Am 15. November erhielt Schwester Karoline Mayer im Saal des Alten Göttinger Rathauses den Göttinger Edith-Stein-Preis 2009, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Der Preis erinnert an die 1998 heiliggesprochene deutsche Philosophin, Frauenrechtlerin und katholische Ordensschwester jüdischer Herkunft, die 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet worden ist. Schw. Karoline will das Preisgeld für die Förderung der Frauenarbeit in Junkaypata in Peru verwenden. Bilder von dem Projekt zeigte sie nach der Preisverleihung.
Im Rahmen der Vorbereitungen zur Zweihunderjahrfeier der Republik Chile, am 18. September 2010, zeichnet die einheimische Regierung, seit 2004, unterschiedliche soziale Projekte aus, die mithelfen, ein besseres Land für alle aufzubauen.
Am vergangenen 7. Oktober konnten zehn Organisationen aus der Hand von Michelle Bachelet, Präsidentein Chiles, den „SELLO BICENTNARIO“ entgennehmen, unter ihnen unser langjähriger Partner FUNDECAM. Preisgekrönt wurde die von ihnen geführte und von Niños de la Tierra asbl. unterstützte Schule TRAÑI-TRAÑI. Dort werden Mapuche-Kinder nach den Richtlinien ihrer Kultur unterrichtet. TRAÑI-TRAÑI erhielt als einziges Projekt der 10. Region Chiles diese begehrte Auszeichnung. Wir gratulieren und freuen uns mit Roberto Mansilla, Direktor von Fundecam, Frau Marta Huenchuñir, Direktorin der Mapuche-Schule und ihrer Lehrerschaft.
Démocratique, indianiste et socialiste ?
(Vol XVI -2009/3)
Une double caractéristique confère à l’entreprise de transformation sociale par la voie démocratique en cours en Bolivie une portée symbolique et refondatrice hors du commun : sa volonté d’en finir avec le « colonialisme interne » par le biais d’un « gouvernement des mouvements sociaux ». A l’usage toutefois, la tentative se révèle ardue, en proie tant à des menaces extérieures qu’à ses propres faiblesses.
Dans une Amérique latine ayant majoritairement viré à gauche depuis le tournant du millénaire, c’est probablement dans la Bolivie d’Evo Morales qu’est engagé le processus de transformation sociale le plus ambitieux du continent. A l’instar d’Hugo Chavez au Venezuela ou de Rafael Correa en Equateur, et à la différence de Lula au Brésil, le nouveau président n’a de cesse d’affirmer sa volonté de « rupture » avec les années néolibérales et manie un discours de la confrontation – contre ses adversaires internes, contre les puissances « impérialistes ».
Mais l’expérience bolivienne a surtout deux caractéristiques qui lui donnent une charge symbolique et une portée « refondatrice » qu’on ne retrouve pas ailleurs : d’une part, premier président indigène de Bolivie, Evo Morales ne s’en prend pas seulement aux injustices socioéconomiques ou au néocolonialisme des multinationales étrangères, il prétend aussi en finir avec le « colonialisme interne » de l’Etat bolivien et l’exclusion structurelle, depuis l’indépendance, de la majorité indienne du pays ; d’autre part, cette refondation n’est pas envisagée comme la mission d’un homme ou d’un groupe d’élus, mais comme la responsabilité d’un « gouvernement des mouvements sociaux » qui confère une dimension participative inédite, bien que non dénuée d’ambiguïtés, à sa gestion des affaires publiques.
Les premières initiatives du président Morales dès son arrivée au pouvoir en janvier 2006 confirment sa volonté de rupture avec la politique « traditionnelle » : réduction du salaire présidentiel et de celui des hauts fonctionnaires, augmentation du salaire minimum, « nationalisation » des hydrocarbures, lancement d’une réforme agraire, mise en place d’une Assemblée constituante. A la grande satisfaction de ses admirateurs au sein de la gauche internationaliste, le nouveau gouvernement n’a apparemment pas peur de bousculer les intérêts économiques et politiques locaux et internationaux pour se donner les moyens d’accomplir ses deux principales promesses – la « réappropriation » des ressources naturelles et la « refondation » de la nation. lire la suite de l’éditorial
PERU, nach Bolivien und Chile, seit Januar 2009 drittes Zielland von NINOS DE LA TIERRA asbl., hat zurzeit ausgezeichnete Wirtschaftsdaten aufzuweisen. Doch der Großteil der Bevölkerung kommt nicht in den Genuss der hohen Gewinne ausländischer Förderer von Gold, Silber oder Kupfer in den peruanischen Minen. Das Geld landet bei einer reichen Minderheit und im Ausland.
