bestätigt offiziell Mehrheit für das „Nein“

Keine Mehrheit für die Verlängerung der Amtsperiode

von Präsident Evo Morales

 

Die von Evo Morales angestrebte Verlängerung der Amtszeit von Präsident und Vizepräsident von zwei auf drei Wahlperioden ist gescheitert. Nachdem mehr als 99 Prozent der Stimmen ausgezählt sind, steht das offizielle Ergebnis des Referendums vom vergangenen Sonntag in Bolivien fest: 51,3 Prozent stimmten gegen die Verfassungsänderung, 48,69 Prozent dafür. In einigen Wahllokalen von Santa Cruz, La Paz und Beni muss am 6. März noch einmal gewählt werden, dann ist das Resultat definitiv. Dies teilte die Wahlbehörde (TSE) heute mit. Die Amtszeit von Präsident Evo Morales und seinem Vize Álvaro García Linera endet also im Januar 2020.

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Im Oktober 2015 hatte es noch eine deutliche Mehrheit für das „SI“ gegeben. Diese schrumpfte jedoch merklich in den folgende Monaten. Eine letzte Umfrage ergaben ein Patt von je 40 Prozent Befürworter und Gegner und einen Anteil von 20 Prozent Unentschiedenen. Beide Lager versuchten  Letztere mit massiven öffentlichen Demonstrationen für sich zu gewinnen.

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Auch Präsident Morales reiste zuletzt tagelang durch das ganze Land zu großen Kundgebungen. Aber die Opposition hatte durch massive Medienkampagnen Evo Morales und seinen Vizepräsidenten  García Linera stark diskreditieren können, idem sie besonders in der städtischen Mittelschicht die Angst vor zunehmender Korruption und Vetternwirtschaft schürte.

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Das Resultat fiel denkbar kanpp aus. In den Regionen La Paz und Cochabamba stimmten ca. 55 % für das „JA“, im östlichen Tiefland um Santa Cruz und im südwestlichen Potosi jedoch 60 % für das „NEIN“.

Fotos: Portal amerika21

Neues Gesetz zur Kinderarbeit in Bolivien

Der folgende Beitrag wurde uns freundlicherweise vonLogo Kindernothilfe

zur Verfügung gestellt.

Selten hat ein Thema die Community der internationalen Entwicklungs- und Kinderrechtsorganisationen so aufgewühlt und gespalten, wie die Entscheidung des bolivianischen Parlaments, in dem am 3. Juli 2014 in La Paz verabschiedeten neuen Kinder- und Jugendgesetz Kinderarbeit nicht mehr generell zu verbieten. Umstritten ist vor allem, dass der bolivianische Staat unter bestimmten Umständen – und unter zahlreichen Einschränkungen – die Arbeit von Kindern ab dem zehnten Lebensjahr zulässt. Vor allem die internationale Arbeitsorganisation ILO läuft gegen diese – aus ihrer Sicht völlig unakzeptable – Aufweichung der Internationalen Konvention gegen Kinderarbeit – Sturm. Ende Mai, Anfang Juni besuchte eine kleine Delegation der Lateinamerikanischen Bewegung Arbeitender Kinder (MOLACNATs) – unter anderem mit Unterstützung der Kindernothilfe – das Europäische Parlament und die EU-Kommission in Brüssel, um ihre Sicht auf das Gesetz zu erläutern. Sie nahmen darüber hinaus an einem von Kindernothilfe und terre des hommes organisieren Fachhearing der Deutschen Welle, an der Bilanzpressekonferenz 2014 der Kindernothilfe und an Beratungen rund um die diesjährige ILO-Generalversammlung in Genf teil. Im Gespräch mit Jürgen Schübelin, dem Lateinamerika Referatsleiter der Kindernothilfe, erläutern zwei der Jugendlichen ihre Position zu dem kontroversen Thema. Weitere Informationen zum Thema unter www.kindernothilfe.de

Podiumsdiskussion mit zwei Kinderarbeitern aus Bolivien und Paraguay

Lourdes Cruz Sánchez ist 17 Jahre alt. Mit zehn Jahren hat sie als Küchenhilfe begonnen, zu arbeiten. Zwischendrin war sie Zeitungsverkäuferin, Grabsteine-Putzerin auf dem Friedhof von Potosí, heute arbeitet sie als Näherin und studiert Soziale Arbeit. Sie ist Sprecherin der bolivianischen Bewegung arbeitender Kinder (UNATsBO) und war an den Verhandlungen mit Präsident Evo Morales über das neue Kinder- und Jugendschutzgesetz beteiligt.

