Kindergarten „Ch’askita“ (Sternchen) – Stärkung der Potenziale der Kinder im Vorschulalter in Tirani
2010 – 2013
Partnerorganisationen: „Fundación Cristo Vive Bolivia“
Budget: 265142,00.- €, mit Unterstützung von „Entwécklung duerch gerechten Handel“ asbl. und zu 75 % co-finanziert durch die Luxemburger Regierung
Von Geburt an und im Verlauf ihrer Entwicklung kämpfen bolivianische Kinder mit einer Reihe von Hindernissen, die ihre Rechte verletzten oder die Entwicklung ihrer Potentiale einschränken. Die häufigsten sind materieller Mangel und fehlende emotionale Zuwendung. In Bolivien leiden sechs von zehn Kindern und Jugendlichen, das sind 2,6 Millionen, an unbefriedigten Grundbedürfnissen und fünf von zehn leben unter der Armutsgrenze.
Zwischen sechs und 13 Jahren geht eines von zehn Kindern nicht zur Schule; von zehn Kindern, welche die Grundschule besuchen, sind zwei entwicklungsverzögert, vier von zehn Kindern wiederholen eine Klasse, sechs von zehn Kindern verlassen sie ohne Abschluss …
Nur vier von zehn Kindern zwischen vier und fünf Jahren besuchen den Kindergarten.
Die Gemeinde Tirani besteht aus rund 400 Familien (3000 Einwohnern), von denen 58 Pegujalores sind (Familien die von der Bodenreform 1952 in Form von Landzuweisungen aus enteignetem Großgrundbesitz profitiert haben), 120 arremantes (Nachkommen der Pegujaleros) und 280 neu angesiedelte Familien (Migranten, die aus verschiedenen Departementen des Landes zugewandert sind, die Mehrheit aus La Paz oder aus anderen Provinzen des Departments Cochabamba).
Die Bevölkerung in der hochgelegenen Zone arbeitet überwiegend in der Landwirtschaft und handhabt traditionellen, saisonbedingten Anbau z. B. Kartoffeln für den Verkauf und den Konsum. Sie widmen sich auch der Viehzucht, vor allem von Kühen, Schafen und Lamas. In der tiefer gelegenen Zone widmen sie sich der Produktion von Kartoffeln und Mais für den familiären Konsum und der Produktion von Blumen zur Vermarktung. Einige Gemeindemitglieder, die keinen Landbesitz haben, gehen Gelegenheitsarbeiten als Maurer oder Arbeiter in der Stadt oder anderen Zonen nach. Die Frauen übernehmen den überwiegenden Teil der Hausarbeit, kümmern sich um den Anbau von Blumen und ihre Vermarktung.
Folgende Faktoren bedingen die generelle Armut bzw. behindern den Ausweg aus der Armut:
- die Arbeitslosigkeit oder Gelegenheitsarbeiten mit miserablen Gehältern,
- das niedrige Bildungsniveau vieler Mütter (91 % haben maximal eine Grundschulausbildung, unter ihnen sind viele Frauen, die nie die Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen),
- der hohe Alkoholmissbrauch der Erwachsenen,
- die mangelnde Planung des familiären Budgets,
- die Präsenz von Gewalt innerhalb der Familie, sexueller Missbrauch und
- die teilweise oder totale Vernachlässigung der Kinder.
Von diesem Projekt werden direkt 100 Kinder aus der Gemeinde Tirani profitieren, die zum Großteil aus Quechua- oder Migrantenfamilien stammen. Indirekt profitieren auch die Familien, die Mütter und Väter, die sich auf unterschiedliche Weise für die Ziele des Erziehungsprozesses, der Gesundheitsvorsorge und der menschlichen Förderung im Kindergarten „Ch’askita“ einbringen werden. Außerdem ermöglicht die Kinderbetreuung eine Erwerbsarbeit der Frauen, vorwiegend in der Landwirtschaft, um so Einnahmen zu erwirtschaften, durch die ganze Familie ihren Lebensstandard verbessern kann.
Das Projekt wird durch die Gemeinde Tirani unterstützt. Die Gemeindevertreter haben einen Vertrag unterzeichnet, der das Gelände, auf dem der Kindergarten gebaut wird, für zwanzig Jahre der Nutzung durch die Fundación Cristo Vive übergibt. Für die langfristige Funktion des Kindergartens werden beim Sozialamt SEDEGES staatliche Mittel für Nahrungsmittel- und Lernmittelstipendien für alle Kinder beantragt werden. Für Löhne und andere laufende Kosten ist auch mittelfristig die Unterstützung der Fundación Cristo Vive Europa e. V. erforderlich, bis sich das staatliche Engagement der Vorschulbildung verbessert hat. Der finanzielle Beitrag der Eltern für ihre Kinder im Kindergarten wird sich auf eine kleine Summe belaufen, da sie nur beschränkte finanzielle Möglichkeiten haben.
Aufgrund des partizipativen Charakters der Projekt-Planung und -Implementierung ist eine jährliche Selbstevaluierung mit dem Team und Elternvertretern vorgesehen.
Die Durchführung der Arbeiten ist wie folgt vorgesehen:
- Partizipative Planung des Kindergartenprojekts in seinen unterschiedlichen Phasen
- Präsentation der Pläne und Kostenvoranschläge durch den Architekten
- Untervertragnahme der Baufirma
- Bau des Kindergartens durch die Baufirma, Begleitung durch Supervisor
- Anlage des Hofs, Gras, Baumpflanzung und Bau des Spielplatzes in Zusammenarbeit mit den Freiwilligen
- Vorbereitung der Mütter auf die Mitarbeit im Kindergarten
- Ausarbeitung des Bildungsprojekts
- Anträge auf entsprechende Genehmigungen
- Bewerbung um Nahrungsmittelstipendium
- Implementierung der Räume, Küche, Speisesaal, Toiletten, Lager
- Untervertragnahme des Personals
- Implementierung der Ausbildungsarbeit und der wesentlichen Arbeit im Elternzentrum
- Kooperation mit der Krankenstation, um die Gesundheitsziele zu erreichen
Finanzierung des Projekts:
Anteil MAE : 176761,33 €
Anteil Niños de la Tierra asbl. : 88380,67 €
Anteil Entwécklung duerch gerechten Handel asbl. : 40000,00 €
Gesamtkosten: 265142,00 Euro