Fast die Hälfte der Bevölkerung des von Alan Garcia regierten Andenlandes ist bitterarm. Betroffen sind vor allem die Quechua-Indianer, Ureinwohner Perus. Viele von ihnen leben im Regenwald des Amazonas. Für sie ist der Wald heilig. Für internationale Konzerne aber ist dieses Gebiet nur eine Holzreserve oder bloß grünes Dickicht, welches die Förderung von Öl oder Gas erschwert. Jahrhundertelang setzten sich die Einheimischen kaum zur Wehr, wenn die Holzfirmen anrückten, um rücksichtslos den Regenwald auszubeuten.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Peru ist in Aufruhr seit den blutigen Zusammenstößen zwischen Regierung und Indigenen, die mindestens 30 Tote forderten. Als die staatlichen Einsatztruppen am 5. Juni 2009 eine Straßenblockade in der Nähe der Stadt Bagua gewaltsam beenden wollten, an der sich bis zu 5000 Menschen beteiligten, wurden die Demonstranten zunächst von Hubschraubern aus beschossen, bevor die schwerbewaffneten Polizisten am Boden vorrückten und ebenfalls Schußwaffen einsetzten. Bei den sich daraus entwickelnden Auseinandersetzungen starben auch mehrere Beamten. Ungewöhnlich ist ebenfalls, dass die Indigenas bei ihrem Protest auch von der mestizischen Bevölkerung der Regenwaldregion unterstützt werden. Die Einheimischen sind selbstbewusster geworden. Es scheint so, als ob Evo Morales, Aymara-Indianer und seit Januar 2006 Präsident des Nachbarlandes Bolivien, den Indigenen Perus Mut gemacht hat, sich für ihre Rechte einzusetzen.
Gekämpft wird vorwiegend gewaltlos, mit Gesetzbüchern, Petitionen und Klagen. Die Frauen stehen dabei oft an vorderster Front. Die Ombudsstelle für die Verteidigung des Volkes wird von Beatriz Moreno geleitet. Ihr Einsatz, eine Verfassungsbeschwerde gegen zwei Gesetzesdekrete, die zur Umsetzung des Freihandelsvertrages mit den USA verabschiedet worden waren, hatte Erfolg. Am 15. Juni 2009 kündigte Premierminister Yehude Munaro deren Aufhebung an. Alberto Pizango aber, der Anführer der Protestbewegung, wurde von der Regierung gejagt wie ein Terrorist und musste sich im Ausland in Sicherheit bringen.
Die indigene Bewegung Lateinamerikas wird immer sichtbarer. Die Welt fängt an zu begreifen, dass es sich nicht um unzivilisierte, gewalttätige und manipulierte Gruppen handelt, sondern um organisierte Völker, die ihre Lebensweise beibehalten wollen, d.h. ihr “gutes Leben”, ihre Autoritäten, ihre Kultur, ihre Prinzipien und ihre Jahrhunderte alte Praxis der Gleichheit, Gegenseitigkeit und Komplementarität. Das bedeutet nicht, in die Vergangenheit zurückzuwollen, sondern die Harmonie zwischen den Menschen, den Völkern und der Natur zu retten, die durch den Druck der westlichen Zivilisation in Frage gestellt ist.
M.S.
Unsere Projektpartnerin Ana Maria Galeano (FCVP) aus Cusco (Peru) zu den Ereignissen vom 5. Juni 2009:
“Wir durchleben eine Zeit großen Schmerzes, des Leids und der Empörung wegen der Ereignisse in unserem Amazonien … Lunge und Quelle des Lebens auch für unsere Menschheit, die wir beschützen und bewahren müssen. Wir müssen die Kultur und die Lebensformen derer respektieren, die heute für das reichhaltige Leben, das dort existiert, kämpfen … Menschen mit den selben Bedürfnissen wie jeder von uns”.
Weitere Analysen und Berichte zum Thema (Auswahl):
http://www.regenwald.org/pressemitteilungen.php?id=92
http://www.welt.de/die-welt/article3882167/Revolte-der-Ureinwohner-in-Peru.html
http://www.glaubeaktuell.net/portal/nachrichten/nachricht.php?IDD=1244904136
http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/perus-dschungel-bleibt-dicht/
Die Juli-August Ausgabe der Zeitschrift “ila” ist EL ALTO, der Trabantenstadt von La Paz, gewidmet.