Juan Pablino Insfran Aldana ist ebenfalls 17 Jahre alt. Er arbeitet als Schuhputzer auf dem zentralen Busbahnhof von Asunción, Paraguay und ist einer der Sprecher der lateinamerikanischen Bewegung der arbeitenden Kinder und Jugendlichen (MOLACNATs). In diesem Jahr wird er seinen Sekundarschul-Abschluss machen und möchte danach Kommunikationstechnik studieren.

Jürgen Schübelin: Warum ist es aus Eurer Sicht überhaupt notwendig, dass Kinder arbeiten dürfen? Wäre es nicht wichtiger, für das Recht aller Kinder, zur Schule gehen zu können, zu kämpfen?

Lourdes Sánchez, Potosí (17): In ganz vielen Fällen können Kinder in Lateinamerika eben nur deshalb zur Schule gehen, weil sie nebenbei, tagsüber oder abends, an den Wochenenden und in den Ferien arbeiten. Nur so bekommen die Familien das Schulgeld, die Mittel für die Schuluniformen und die Unterrichtsmaterialien zusammen. Kinderarbeit, die Mädchen und Jungen daran hindert, am Unterricht teilzunehmen, lehnen wir ganz entschieden ab.

Juan Pablino Insfran, Asunción (17): Aber es ist ganz wichtig, dass sich Schulen und Lehrer besser auf die Bedürfnisse von arbeitenden Kindern einstellen. Wir brauchen Unterrichtszeiten, die es ermöglichen, Schule und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Und es ist wichtig, dass in der Schule die Lebensleistung und die Erfahrung von Kindern und Jugendlichen, die arbeiten müssen, wertgeschätzt werden. Da fehlt in Lateinamerika noch ganz viel.

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Lateinamerika April Mai 2005 163Jürgen Schübelin: Was ändert sich konkret durch das vom bolivianischen Staat verabschiedete Gesetz – und was sind die Auswirkungen auf arbeitende Kinder?

Lourdes: Zum allerersten Mal überhaupt übernimmt der Staat Verantwortung gegenüber Kindern, die arbeiten müssen – und zwar nicht einfach, indem er Kinderarbeit verbietet, sondern, indem er klare Bedingungen setzt, Institutionen beauftragt, sich um die Belange der arbeitenden Kinder zu kümmern – und auch klipp und klar sagt, was überhaupt nicht geht, nämlich Kinder auszubeuten – oder für Arbeiten einzusetzen, die ihre Gesundheit, ihre Würde und ihr Recht auf Bildung verletzen. Ich finde zum Beispiel ganz wichtig, dass das Gesetz bestimmt, dass nach 22 Uhr nirgendwo in Bolivien ein Kind oder ein Jugendlicher mehr arbeiten darf. Dass für Mädchen und Jungen ab 14 Jahren der gesetzliche Mindestlohn bezahlt werden muss, ist ebenfalls neu und ein Fortschritt.

Jürgen Schübelin: Halten sich die Arbeitgeber an dieses Gesetz, das ja jetzt seit fast einem Jahr in Kraft ist?

Lourdes: Das müssen wir erst noch sehen. Das Gesetz wurde zwar im Juli letzten Jahres verabschiedet, aber erst seit Kurzem gibt es jetzt auch die Ausführungsbestimmungen. Wir werden vermutlich erst in einigen Jahren sagen können, ob unsere Erwartungen wirklich erfüllt wurden. Worauf es jetzt ganz entscheidend ankommt, ist, dass die Kinder- und Jugendämter bei den Kommunalverwaltungen, die ja bei der Umsetzung des Gesetzes und als Ansprechstellen für arbeitende Kinder eine ganz wichtige Rolle spielen, ganz schnell mit ausreichend Geld ausgestattet werden, um funktionieren zu können und dass dort dann auch Leute sind, die für diese Aufgabe wirklich ausgebildet wurden. Wir alle wissen, dass wir weiter für unsere Rechte kämpfen müssen – und uns nichts geschenkt wird.