Niños de la Tierra asbl. unterstützt in EL ALTO das Projekt
Lernhilfen für Kinder und Jugendliche in den Minenarbeitervierteln von Potosi und den Armenvierteln von El Alto (la Paz)
Editorial ila 327 Juli/August 2009


Die bolivianische Millionenstadt El Alto ist sicher eine der außergewöhnlichsten Städte Lateinamerikas. Gleich mehrere Merkmale machen sie einzigartig. Zum einen liegt El Alto auf 4000 Meter Höhe und ist damit die höchstgelegene Metropole der Erde. Zum anderen ist El Alto die einzige Stadt dieser Größe, die fast ausschließlich von Indígenas bewohnt wird. Sie wird deshalb auch Hauptstadt der Aymara genannt. Weiterhin hat die Stadt eine außergewöhnliche wirtschaftliche Entwicklung genommen: aus Kleinstbetrieben etwa im Textilbereich ist dort inzwischen eine in Teilen international konkurrenzfähige Industrie entstanden. Doch die bietet nur einem kleinen Teil der Bevölkerung ein Auskommen. Die meisten Alteños und Alteñas versuchen sich im informellen Straßenhandel über Wasser zu halten, die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lebt in extremer Armut.
Spätestens seit dem so genannten „Gaskrieg“, der im Oktober 2003 zum Sturz des neoliberalen Präsidenten Sánchez de Lozada führte, ist El Alto in Bolivien und weltweit auch zum Symbol einer rebellischen Stadt geworden. In wenigen Städten Lateinamerikas dürfte die soziale Bewegung so stark und so gut organisiert sein wie hier. Schließlich ist El Alto eine junge Stadt. Und das in doppelter Hinsicht: Kinder, Jugendliche und junge Leute stellen die große Mehrheit der Bevölkerung, jung ist auch die Ansiedlung selbst, die erst seit 20 Jahren eine eigene städtische Verwaltungseinheit ist. In den dreißiger Jahren ließen sich die ersten MigrantInnen aus dem bolivianischen Andenhochland in El Alto nieder, sozusagen vor den Toren der Hauptstadt La Paz. Weil das Tal von La Paz bei wachsender Zuwanderung immer weniger Siedlungsraum bot, blieben immer mehr Landflüchtlinge auf der Hochebene von El Alto. Ab den dreißiger Jahren kann man von einer städtischen Siedlung sprechen. 1950 hatte sie gerademal 11 000 EinwohnerInnen und gehörte verwaltungstechnisch zu La Paz. mehr
«SONQO WASI»: Aufnahmezentrum, Ausbildungszentrum und Zentrum für integrale Entwicklung von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden
Januar 2009 bis Dezember 2011
Budget: 253.594,07 €
Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, denen Frauen fast täglich ausgesetzt sind, ist in der Region Cuzco ein schwerwiegendes soziales Problem. Die Fälle von physischer, psychologischer oder sexueller Misshandlung sowie von Vernachlässigung häufen sich.
Am meisten betroffen sind indigenen Frauen, vor allem Arbeitssuchende vom Land mit niedriger Schulbildung. Sie arbeiten oft als Hausangestellte, sind schlecht bezahlt und befinden sich in totaler Abhängigkeit von ihren Arbeitgebern, ein Umstand, der leicht zu Missbrauch, Diskriminierung und Gewalt führt.
Hinzu kommt, dass die Kinder, die in der Familie Gewalt an ihrer Mutter bzw. an sich selbst erfahren haben, im Erwachsenenalter oft selbst zu Gewaltanwendung neigen und so den Teufelskreis der häuslichen Gewalt weiterführen. Aber auch bei den Kindern selbst sind die Spuren sichtbar: gestörte affektive Beziehungen, unangepasstes soziales Verhalten, schlechte Leistungen in der Schule, um nur einige zu nennen.
Die UNO hat am 22. April in ihrer Generalversammlung den Vorschlag der bolivianischen Regierung angenommen, dieses Datum zum « Internationalen Tag der Mutter Erde » zu erklären.
President Morales rief dazu auf, die Rechte der Mutter Erde zu verteidigen. Um mit der Erde, den Tieren und Pflanzen in Harmonie zu leben, gehe es darum anzuerkennen, dass nicht nur wir Men-schen Rechte haben, sondern auch der Planet. (ILA 325/Mai 09)
weitere Infos zum Thema unter (Englisch)
Das Parlament in La Paz beschloss die Reform am Dienstagfrüh (Ortszeit) nach neunstündiger Debatte. Morales und seine Anhänger beendeten daraufhin ihren knapp einwöchigen Hungerstreik. „Das Volk darf niemals vergessen, dass der revolutionäre Wandel durch Kampf erreicht wird“, sagte Morales nach dem Ende des Hungerstreiks. mehr





