Juan Pablino: Uns gefällt, dass in Bolivien der Staat nicht länger die Augen vor der Realität der arbeitenden Kinder und Jugendlichen verschließt, sondern mit diesem Gesetz auch zugibt, dass es wegen der Armut und den extrem ungleichen Chancen auf unserem Kontinent noch viele Jahre dauern wird, bis Kinder nicht mehr zum Familienunterhalt beitragen müssen. Aber das Gesetz erkennt endlich auch die Leistung und den Beitrag der arbeitenden Kinder und Jugendlichen an – und bringt ihnen Wertschätzung entgegen. Das haben wir so zuvor noch nirgendwo erlebt.

Jürgen Schübelin: Es kommt ja immer noch nicht so oft vor, dass – wie in diesem Fall – Regierungsmitglieder, sogar der bolivianische Präsident, direkt mit Kindern und Jugendlichen über den Inhalt eines Gesetzes verhandeln. Hattet Ihr dabei das Gefühl gehabt, in jeder Phase ernst genommen zu werden?

Lourdes: Ehe es überhaupt zu Gesprächen kam, haben wir uns monatelang vergeblich zu Wort gemeldet, sind immer wieder umsonst nach Cochabamba und La Paz gefahren, ohne angehört zu werden. Und wir mussten auf die Straße gehen, Demos organisieren. Dabei ist die Polizei auf uns losgegangen. Das war richtig heftig. Erst ganz zum Schluss konnten wir dann doch noch unsere Argumente vortragen – und erlebten, dass unsere Forderungen aufgegriffen wurden. Wir wollten von Anfang an, dass uns der Staat vor Ausbeutung und gefährlicher Arbeit schützt – aber auch den Rahmen setzt, um durch unsere Arbeit unsere Familien unterstützen zu können.

Jürgen Schübelin: Die internationale Arbeitsorganisation – aber auch eine Reihe von Kinderrechtsexperten – kritisieren, dass durch das bolivianische Kinder- und Jugendgesetz die ILO-Konvention 182 über die „schlimmsten Formen der Kinderarbeit“ aufgeweicht – und einfach ein in die falsche Richtung gehendes, leicht mißzuverstehendes politisches Signal gesetzt würde. Wie begegnet Ihr diesem Einwand?

Juan Pablino: In meiner Heimat, in Paraguay, müssen Kinder, die gezwungen sind, etwas zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen, ganz oft an Polizisten Schmiergelder bezahlen, um beispielsweise als Schuhputzer oder Lastenträger auf dem Markt in Ruhe gelassen zu werden. Das war früher auch in Bolivien immer so – und wir kennen derartige Praktiken auch aus anderen lateinamerikanischen Ländern, in denen Kinderarbeit offiziell verboten ist. Hallo – ist das etwa ok? Wir erwarten von der ILO, – das sind ja ganz oft Leute aus Gewerkschaften – dass sie uns erst einmal zuhören und dann mit all ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen mithelfen, um das, was in dem bolivianischen Gesetz an Schutzregeln für Kinder festgelegt wurde, umzusetzen, zu verbessern und nachzuhalten. Und wir brauchen auch in anderen lateinamerikanischen Ländern ein Umdenken bei den politisch Verantwortlichen: Wir wollen Schutz vor Ausbeutung, Unterstützung beim Einfordern unseres Rechts auf Bildung – und Anerkennung für das, was wir leisten.

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(Fotos: Jürgen Schübelin, Kindernothilfe)

Weihnachtswünsche von CONTEXTO

A mis herman@s de NITIs:
Quiero compartir con ustedes este sentimiento de Navidad que nos une este tiempo y desearles un 2016 lleno de bendiciones para ustedes y sus familias; esperando seguir esta labor de servicio por los que nos necesitan, viendo siempre en ell@s el rostro de nuestro Señor Jesús que nos inspire para forjar un mundo nuevo.
Con gratitud e inmenso cariño,
Teresa Subieta, Directora Nacional de CONTEXTO y Equipo de CONTEXTO

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An unsere Schwestern und Brüdern von Niños de la Tierra

Ich möchte mit Ihnen dieses Weihnachtsgefühl teilen, das uns in dieser Zeit vereinigt und Ihnen ein segenreiches Jahr 2016 für Sie und Ihre Familie wünschen; wir hoffen, den Dienst an denen, die uns brauchen, weiterzuführen, immer in ihnen das Antlitz unseres Herrn Jesus sehend, das uns beflügelt, eine neue Welt zu schmieden.
Mit Dankbarkeit und unermesslicher Liebe,
Teresa Subieta, Direktorin, und das ganze Team von CONTEXTO

 Tarjeta Navideña Niña